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Der Fall Anis Amri – eine Terrorvorbereitung als V-Mann?

Im Düsseldorfer Landtag musste am 29.03.2017 der Leiter der Abteilung 1 des Innenministeriums NRW Burkhard Schnieder vor dem Untersuchungsausschuss zum Fall Amri aussagen. Schnieder, dessen Abteilung unter anderem für Ausländerfragen zuständig ist, erntete mit seinen Äußerungen absolute Fassungslosigkeit. Der ehemalige zweite Mann des Verfassungsschutzes war erst Ende 2015 zum obersten Zuständigen für Flüchtlingsfragen im Innenministerium ernannt geworden.

 

http://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/amri-untersuchungsausschuss-jaeger-100.html

LKA warnte vor Amri-Anschlag

Von Nina Magoley

… Auf der zehnten Sitzung des Untersuchungsausschusses zum Fall Amri im Düsseldorfer Landtag herrscht mittlerweile Fassungslosigkeit: Seit fast vier Stunden wird der erste Zeuge an diesem Mittwochmorgen (29.03.2017), der Leiter der Abteilung Inneres und Kommunales im Innenministerium, Burkhard Schnieder, vernommen. Für Zündstoff sorgt eine E-Mail, die das LKA bereits im Februar 2016 an das NRW-Innenministerium schickte, am Mittwoch (29.03.2017) vorgelegt von dem FDP-Abgeordneten Joachim Stamp…

Darin heißt es klipp und klar, dass nach den bisher über Amri recherchierten „Tatsachen“ die „Begehung eines terroristischen Anschlags zu erwarten“ sei. Doch zum Erstaunen der Abgeordneten wiegelt Schnieder ab: Das Schreiben sei lediglich „eine Tischvorlage, ein Entwurf“ gewesen. Und da andere Sicherheitsbehörden, wie auch das GTAZ, den Fall Amri offenbar anders eingeschätzt hätten, habe diese Mitteilung für eine Verhaftung Amris nicht ausgereicht.

Wie sonst, fragen mehrere Abgeordnete fassungslos, müsste eine Mitteilung derartiger Brisanz vom Landeskriminalamt formuliert sein, damit sie eine Handlung zur Folge hat? Immerhin habe das LKA „den Hut“ aufgehabt im Fall Amri. Die Antwort Schnieders sorgt für noch mehr Erstaunen: Man hätte erst prüfen und beweisen müssen, was von den Erkenntnissen des LKA „wirklich Tatsachen“ seien. Es habe ja nicht festgestanden, „ob das verwertbare Erkenntnisse waren“…

WDR 5 Morgenecho – Kommentar 29.03.2017

 

Es ist völlig unverständlich, warum Herr Schnieder der eindringlichen Warnung des LKAs vor Anis Amri keinerlei Bedeutung beigemessen hat und der Bitte um den entsprechenden Handlungsspielraum nicht nachgekommen ist. Das einzig nachvollziehbare Motiv wäre die Deckung eines V-Manns gewesen, der noch während seiner Zeit beim Verfassungsschutz angeworben wurde. Es wäre auch denkbar, dass Anis Amri sich dem nordrhein-westfälischen Landesamt für Verfassungsschutz als V-Mann angeboten hat, um beobachtet aber nicht durch die Sicherheitsbehörden belästigt seinen Terrorvorbereitungen nachgehen und ein schlagfähiges Terror-Netzwerk aufbauen zu können. Dann wären die Terrorankündigungen an den V-Mann vom LKA als Teil seiner V-Mann-Tätigkeit verstanden und damit als nicht bedenklich eingestuft worden. Und genau das ist schließlich geschehen. Herr Schnieder hatte vor seinem Wechsel zur Abteilung 1 im Juli 2015 kurzzeitig die Leitung der Bezirksregierung in Arnsberg übernommen, um die Vorstellungen der Landesregierung zur unbegrenzten Massenaufnahme von Flüchtlingen ohne Papiere durchzusetzen. Vielleicht wurden in diesem Rahmen auch Absprachen bezüglich der Verteilung und Kontaktaufnahme von interessierten oder geeignet erscheinenden Flüchtlingen zum Verfassungsschutz getroffen. Anis Amri ist Ende Juli 2015 in NRW aufgenommen worden und bereits im November in den Fokus des Landeskriminalamtes geraten. Burkhard Schnieder saß vermutlich bereits im November 2015 an der richtigen Stelle des Innenministeriums, um Ermittlungen und Maßnahmen gegen Anis Amri rechtszeitig stoppen zu können. Sollte Amri wirklich V-Mann des Verfassungsschutzes gewesen sein, so würde dies auch den Umstand erklären, dass man ihn als Dealer seinen Lebensunterhalt bestreiten ließ und den Besitz von gefälschten Pässen nicht als günstige Gelegenheit für einen Haftbefehl nutzen wollte. Dann wären diese Straftaten von Anis Amri als notwendige „Tarnung“ toleriert worden, damit dieser im IS-Umfeld glaubhaft erschien und dort ungehindert Informationen sammeln konnte. Hat Anis Amri ein doppeltes Spiel gespielt und ist ihm der NRW-Verfassungsschutz auf den Leim gegangen? Niemals könnte solch ein „Missgeschick“ zugegeben werden. Daher ist auf die Beteuerungen der Landesregierung  NRW auch nicht viel zu geben. Im Allgemeinen informieren die Verfassungsschutzbehörden die Landeskriminalämter nicht über die Anwerbung von V-Leuten, so dass es schon mal vorkommen kann, dass ein V-Mann eines Geheimdienstes den V-Mann einer Polizeibehörde aushorcht und umgekehrt. Vielleicht haben sich der Leiter des Verfassungsschutzes Abteilung 6 Herr Burkhard Freier und Herr Schnieder mit ihren Mitarbeitern zu weit vorgewagt.

Bereits im Jahr 2012 hatte Herr Schnieder einen V-Mann des Verfassungsschutzes gegenüber anderen Behörden verteidigt, damals aber wohl zu Recht. Der V-Mann Johann Helfer ähnelt zwar sehr dem Phantombild des Bombenlegers in der Probsteigasse, dessen Anschlag völlig Sinn-frei dem NSU angedichtet wird, aber das Phantombild ähnelt nach Angaben der Zeugen wohl recht eindeutig nicht dem Täter.

 

https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/08/26/nrw-ausschuss-desinfo-v-mann-johann-helfer-statt-aufklaerung/

… Wie nicht anders zu erwarten, nahm der NRW-Ausschuss den präsentierten Pappdrachen begierig auf, der da heißt: V-Mann Johann Helfer. Auch wenn die Opfer damals, 2001, wie auch vor Gericht 2014 erklärten, dass Phantombild sehe dem Täter nicht ähnlich, wird diese entscheidende Information vertuscht, und die Leserschaft so hinter die Fichte geführt…

 

Herr Schnieder begründete vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages seine Überzeugung von der Zuverlässigkeit des V-Manns der rechtsextremen Szene wie im folgenden Artikel dargestellt:

 

https://www.jungewelt.de/artikel/297158.einer-der-seine-rolle-spielt.html

Aus: Ausgabe vom 12.11.2016, Seite 4 / Inland

Von Claudia Wangerin

Die Bundestagsabgeordneten wollten nun wissen, wie die Verfassungsschutzabteilung des Landesinnenministeriums im Februar 2012 damit umgegangen war – und warum dort erst zu diesem Zeitpunkt jemand bemerkt habe, dass die Täterbeschreibung auf den »geheimen Mitarbeiter« passte...

Drei Monate nach Bekanntwerden des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) im November 2011 war das Fahndungsbild mit Bitte um Überprüfung vom Bundesamt für Verfassungsschutz an die Abteilung in NRW geschickt worden. Am 8. Februar 2012 fiel dort den zuständigen Beamten die Ähnlichkeit mit J. H., dem Vizechef der Kölner »Kameradschaft Walter Spangenberg« auf, der für sie »mehr als ein V-Mann« gewesen sein soll. Unter der Federführung ihrer Chefin Mathilde Koller entschieden sie sich, die Bundesanwaltschaft und Innenminister Ralf Jäger (SPD) darüber zu informieren – allerdings verbunden mit dem Hinweis, dass sie J. H. diesen Anschlag nicht zutrauten. Zu dieser Bewertung seien sie bereits am 9. Februar gekommen. Schnieder, damals Gruppenleiter, betonte nun vor dem Ausschuss, es gebe »über das Phantombild hinaus keine Hinweise, dass er mit dem Anschlag in der Probsteigasse irgend etwas zu tun hat«. Eine Jugendstrafe, zu der J. H. wegen eines Sprengstoffdelikts in den 1980er Jahren verurteilt worden war, zählte demnach nicht…

Nachgehakt wurde aber auch wegen der Kaderfunktion des J. H. in der nach einem SA-Mann benannten Kameradschaft und im »Kampfbund Deutscher Sozialisten«. Schnieder erklärte dazu: »Natürlich hatte er dort eine gewisse Funktion, als jemand, der ein bisschen intelligenter ist als der durchschnittliche Rechtsextremist«. J. H. sei aber eher jemand, »der seine Rolle spielt«. Er habe »eine bürgerliche Existenz« und arbeite in einem großen Unternehmen in Köln. »Er hat offenbar das, was ihm aufgetragen war, zur Zufriedenheit auch erledigt«, sagte der Beamte. Unklar blieb, warum die Verfassungsschützer trotz des angeblich großen Vertrauens im Februar 2012 beschlossen hatten, die Zusammenarbeit mit J. H. zu beenden – und ob dies endgültig war…

 

Die Zusammenarbeit musste wohl eher deshalb beendet werden, weil erwartungsgemäß früher oder später eine öffentliche Enttarnung des V-Manns drohte.

Auch über Amri könnte Herr Schnieder die Meinung vertreten haben, dass dies jemand gewesen sei, der seine Rolle spielte.

Im folgenden auf rbb-online erschienenen Artikel  wird die These aufgestellt, man habe Anis Amri nicht wegen der zahlreichen Straftaten als sogenannter Kleinkrimineller verhaftet, weil man ihn als „Wegweiser“ in die Islamisten-Szene betrachtet habe. Seine Beobachtung könnten die Sicherheitsbehörden als praktische Möglichkeit der Informationsgewinnung betrachtet haben.

Ich sehe das anders. Anis Amri hat Straftaten von Sozialbetrug, Fälschung, über Drogendelikte bis hin zur Körperverletzung begangen, für die jeder Deutsche jahrelang ins Gefängnis gewandert wäre. Und selbstverständlich hätte man einen deutschen Serien-Straftäter in Untersuchungshaft gesteckt – wegen der Wiederholungsgefahr.

Der einzige nachvollziehbare Grund, dies nicht zu tun, wäre auch hier eine V-Mann-Tätigkeit für eine Sicherheitsbehörde wie den Verfassungsschutz gewesen. Vielleicht hat Anis Amri nicht nur mit dem V-Mann des LKA NRW geplaudert, um diesen von seiner islamistisch-terroristischen Einstellung zu überzeugen, sondern hat gleichzeitig den Verfassungsschutz NRW mit mehr oder weniger brisanten Informationen gefüttert. Wohlmöglich handelte es sich dabei um Kenntnisse, von denen Anis Amri erwartet hat, dass die Behörde sie ohnehin erlangen würde.

 

https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/03/Anis-Amri-Geschichte-verpasster-Moeglichkeiten.html

26.03.17 | 08:00 Uhr

 

Der Attentäter vom Breitscheidplatz galt als „enge Kontaktperson“ von Mitgliedern einer deutschen IS-Gruppe. Das belegen interne Polizeidokumente, die dem rbb vorliegen. Bislang hieß es vom Verfassungsschutz, bei Anis Amri handele es sich um einen „radikalisierten“ Einzeltäter. Von S. Adamek, J. Goll und S.-K. Opalka

… Warum durfte der Tunesier immer weiter machen, obwohl längst klar war, dass er ein betrügender, hochmobiler und krimineller junger Mann war, der sich in einem gewaltbereiten islamistischen Umfeld bewegte. Warum sind weder Ausländer- noch Sicherheitsbehörden eingeschritten?…

Und das, obwohl der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, bereits Ende Januar 2016 den Landeskriminalämtern Berlin und Düsseldorf, dem Bundeskriminalamt sowie den Landesämtern für Verfassungsschutz Berlin und Nordrhein-Westfalen mitteilt, dass brisante Hinweise zu Amri vorliegen: etwa, dass er sich unter verschiedenen „Identitäten hauptsächlich in Berlin (Moabit, Weißensee, Charlottenburg und Spandau) und sporadisch in Hildesheim, Oberhausen, Duisburg, Emmerich und Freiburg“ aufhalte…

Über Monate erhielten die Ermittler in Düsseldorf wertvolle Informationen über eine sogenannte „Vertrauensperson“ in diesem hoch konspirativ agierenden islamistischen Zirkel – auch Anis Amri plauderte häufig mit der mühevoll eingeschleusten „Vertrauensperson 01“ des Staatsschutzes NRW. Ihm vertraute der Tunesier schon im November 2015 an, dass er „problemlos eine Kalaschnikow“ besorgen könne und dass er „unbedingt für seinen Glauben kämpfen“ wolle….

Während dieser Ermittlungen gegen Abu Walaa wurde Amri vom LKA Nordrhein-Westfalen als sogenannter „Nachrichtenmittler“ geführt. Er ist kein V-Mann, leitet seine Erkenntnisse nicht direkt an die Sicherheitsbehörden weiter. Aber als Vertrauter redet er ausgiebig mit der VP-01. Vieles was Amri weiß, wissen somit auch die Behörden – was ihn für die Ermittler wertvoll macht…

EK Ventum steht für ein groß angelegtes Ermittlungsverfahren gegen die radikal-islamistische Zelle des am Ende verhafteten Predigers Abu Walaa, der über Jahre junge Leute als Kämpfer des IS für die Kriegsschauplätze in Syrien und dem Irak angeworben haben soll. Der aus dem Irak stammende Salafisten-Prediger steht im Verdacht, die Nummer 1 des Islamischen Staats in Deutschland zu sein. Diese Ermittlungen wurden sehr erfolgreich im November 2016 mit den Verhaftungen abgeschlossen…
Amri ist unter dauernder Beobachtung. Und stellt unter der Beobachtung von Ermittlern so ziemlich alles an, was deutsche Gesetze nicht zulassen: Fahrraddiebstahl, Sozialbetrug, Körperverletzung. Monate lang beschäftigte der Tunesier unter seinen zig Alias-Namen zwischen Dortmund, Oberhausen, Hildesheim und Berlin so manche Polizeidienststelle, Staatsanwälte, Sachbearbeiter in den Ausländerbehörden. Doch etwa ein Dutzend Ermittlungsverfahren enden für den inzwischen rechtsgültig abgelehnten Asylbewerber immer gleich: Anis Amri bleibt auf freiem Fuß, darf betrügen, prügeln, mit Drogen handeln – alles ohne Konsequenzen…

Zum Ärger der Kollegen in NRW: „Entgegen der Absprachen wurde AMRI durch Kräfte des LKA Berlin am ZOB Berlin offen kontrolliert“, heißt es in internen Polizeiprotokollen.
Doch als man Amri daraufhin wieder entlässt, sind die LKA-Ermittler fortan an ihm dran – sie überwachen sein Telefon, observieren ihn engmaschig. Sein richtiger Name, seine Identität ist ihnen bekannt…

Im Polizeirevier gegenüber hat das Berliner LKA eine Kamera angebracht – so können die Beamten beobachten, wer dort rein und wieder rausgeht. Gegen fünf Vorstandsmitglieder und Aktivisten des Moscheevereins laufen Strafverfahren wegen Terrorverdachts…

Und trotzdem kommen die Berliner Ermittler bald zu dem Schluss: Amri gehört nicht in diese Szene, er ist kein wirklich gefährlicher Islamist…Und deshalb bricht man Mitte Juni 2016 die Observation ab, hört nur noch sein Telefon ab. Und dann verliert man ihn irgendwie aus den Augen…

Könnte es nicht sein, dass die Ermittler nach dem erfolgreichen Schlag gegen das Netzwerk von Walaa, dem „Prediger ohne Gesicht“, Geschmack  gefunden hatten an einem, der hilfreich sein kann, wenn es darum geht, Islamisten-Zellen trocken zu legen? Hätte Amri auch als Wegweiser in die radikale Islamistenszene der Hauptstadt dienen können?…

Mit deutlichen Worten hatte der nordrhein-westfälische LKA-Direktor Uwe Jacob die Einstellung der Observation des Attentäters Anis Amri durch die Berliner Polizei im Juni 2016 kritisiert: „Nur weil Amri Kleinkrimineller war und Drogendelikte beging zu denken, er sei nicht gefährlich, das halte ich für einen großen Fehler!“



Solange das LKA NRW zuständig gewesen sei, habe man die Einschätzung gehabt, dass es sich bei Amri um eine „hochgefährliche“ Person gehandelt habe, die man zügig von der Straße bekommen müsse, entweder in Abschiebe- oder in Strafhaft, so der LKA-Direktor…

Sendung: Inforadio | 26.03.2017 | 08.00 Uhr

Beitrag von Sascha Adamek, Jo Goll, Susanne Katharina Opalka

 

Vielleicht musste der Prediger Abu Walaa daran glauben, weil er ohnehin im Fokus der Behörden stand, seine Rekrutierungsaufgabe nicht hätte fortsetzen können und zu eigenen Terroranschlägen nicht in der Lage war.

Es sieht so aus, als ob das LKA Nordrhein-Westfalen zwar Amri hatte stoppen wollen, aber unfreiwillig durch seine zeitnahe Informationsweitergabe an den Verfassungsschutz eine Warnung Amris ermöglicht haben könnte. Möglicherweise hat Amri auch aus Gründen der ihm bekannten Überwachung seiner Person Nordrhein-Westfalen zwischenzeitlich in Richtung Berlin verlassen.

 

https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/03/nrw-untersuchungsausschuss-berliner-lka-einstellung-amri-observa.html

Freier räumt falsche Beurteilung Amris ein

… Seine Behörde habe sich mit Amri regelmäßig beschäftigt. In einem so genannten Jour fixe habe das LKA Nordrhein-Westfalen  seinen Mitarbeitern und ihm regelmäßig über Amri berichtet. „…

Auf die Frage, ob Amri ein V-Mann des Verfassungsschutzes gewesen sei, entgegnete Freier mit einem klaren Nein. „Es gibt eine klare Regel: Wir sprechen keine Gefährder an, auch nicht Leute, gegen die ein Strafverfahren läuft.“

Sendung: Abendschau, 29.03.2017, 19.40 Uhr

Beitrag von Jo Goll, Susanne Opalka

 

Vielleicht ist die Ansprache oder das Anhören von Amri zwecks Engagement als V-Mann ja vor den Milieu-typischen und damit geduldeten Straftaten erfolgt…

Auch Generalbundesanwalt Frank bestätigt vor dem Untersuchungsausschuss, dass Amri spätestens im Juli 2016 in Haft hätte genommen werden können, aber das Land NRW scheint kein Interesse daran gehabt zu haben.

 

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-03/untersuchungsausschuss-anis-amri-bundesanwaltschaft-peter-frank

  1. März 2017

… Der Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags, der sich mit dem möglichen Fehlverhalten der deutschen Sicherheitsbehörden im Fall des Berliner Attentäters Anis Amri befasst, hat einen weiteren hochrangigen Zeugen vernommen. An diesem Freitag stand dort Generalbundesanwalt Peter Frank den Abgeordneten Rede und Antwort…

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt hatte im Februar 2016 bei der Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Amri wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat angeregt. Zu dem Zeitpunkt war der Tunesier bereits als islamistischer Gefährder eingestuft worden. Die Karlsruher Anklagebehörde übersandte den Vorgang allerdings an die Generalstaatsanwaltschaft Berlin, die schließlich wegen versuchter Anstiftung zum Mord gegen Amri ermittelte…

Nach Angaben Franks wäre es vielleicht möglich gewesen, Amri bereits im Juli 2016 in Haft zu nehmen. Damals war der Islamist in einem Fernbus auf dem Weg in die Schweiz in Süddeutschland mit gefälschten italienischen Pässen festgenommen worden. Es wurde ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet, letztlich wurde Amri am 1. August 2016 aber aus der Justizvollzugsanstalt Ravensburg entlassen…

Dies sei falsch, sagte Frank. Seine Behörde habe die Akten freigegeben. Als Frank ein entsprechender Aktenvermerk über ein Gespräch zwischen seiner Behörde und dem Landeskriminalamt NRW vorgehalten wurde, wonach einer Freigabe widersprochen wurde, sagte Frank, er kenne den Vermerk nicht, werde das aber klären…

 

Hat das Innenministerium NRW dafür gesorgt, dass die Akten für das LKA nicht freigegeben wurden, weil Amri vor jeglicher Strafverfolgung geschützt werden sollte, im Sinne von höheren Interessen?

 

http://www.nw.de/nachrichten/regionale_politik/21734074_Amri-Ausschuss-Zeuge-schildert-Behoerdenchaos-und-Tunesien-Schikanen.html


Burkhard Schnieder, Abteilungschef für Ausländerangelegenheiten im nordrhein-westfälischen Innenministerium vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages zum Fall Amri. | © picture alliance / Federico Gambarini/dpa

 

Lothar Schmalen
29.03.2017 

… Düsseldorf. Obwohl das Landeskriminalamt NRW (LKA) bereits Monate vor dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 vor dem späteren Attentäter als tickende Zeitbombe warnte, haben es Sicherheitsexperten im NRW-Innenministerium im März 2016 abgelehnt, Amri auf der Grundlage dieser Einschätzung sofort abzuschieben oder in Abschiebehaft zu nehmen. Die Entscheidung, der Forderung des LKA nicht nachzukommen, hat Burkhard Schnieder, der für Flüchtlinge und Ausländer zuständige Abteilungsleiter im NRW-Innenministerium getroffen. Mit Innenbminister Ralf Jäger (SPD) habe er darüber keine Rücksprache gehalten. Das LKA hatte in einem achtseitigen Schreiben an die Sicherheitskonferenz NRW darauf hingewiesen, dass von Amri eine Gefahr im Sinne eines terroristischen Anschlags ausgehe.

 

Das Bild von Anis Amri als ganz überraschend mutiertem zugedröhnten Kleinkriminellen, dem eigentlich kein Attentat zuzutrauen ist, war falsch. Amri wollte offensichtlich nicht als Selbstmordattentäter sterben, sondern hat seine Flucht sorgsam geplant, um seine Terror-Aktivitäten an einem anderen Ort fortsetzen zu können.

Welche Verhaltensweisen müssten einem V-Mann der Islamisten-Szene zugestanden werden, damit dieser Deutschland-weit agieren kann, ohne enttarnt oder von anderen Sicherheitsbehörden gestoppt zu werden?

Er dürfte weder zu gefährlich noch zu harmlos auftreten. Die Tarnung als nicht allzu gläubiger Kleinkrimineller, der vollmundig Anschlagsideen diskutiert, wäre perfekt, denn der IS rekrutiert besonders erfolgreich in diesem Milieu. Im Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum GTAZ hingegen könnte man die Bedeutung diese Gefährders damit herunterspielen und dafür sorgen, dass dieser unbehelligt bleibt, mit dem Argument, so der zentralen Figuren des IS in Deutschland habhaft zu werden.

Solch ein „Spiel mit dem Feuer“ dürfte „normalerweise“ nicht riskiert werden.

Aber was ist schon normal in dieser Welt des Wahnsinns?

 

 

 

Willkommen liebe Feinde, alles ist gut!

Der Islamische Staat hatte es angekündigt: sie würden Kämpfer mit dem Flüchtlingsstrom nach Europa schicken. Diese würden auch Anschläge in Deutschland begehen, und sie forderten jeden Moslem auf, die „Ungläubigen“ zu töten, wie und wo auch immer.

 

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-schauspielhaus-bochum-biedermann-und-die-brandstifter-100.html

Hasko Weber inszeniert „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch. Die Parabel aus den 1950er Jahren erzählt, wie wenig Kriminelle lügen müssen, um unter den Augen braver Bürger ihrer Terror-Tätigkeit nachzugehen…

 

https://www.waz.de/staedte/bochum/max-frischs-biedermann-bleibt-stur-bis-zum-inferno-id209360483.html

Sven Westernströer

22.01.2017

BOCHUM.   Regisseur Hasko Weber dreht „Biedermann und die Brandstifter“ im Schauspielhaus zur Boulevardkomödie – und wählt dabei einen recht bequemen Weg…

Heute könnte man das Stück brandaktuell als Kommentar auf die politische Lage in den USA und der Türkei zeigen, doch eine eilige Aktualisierung ist Webers Sache nicht. Lieber kitzelt er aus der Groteske die Leichtigkeit heraus und dreht Frischs vielschichtiges „Lehrstück ohne Lehre“ zur handfesten Boulevardkomödie…. 

Unter seinem Dach nisten Zündler, doch Gottlieb Biedermann ist eben genau ein solcher. Aus Angst vor Konflikten paktiert er lieber mit den Strolchen, statt sie in hohem Bogen aus dem Haus zu werfen…

Auch plötzlich auftauchende Benzinfässer samt Lunte hindern ihn nicht daran, in seinen Untermietern nur das Edle und das Gute zu vermuten und umfassende Mitmenschlichkeit zu beschwören. Da kann der Chor (Luana Velis, Daniel Stock und Klaus Weiss) mahnen und warnen: Biedermann bleibt stur bis zum Inferno…

 

Ich habe die Inszenierung des Regisseurs Hasko Weber gesehen und kann die Eindrücke des WAZ-Autors nicht teilen. Das Stück hat ganz und gar nichts von einer Komödie, sondern erhält eher ungewollt eine traurige Aktualität. Nur passt diese weder zur politischen Lage in den USA noch der Türkei, sondern eher zur aktuellen Bedrohungslage in Deutschland und allgemein in Europa.

 

aus Max Frisch: „Biedermann und die Brandstifter“

„(S. 13-14) S C H M I T Z :   … Kein Aber, Herr Biedermann, kein Aber!

Wo führt das noch hin, wenn keiner mehr dem andern glaubt? Ich sag immer: Wo führt das noch hin, Kinder! jeder hält den andern für einen Brandstifter, nichts als Mißtrauen in der Welt… Sie sind der erste Mensch in dieser Stadt, der unsereinen nicht einfach wie einen Brandstifter behandelt – …

S C H M I T Z:           Oder hab ich nicht recht?…

Die meisten Leute heutzutage glauben nicht an Gott, sondern an die Feuerwehr.

BIEDERMANN:       Was wollen Sie damit sagen?

S C H M I T Z:           Die Wahrheit…

(S. 17) S C H M I T Z:           Menschlichkeit.

… Ich meine nur so: Daß Sie mich nicht einfach am Kragen packen, Herr Biedermann, um unsereinen einfach auf die Straße zu werfen – hinaus in den Regen! – sehen Sie, das ist’s, Herr Biedermann, was wir brauchen: Menschlichkeit…

BIEDERMANN:       Sie müssen jetzt nicht denken, Herr Schmitz, daß ich ein Unmensch sei –

S C H M I T Z :          Herr Biedermann!

BIEDERMANN:       Frau Knechtling nämlich behauptet das!

S C H M I T Z:           Wenn Sie ein Unmensch wären, Herr Biedermann, dann würden Sie mir heute nacht kein Obdach geben, das ist mal klar…

(S. 18) … BIEDERMANN:       Sie versprechen es mir aber: Sie sind aber wirklich kein Brandstifter?

Schmitz muß lachen…

(S. 20) Szene 2 … BIEDERMANN:  zum letzten Mal: Er ist kein Brandstifter.

S T I M M E:   Woher weißt du das?

BIEDERMANN:   Ich habe ihn ja selbst gefragt… Und überhaupt: Kann man eigentlich nichts anderes mehr denken in dieser Welt? Das ist ja zum Verrücktwerden, ihr mit euren Brandstiftern die ganze Zeit -…“

 

Wie reagieren die Bundesregierung und deutsche Sicherheitsbehörden auf die Terror-Ankündigungen des Islamischen Staates?

Sie lassen nach wie vor jeden, der „Asyl“ schreit, ins Land, unabhängig davon, ob dieser sich ausweisen kann oder nicht. Sie heißen alle Zuwanderer willkommen, auch diejenigen, die in den Flüchtlingsunterkünften Krawall machen, andere bedrohen oder sogar verletzten, Frauen beleidigen und erniedrigen und dabei dreist Forderungen stellen wie Eroberer. Gerade diejenigen, die keinen Asylgrund haben, aber schamlos unsere Menschlichkeit einfordern und uns ein schlechtes Gewissen einzureden versuchen, werden hofiert und man meint, sie uns gegenüber positiv stimmen zu müssen, in dem ihren Forderungen nachgegeben wird. Aus humanitären Gründen werden abgelehnte Asylbewerber, auch wenn sie unsere Sicherheit oder sogar unser Leben bedrohen, nicht abgeschoben. Die körperliche Unversehrtheit der „Brandstifter“ steht über dem Recht auf Leben der eigenen Bevölkerung.

Ist die Ursache etwa, wie im Drama „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch festgestellt, die kultivierte Gutmütigkeit in Verbindung mit der Angst wegen der ignorierten Vorahnungen, die es verhindert, dass das Unheil abgewendet werden kann?

Wie bei Biedermann wird „Menschlichkeit“ dort an den Tag gelegt, wo das eigene eingeredete oder mit Berechtigung vorhandene schlechte Gewissen beruhigt werden soll. Es wird eine „Nächstenliebe“ an den Tag gelegt, die gegenüber den eigenen Mitarbeitern oder den eigenen Armen in der Bevölkerung nicht praktiziert wird. Wie im Drama von Max Frisch machen sich die deutschen Gutmenschen unfreiwillig zu den Komplizen der „Gefährder“. In der gut bürgerlichen Gesellschaft ist definitiv die Wahrheit die beste Tarnung, da offen ausgesprochene böse Absichten gerne zum Scherz umdefiniert werden. Es ist die Verlogenheit einer politisch korrekt verbogenen Gesellschaft gegenüber sich selbst und der Realität, die das Unaussprechliche tatenlos geschehen lässt.

Die „Brandstifter“ werden aufgenommen, die Sicherheitsbehörden  begleiten sie, wie im Fall Anis Amri, ignorieren immer deutlicher werdende Ankündigungen und bewerteten selbst vollkommen eindeutig formulierte Absichten entgegen jeglicher Vernunft als harmlos. Die Strategie der erzwungenen Scheinharmonie hat noch nie funktioniert. Der natürliche Instinkt für Gefahren wird zerstört, wenn wir uns einreden lassen, dass ein bisschen Vertrauen doch notwendig sei, und dass man auch in Zeiten der permanenten Gefährdung nicht jeden, der sich danach verhält, gleich als potentiellen „Brandstifter“ verdächtigen sollte. Wer schaut sich heutzutage im Theater eine Aufführung vom „Biedermann und die Brandstifter“ an? Mehrheitlich ist es das Bildungsbürgertum, darunter die Entscheidungsträger im Bildungsbereich und auch in der Politik, diejenigen, die gesellschaftlich gesehen und wahrgenommen werden wollen. Wie viele dieser Zuschauer verstehen die Warnungen, die oft als versteckte Botschaft bei diesen Aufführungen vermittelt werden sollen? Die meisten hätten wie Biedermann gehandelt und wären dem unter ihren eigenen Augen vorbereiteten und ihnen durch die Brandstifter indirekt angekündigten Tod nicht entgangen. Das ist ein zeitloses Phänomen. Aber die Botschaft dieser Inszenierung, wenn es denn wirklich eine gegeben haben sollte, bestünde wohl eher in einer Warnung vor der wachsenden Gefahr von „Rechts“.  Diese soll nach offiziellen Einschätzungen angeblich besonders von frustrierten Maulhelden wie beispielsweise denen der Internet- Terrorvereinigung OSS („Oldschool Society“) ausgehen, deren mehrheitlich alkoholkranke „Führungsmitglieder“ kürzlich für ihre Gedankenverbrechen zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteil wurden. Solche Urteile gibt es nur in Deutschland oder in einer Diktatur: „Präventionsurteile“ zur Verhinderung von potentiellen Anschlägen fantasierender rechter „Brandstiftern“ gegen Flüchtlingsunterkünfte.

Was wird aus einem Volk, das seinen Selbsterhaltungstrieb verliert und es sich und seine Werte verhöhnen lässt? Wenn unsere eigene Justiz es gleichzeitig zulässt, dass Deutsche von Migranten straflos als „Köter-Rasse“ beschimpft werden dürfen, dann machen wir uns zum Gespött  unserer Feinde. Es ist nachvollziehbar, dass Erdogan den Deutschen keinerlei Respekt mehr entgegenbringt, wenn diese ihre Identität als aufgelöst erklären, als eins geworden mit den mehr oder weniger lang in Deutschland lebenden geschenkten Menschen. Der Hetzer aus dem Türkischen Elternbund Hamburgs jedenfalls scheint es genau zu wissen, wen er mit dem Volk der Deutschen meint, deren Lebensraum Gott seinem Wunsch nach zerstören möge. Soll etwa Allah im Gewande des IS diese Aufgabe übernehmen oder stattdessen alle durch den IS zum Mord an den Deutschen aufgerufenen hier lebenden Muslime?  „Volksverhetzung“ gegenüber  Flüchtlingen oder Migranten zählt hingegen in Deutschland, dem Land der „Köterrasse“,  zu den am härtesten bestraften „Meinungsverbrechen“, wobei jeder auch noch so andeutungsweise geäußerte „Generalverdacht“ bereits in diese Kategorie einsortiert wird.

 

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article162442610/Deutsche-duerfen-ungestraft-Koeterrasse-genannt-werden.html

Veröffentlicht am 28.02.2017 

Deutsche können in ihrer Gesamtheit, als Kollektiv also, nicht beleidigt werden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat ein entsprechendes Verfahren gegen den türkischen Elternrat eingestellt, wie nun bekannt wurde.

Das ehemalige Vorstandsmitglied des Türkischen Elternbunds Hamburg, Malik Karabulut, hatte die Deutschen pauschal in einem Facebook-Beitrag nach der Resolution des Deutschen Bundestagsim vergangenen Sommer zum Völkermord an den Armeniern auf türkisch als „Hundeclan“ beschimpft – andere Übersetzungen sprechen von „Köterrasse“.

Karabulut führte weiter aus: „Von ihren Händen fließt immer noch jüdisches Blut. Es hat bislang weltweit kaum ein zweites Volk gegeben, welches Menschen derart verachtet, massakriert und erniedrigt hat. Ihr nennt uns Bösewichte und wir schweigen.“ Und weiter: „Erhofft sich Türkei noch immer etwas Gutes von diesem Hundeclan? Erwarte nichts Türkei, übe Macht aus! Sie haben nur Schweinereien im Sinn. Möge Gott ihren Lebensraum zerstören.“ Später entschuldigte sich Karabulut für seine Wortwahl.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft sieht jedoch weder in einzelnen noch in sämtlichen Aussagen nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Die Begründung: „Es muss sich um eine Gruppe handeln, die sich durch irgendein festes äußeres oder inneres Unterscheidungsmerkmal als äußerlich erkennbare Einheit heraushebt.“ Für die Bezeichnung „Deutsche“ treffe das nicht zu, da diese sich nicht „als unterscheidbarer Teil der Gesamtheit der Bevölkerung abgrenzen lässt“. Und weiter: „Bei allen Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft handelt es sich um die Bevölkerungsmehrheit und daher nicht um einen Teil der Bevölkerung“. Weil es sich also nicht „um einen verhältnismäßig kleinen, hinsichtlich der Individualität seiner Mitglieder fassbaren Kreis von Menschen handelt“, könne das Kollektiv der Deutschen nicht beleidigt werden, heißt es in den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, die der „Welt“ vorliegen. Somit bleibt die Aussage straffrei und ist weiter erlaubt…

 

In diesem Zusammenhang wundert es auch nicht, dass die Terroropfer der „Köterrasse“ nicht betrauert werden dürfen. Die meisten Toten und Verletzten des Berliner Terroranschlags bleiben unbekannt, eine öffentliche Anteilnahme an ihrem Schicksal und ein Aufruf zur Unterstützung der Angehörigen hat es nur in Einzelfällen gegeben.

Was sind das für Politiker, die sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für einen in der Türkei inhaftierten kriminellen Journalisten mit deutscher und türkischer Staatsbürgerschaft einsetzen, der sich dadurch einen zweifelhaften Namen gemacht hat, dass er das zukünftige „Aussterben“ der Deutschen bejubelt hat?

 

http://www.taz.de/!5114887/

KOLUMNE VON

DENIZ YÜCEL

Kolumnist (ehem.)

Von Juli 2007 bis April 2015 bei der taz. Autor und Besonderer Redakteur für Aufgaben (Sonderprojekte, Seite Eins u.a.). Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik 2011. „Journalist des Jahres“ (Sonderpreis) 2014 mit „Hate Poetry“. Autor des Buches „Taksim ist überall“ (Edition Nautilus, 2014). Wechselte danach zur Tageszeitung Die Welt.

 

http://www.taz.de/!5114887/

4. 8. 2011

Kolumne Geburtenschwund

BERLIN taz | Endlich! Super! Wunderbar! Was im vergangenen Jahr noch als Gerücht die Runde machte, ist nun wissenschaftlich (so mit Zahlen und Daten) und amtlich (so mit Stempel und Siegel) erwiesen: Deutschland schafft sich ab!

Nur 16,5 Prozent der 81 Millionen Deutschen, so hat das Statistische Bundesamt ermittelt, sind unter 18 Jahre alt, nirgends in Europa ist der Anteil der Minderjährigen derart niedrig..

Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. Eine Nation, deren größter Beitrag zur Zivilisationsgeschichte der Menschheit darin besteht, dem absolut Bösen Namen und Gesicht verliehen und, wie Wolfgang Pohrt einmal schrieb, den Krieg zum Sachwalter und Vollstrecker der Menschlichkeit gemacht zu haben; eine Nation, die seit jeher mit grenzenlosem Selbstmitleid, penetranter Besserwisserei und ewiger schlechter Laune auffällt; eine Nation, die Dutzende Ausdrücke für das Wort „meckern“ kennt, für alles Erotische sich aber anderer Leute Wörter borgen muss, weil die eigene Sprache nur verklemmtes, grobes oder klinisches Vokabular zu bieten hat, diese freudlose Nation also kann gerne dahinscheiden.

Apropos Sprache: Die Liste jener deutschen Wörter, die sich nicht oder nur mit erheblichem Bedeutungsverlust in andere Sprachen übersetzen lassen, illustriert, was der Welt mit dem Ableben der Deutschen verlustig ginge: Blitzkrieg, Ding an sich, Feierabend, Gemütlichkeit, Gummibärchen, Hausmeister, Heimweh, Kindergarten, Kitsch, Kulturkampf, Lebensabschnittsgefährte, Nachhaltigkeit, Nestbeschmutzer, Ordnungsamt, Querdenker, Realpolitik, Schlager, Spaßvogel, Tiefsinn, Torschlusspanik, Vergangenheitsbewältigung, Volksgemeinschaft, Weltanschauung, Wirtschaftswunder, Zwieback.

Welcher Mensch von Vernunft, Stil und Humor wäre betrübt, wenn diese Wörter und mit ihnen die ihnen zugrunde liegenden Geisteshaltungen verschwinden? Eben…

 

Genau genommen hat Erdogan hier ganz in unserem Sinne gehandelt, als er den Deutschen- Hasser Deniz Yücel als mutmaßlichen Spion und PKK-Unterstützer aus dem Verkehr gezogen hat. Alles wird gut…

 

https://www.welt.de/politik/ausland/article162516852/Zeitung-macht-Deniz-Yuecel-zum-PKK-Auftragsmoerder.html

Veröffentlicht am 02.03.2017 

… Das Blatt schreibt, das türkische Presseamt habe 54 Artikel Yücels seit dem Juni 2016 ausgewertet. Die Behörde sei zu dem Ergebnis gekommen, dass er „Propaganda“ für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK betreibe. Er sei zudem für die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen eingetreten, die Erdogan für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich macht. In seinen „Lügenberichten“ habe Yücel „seinen Hass gegen die Türkei erbrochen“.

„Star“ verwendet auf Seite 13 ein Foto, das nach Angaben der Zeitung einen Auftritt Yücels bei einer PKK-Veranstaltung in Deutschland zeigen soll. Dabei handelt es sich aber um eine Aufführung von „Hate Poetry“, auf der deutsche Journalisten mit Migrationshintergrund rassistische Hetzbriefe vorlesen, die sie erhalten.

Gegen Yücel wurde am Montag in Istanbul Untersuchungshaft verhängt. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen…

 

Für Terrorpropaganda  und für allerdings ausschließlich rechtsextreme Volksverhetzung wird man in Deutschland auch jahrelang weggesperrt. Von Presse- und Meinungsfreiheit spricht dabei niemand mehr…

aus einer Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz von 2010

 

https://www.welt.de/politik/ausland/article163092757/Zustand-der-Einzelhaft-ist-fast-schon-Folter.html

23.03.2017

Seit knapp einem Monat sitzt der Türkei-Korrespondent der „Welt“, Deniz Yücel, in Einzelhaft…

Die Einzelhaft macht dem Journalisten sehr zu schaffen. Für ihn sei das eine quälende Situation, berichtete die Schwester. Bei ihrem Besuch habe Deniz Yücel gesagt, „dass der Zustand der Einzelhaft schon fast Folter ist“…

Fast eine Stunde habe sie mit ihrem Bruder sprechen können. Aber: „Wir durften uns nicht umarmen, hatten eine Glasscheibe zwischen uns und einen Telefonhörer, durch den wir gesprochen haben“, erzählt Ilkay Yücel…

Steinmeier: „Lasst Deniz Yücel endlich frei!“

Die Details der Haftbedingungen beschäftigen mittlerweile auch höchste Regierungsebenen. „Mit jedem Tag Haft von Deniz Yücel wird das Unrecht größer, seine Einzelhaft im Gefängnis ist völlig unangemessen“, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) der „Welt“. „Wir werden nicht nachlassen, uns mit allem Nachdruck für seine Freilassung und bessere Haftbedingungen einzusetzen.“…

 

In deutschen Gefängnissen wird jeder politische Gefangene genauso wie in der Türkei der Folter Einzelhaft unterzogen, und darf ebenfalls nur durch eine Glasscheibe mit Verwandten sprechen. Aber Folter in deutschen Haftanstalten ist selbstverständlich niemals unangemessen, auch nicht, wenn sie über Jahre hinweg angeordnet wird. Wir leben schließlich in einem vorbildlichen Rechtsstaat…

 

Die Unbeirrbare

Der Weg durch den Wald, die Einsamkeit, die Stille,

das Gefühl der Angst, der Bedrohung,

eine innere Stimme, die  sagt: „Dreh dich um, renn um dein Leben!“

Sie hat davon gelesen, so oft, die Bedrohung kommen sehen,

im Fernsehen, bei anderen,

sie hat sich gefragt: „Warum dreht die Person sich nicht um, jetzt,

bevor es zu spät ist, warum ahnt sie nichts?“

Ein Nein zu Paranoia und Misstrauen, zur Spaltung der Gesellschaft!  

Wir müssen wieder lernen zu Vertrauen, in Zeiten der Unruhe,

nicht hinter jedem Baum den Mörder wittern,

wir sind ein sicheres Land!

Die Unruhe bleibt, doch die Standhaftigkeit siegt.

Sie schaut nach vorne, geht ihren Weg,

unbeirrt, im Glauben an das Gute.

Sie spürt den Windzug, denkt „alles wird gut“,

bis sich die Hände um ihren Hals legen,

das Bewusstsein schwindet, und die Kälte siegt.

Und alles wurde gut…

Gut für wen?

 

Der IS setzt im Nahen Osten die Waffe der Vergewaltigung bereits seit ein paar Jahren systematisch ein. Wann werden die IS-Sympathisanten diese „Terror-Variante“ für Deutschland entdecken? Allzu lange hat es schließlich nicht gedauert, bis sie bemerkt haben, dass der Bombenbau viel zu aufwendig und entdeckungsgefährdet ist. Ich habe mich schon seit Jahren gefragt, warum sie nicht einfach mit einem Auto in eine Menschenmenge fahren oder ein Messer verwenden, wenn sie im Nahkampf geschult sind. Diese Art von Anschlägen funktioniert ganz ohne Planung, kann genauso viele Menschen töten  und ist nicht vorhersehbar und damit kaum zu verhindern.

 

http://www.sueddeutsche.de/politik/terrormiliz-islamischer-staat-grausame-regeln-fuer-den-krieg-gegen-die-frauen-1.2271533

  1. Dezember 2014

Von Ronen Steinke

Vergewaltigung wird systematisch als Waffe eingesetzt, auf allen Kontinenten und in allen Konflikten – als Machtmittel und mit dem Willen, politische Gegner oder ganze ethnische Gruppen zu demütigen. Die Kämpfer des Islamischen Staats (IS) sollen beim Vergewaltigen ein ruhiges Gewissen haben: Dies zu erreichen, bemüht sich derzeit die Führungsspitze der Terrormiliz, wie ein Dokument zeigt, das seit kurzem als Flugschrift in Syrien und dem Irak zirkuliert. „Fragen und Antworten zum Umgang mit Gefangenen und Sklaven“ heißt das Pamphlet. Es wurde jetzt auch übeTwitter verbreitet, von einem dem IS nahestehenden Account aus…

 

Das Phänomen der sexuellen Übergriffe durch Flüchtlinge aus frauenfeindlichen Motiven ist seit der Silvesternacht 2015/2016 in Köln nicht mehr gänzlich weg zu diskutieren. Doch was sind die Folgen? Die Schuldigen wurden nicht bei den Tätern, sondern bei der Polizei gesucht. Kaum ein identifizierter Angreifer der Silvesternacht ist tatsächlich verurteilt worden, und wenn dann meist zur Bewährung. Die bloße Teilnahme an Massenübergriffen auf Frauen scheint in Deutschland nicht strafbar zu sein. Die Täter machen sich lustig über unsere Justiz, die die Opfer verhöhnt. Ist ja bloß die Köterrasse, und die beteiligten Flüchtlinge werden weiter bei uns durchgefüttert. Eine Rückführung würde schließlich gegen unsere Grundprinzipien der Humanität verstoßen, und die gelten immer nur für die anderen.

Auch von den chinesischen Opfern oder dem Tatmotiv der beiden Sexualdelikte, die im Herbst 2016  in Bochum durch einen irakischen Flüchtling begangen wurden, hört man nichts mehr. In China wurden Reisewarnungen ausgegeben, so dass auch bei uns berichtet werden musste, so kurz und so knapp wie eben möglich.

 

http://www.stern.de/panorama/stern-crime/bochum–31-jaehriger-soll-fuer-zwei-sexualdelikte-verantwortlich-sein-7228102.html

  1. Dezember 201617:49 Uhr

Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann berichtet: Der Mann stammt aus dem Irak. Im Dezember 2015 kommt er als Asylbewerber mit seiner Familie nach Deutschland. Seine Familie, das sind seine Frau und zwei Kinder. Festgenommen wird der 31-Jährige in einer Flüchtlingsunterkunft etwa anderthalb Kilometer von den beiden Tatorten entfernt. Der Festgenommene bestreite, es gewesen zu sein, sagt Bachmann…

Die beiden Opfer sind nach Worten Wefelscheidts „sehr gefasst“. „Die müssen das jetzt verarbeiten.“ Ob es für die Taten eine Rolle spielt, dass beide Opfer Chinesinnen waren, weiß die Polizei noch nicht. Dem mutmaßlichen Täter werfen die Ermittler unter anderem versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, Vergewaltigung und Raub vor…

 

Fast vergessen ist mittlerweile auch der Fall der von einem afghanischen Flüchtling ermordeten Studentin Maria L. Der Mann hatte sich, wie viele der ohne Papiere eingereisten Asylsuchenden, für deutlich jünger ausgegeben, um in den Genuss einer Betreuung durch das Jugendamt zu gelangen. Die sympathische junge Frau war zum Opfer prädestiniert, „Willkommensmensch“ durch und durch, ohne den Hauch von Misstrauen gegenüber Menschen, die unsere Lebensweise ablehnen. Alle sind gut…

 

http://www.focus.de/panorama/welt/mordfall-maria-l-in-freiburg-gutachten-beweist-mordverdaechtiger-hussein-k-ist-doch-kein-jugendlicher_id_6686962.html

Mittwoch, 22.02.2017, 13:03

Hussein K. soll im Oktober 2016 die 19 Jahre alte Studentin Maria L. in Freiburg vergewaltigt und ermordet haben. Nach wochenlangen Ermittlungen war er Anfang Dezember festgenommen worden. Von ihm wurden DNA-Spuren am Tatort gefunden.

Den Ermittlern gegenüber gab Hussein K. an, 17 Jahre alt zu sein und aus Afghanistan zu stammen. Daran gab es von Anfang an Zweifel. Das Gutachten der Rechtsmediziner der Freiburger Universität lege nun nahe, „dass der Beschuldigte zur Tatzeit bereits Erwachsener (mindestens 22 Jahre) war“, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. „…

Da er 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen war, hatte der Fall eine große Debatte um die deutsche Flüchtlingspolitik ausgelöst. Auch, weil herauskam, dass Hussein K. wegen einer schweren Straftat an einer Frau in Griechenland 2013 bereits verurteilt wurde.

Er soll die Frau Medienberichten zufolge überfallen und eine Steilküste hinabgeworfen haben. Das Opfer überlebte schwer verletzt. Hussein K. war unter Auflagen entlassen worden und 2015 ohne Papiere als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er beantragte Asyl und lebte in Freiburg bei einer Pflegefamilie.

 

Wie viele „Einzelfälle“ braucht es, um Intuition und Realitätssinn beim angepassten Bürgertum wieder zu erwecken?

Es muss darum gehen, unseren erklärten Feinden nicht mehr grenzenloses Vertrauen entgegenzubringen, in der Hoffnung, dass unsere „Freundschaft“ ihre Feindschaft bezwingen möge. Eine Gruppe, die sich ablehnend und bedrohlich verhält, wird nicht friedlich, wenn man sie in seine Arme zu schließen versucht. Diese Menschen verlieren nur jeglichen Respekt und fühlen sich zutiefst im Recht, solch eine ehrlose feige „Köterrasse“ weiter zu bekämpfen. Und wir werden auch nicht unseren „Freunden“ unter den Flüchtlingen gerecht, die vor unseren gemeinsamen Feinden geflohen sind und sich nun besorgt  fragen, in welchem „Rechtsstaat“ sie hier gelandet sind. Diese Zuwanderer sind schon mal verwundert über den alle Grenzen überschreitenden Umgangston gegenüber deutschen Patrioten, der in diesem Lande zunehmend salonfähig wird, und über die deutsche Variante der „Meinungsfreiheit“, die nur für die politisch korrekten Meinungen gilt. Sie werden in den Asylunterkünften nicht beschützt vor den Feinden von Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie. In vielen Köpfen existiert noch das Bild von Deutschland als einem Land der Dichter und Denker, das stolz auf seine Wissenschaft, Wirtschaft und sein soziales Sicherungssystem sein kann.

Ein Land, in dem Nationalstolz verurteilt und Selbsthass zelebriert wird, kann keine anderen Kulturen integrieren. Wie soll sich ein Zuwanderer jemals mit Deutschland als seiner neuen Heimat identifizieren, wenn dies die Heimat eines Volkes ist, dessen „Elite“ entschieden hat, das eigene Volk ehrlos stellen zu lassen. Ehre wem Ehre gebührt!

 

Gibt es eine echte Gefahr durch Terrorismus von Rechts?

Es ist nicht auszuschließen, dass die politisch Verantwortlichen, die weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften sowie die Gerichte durch ihr Handeln Rechtsterroristen genauso erfolgreich „züchten“ werden wie in den letzten Jahren die islamistischen Terroristen. Die ersten islamistischen Terrorgruppen wie die Sauerlandgruppe aus dem Jahre 2007 waren von Geheimdiensten gesteuert, genauso wie die ersten aktiven Internet-Propagandisten, die teilweise zu recht hohen Haftstrafen verurteilt wurden, selbstverständlich mit Ausnahme der eingesetzten V-Leute.

 

http://www.swr.de/blog/terrorismus/2011/04/13/verschwieg-der-gba-den-senior-member/

03.04.2011, von Holger Schmidt

Mit einem Paukenschlag begann heute der zweite Tag im Münchener GIMF-Verfahren. Wird es der vorerst letzte Verhandlungstag sein? Ja, wenn es nach Rechtsanwalt Mutlu Günal (Jonas T.) geht. Er stellte soeben mehrere Anträge – darunter auch, das Verfahren vorerst auszusetzen. Der Sachverhalt ist relativ kompliziert. Doch wenn er sich so bestätigt, wie Günal unterstellt, dann ist es ein regelrechter Skandal: Der mutmassliche zweite Chef der deutschen GIMF soll V-Mann des Verfassungsschutzes gewesen sein – und zwar schon während seiner aktiven GIMF-Zeit. Damit wäre er mindestens ein agent provocateur“. Und das Verfahren hätte ein gewichtiges Problem.

Kurz zur Erinnerung: Die deutsche Sektion der GIMF wurde aus Wien von Mohammed Mahmoud betrieben. Nach dessen Festnahme übernahm Irfan P. aus Berlin die Leitung der Gruppe, wurde “senior member” im Forum. In den Ermittlungen tauchte der 21jährige immer wieder auf – nur unter den Angeklagten ist er nicht zu finden. Denn sein Verfahren wurde in der Zwischenzeit eingestellt – weil seine Straftaten gegenüber einer Jugendstrafe von 16 Monaten auf Bewährung nicht ins Gewicht falle…

Rechtsanwalt Mutlu Günal sieht die Sache anders. Er unterstellt, dass Irfan P. aus ganz anderen Gründen mit einem blauen Auge aus dem GIMF-Verfahren kam: Er sei für das Bundesamt für Verfassungsschutz in der GIMF gewesen und habe die Arbeit der Gruppe geradezu angeschoben, erklärte der Bonner Anwalt in seinem Antrag. 

Günal hat dazu exklusive Informationen: Als Verteidiger von Filiz Gelowicz im Verfahren gegen “Deutsche Taliban Mujahidin” (DTM) vor dem Berliner Kammergericht begegnete ihm Irfan P. in den Akten: Er ist V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz, bekommt “monatlich 2.000 bis 2.500 Euro und Extras wie eine Bahncard 50 für die zweite Klasse” erklärte Günal in seinem Antrag…

 

http://www.swr.de/blog/terrorismus/2011/12/06/gimf-3-jahre-und-6-monate-haft-fur-bremer-renee-marc-s/

06.12.2011, von Holger Schmidt

Es war ein hartes Urteil mit Ansage: Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München unter dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl folgte heute dem Antrag des Generalbundesanwalts und verurteilte den Bremer Renee Marc S. zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft. Es ist das letzte Urteil im “GIMF-Verfahren” um die zweite Generation der deutschen Sektion der “Globalen Islamischen Medienfront”….

Der Strafverteidiger von S., der Bremer Anwalt Rainer B. Ahues, bemängelte nach dem Urteil die Verstrickung der Nachrichtendienste in den Fall, berichtet Oliver Bendixen. So arbeitete die GIMF eine Zeit lang mit einem Server, der ihr unter Vermittlung der amerikansichen Bundespolizei FBI von einer privaten Counter-Terrorism-Beratungsfirma zur Verfügung gestellt wurde….

 

War es die Firma IntelCenter, die ihre Dienste allen Sicherheitsbehörden der NATO-Länder anbietet?

 

https://intelcenter.com/aboutus.html#gs.ItPFGWI

… IntelCenter is a privately owned company established in 1989. It has been providing counterterrorism intelligence services for more than 20 years to the intelligence, military and law enforcement communities in the US and around the world…

Work is performed on a 24/7 basis out of our secure Operations Center which maintains multiple redundancies for Internet connections, electricity, cooling, etc. in order to maintain continuity of operations in the event of natural disasters, terrorist acts and other technical difficulties…

 

Der staatlicherseits angestoßene und dann glorreich verhinderte „Terror“ wurde benötigt, um politisch strittige Entscheidungen wie die Beteiligung an den Angriffskriegen im Nahen Osten im Rahmen der NATO zu rechtfertigen und um die Gesetze zur erweiterten Überwachung, zur Bestrafung von Gedankenverbrechen und von Vorbereitungshandlungen für Terroranschläge durchzusetzen. Die Produktion von nicht erfolgreichen Terror-Versuchen hatte ihren Zweck erfüllt, schuf jedoch gleichzeitig eine echte Bedrohung. Mit dem Beginn der deutschen Beteiligung an den Kriegseinsätzen gegen den Islamischen Staat in Syrien erklärte uns der IS zum Feind und forderte alle Muslime auf, auch in Deutschland die „Ungläubigen“ zu töten.Leider scheinen unsere Behörden nur den Terror verhindern zu können, den sie unterstützend begleitet haben. Angesprochen vom Tötungsaufruf des IS fühlen sich bei uns nicht nur die Islamisten unter den Zuwanderern. Auch einigen der durch den deutschen Staat gezielt in die politische Kriminalität getriebenen Islamisten wird inzwischen aufgegangen sein, was für ein dreckiges Spiel da mit ihnen gespielt wurde. Diese Opfer staatlichen Kalküls werden die Salafisten-Szene darin bestärkt haben, den Terror des IS zu befürworten und zu unterstützen.

Noch im Jahr 2012 wurde in NRW der Salafismus als Phänomen zwischen Religion und Extremismus angesiedelt, deren Propaganda lediglich unserem Demokratieverständnis entgegen stünde. Ernsthafte Sorgen machte sich scheinbar niemand.

Thomas Eiskirch – damals Vorsitzender der SPD Bochum – auf der Diskussionsveranstaltung: “Salafismus in NRW – Zwischen Religion und Extremismus”24. Oktober 2012 

 

http://www.spd-bochum.de/event/diskussionsveranstaltung-salafismus-in-nrw-zwischen-religion-und-extremismus/

Diskussionsgegenstand:

„Durch was zeichnet sich der Salafismus aus und welche salafistischen Aktivitäten gibt es in Nordrhein-Westfalen? Auf welchen Wegen wird die salafistische Propaganda verbreitet und was können geeignete Maßnahmen gegen diese extremistischen Botschaften sein?

Mit der Veranstaltung wollen wir auch ein klares Zeichen gegen extremistisches Gedankengut, das unserem Demokratieverständnis entgegensteht, setzen.

 

Burkhard Freier, Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes vor seinem „Impulsreferat“ 

 

Bei den bislang durch Rechtsextremisten verübten oder „geplanten“ Anschlägen gegen Flüchtlingsunterkünfte scheint das Modell der staatlich unterstützten Hinwendung zur „Terror“-Planung wieder Anwendung gefunden zu haben. Sowohl die OSS als auch die zurzeit vor Gericht stehende Gruppe Freital waren staatlich unterwandert und wurden wahrscheinlich in Teilen erst durch die gezielte Beeinflussung zu ihren Straftaten oder deren Planung ermuntert, aufbauend auf der politischen Gesinnung der Gruppen-Mitglieder und dem bereits vorhandenen Hass auf Asylbewerber.

 

http://www.mdr.de/sachsen/sondersitzung-des-verfassungs-und-rechtsausschusses-zu-gruppe-freital-100.html

… Der sächsische Verfassungsschutz hatte Kontakt zur mutmaßlich rechtsterroristischen „Gruppe Freital“. Das bestätigten mehrere Landtagsabgeordnete MDR SACHSEN nach einer Sondersitzung des Rechtsausschusses. Die Staatsregierung hatte in der Sitzung einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zurückgewiesen, nach dem ein Informant des Verfassungsschutzes in die mutmaßliche Terrorgruppe involviert war. Dass es einen Kontakt gab, sei jedoch ein „eingeräumter Fakt“, so Linken-Sprecher Klaus Bartl, der dem Ausschuss vorsitzt…

Erst jetzt sei klargeworden, dass der mutmaßliche Zeuge zweimal bei der Polizei ausgesagt hat: einmal acht Tage und einmal vier Tage vor dem letzten Anschlag der Gruppe…
Lippmann betonte, mit diesen Informationen hätte der letzte Anschlag verhindert werden können. SPD-Mann Albrecht Pallas kam zum entgegengesetzten Schluss. Es habe keine Hinweise gegeben, dass den Strafverfolgungsbehörden früh genug ausreichende Hinweise vorlagen. Bei dem Anschlag am 1. November 2015 soll die Gruppe Sprengsätze gegen eine Asylbewerberunterkunft in Freital eingesetzt haben. Bei den Explosionen erlitt ein Bewohner Schnittwunden im Gesicht.,,

Nach Angaben Bartls ist nach der aktuellen Sondersitzung auch sicher, dass die Polizei den Zeugen mit dem Verfassungsschutz zusammenbrachte. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten ihm vorher Vertraulichkeit zugesichert. Als im Juli 2016 bekannt wurde, dass der Zeuge ein mutmaßlicher Mittäter ist, hob die Bundesanwaltschaft die Vertraulichkeit wieder auf.

Die Regierung beharrt trotz der bekannt gewordenen zweiten Aussage darauf, das der Zeuge weder Informant noch V-Mann des Verfassungsschutzes war. Lippmann teilte mit, der Ausschuss könne den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht überprüfen

Mitglieder der „Gruppe Freital“ werden beschuldigt, eine rechtsterroristische Vereinigung gebildet und mehrere Sprengstoffanschläge vor allem gegen Flüchtlingsunterkünfte verübt zu haben. Sieben Männer und eine Frau sollen sich vor Gericht unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. Die Ermittlungen führte der Generalbundesanwalt.

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2016, 06:19 Uhr

 

Festung der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe: „Hier sind Sie sicher!“

 

http://www.deutschlandfunk.de/anklage-wegen-terrorismus-prozessauftakt-gegen-die-gruppe.724.de.html?dram:article_id=380619

06.03.2017

„Die Vorwürfe, dass es möglicherweise einen V-Mann in der Gruppe Freital gegeben hat, oder zumindest einen Informationszuträger, werden vonseiten der Staatsregierung nach wie vor als unhaltbar zurückgewiesen. Es ist wohl offensichtlich so gewesen, dass eine Person sich im Oktober 2015 an die Polizei gewandt hat, mit Informationen, unter anderem damals auch Chatprotokolle zur Vorbereitung von Straftaten vorgelegt hat und der Verfassungsschutz wohl das Ziel hat, die Informationen abzuschöpfen beziehungsweise derjenige direkt an den Verfassungsschutz verwiesen wurde, allerdings wohl relativ schnell die Lust daran verloren hat, in Kontakt zu treten.“

Die Zusammenarbeit schien den Verfassungsschützern wohl wenig ergiebig. Zudem war der Mann im Sommer 2016 verurteilt worden. Der Grund: Zusammen mit dem nun als Rädelsführer angeklagten Timo S. hatte er sich an einer Auto-Verfolgungsjagd beteiligt. Im Anschluss an eine Demonstration in Freital hatten sie Flüchtlings-Unterstützer in ihren Autos verfolgt und genötigt… 

Nach wie vor steht zudem der Verdacht im Raum, sächsische Polizisten könnten den mutmaßlichen Terroristen Informationen weitergegeben haben. Einer der Verdächtigen habe nach seiner Verhaftung ausgesagt, die Gruppe sei von einem Beamten über bevorstehende Einsätze informiert worden, berichtet die Zeit. Dabei soll auch der Name des Tippgebers gefallen sein… 

Zwischenzeitlich liefen Verfahren gegen drei Beamte, mittlerweile sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden zwei davon eingestellt…

Im Prozess wird es darum gehen, die mögliche Schuld der einzelnen Täter festzustellen. Dass Straftaten begangen wurde, haben unterschiedliche Verteidiger eingeräumt. Sie bestreiten aber die Tötungsabsicht…

 

Ziel der medialen und juristischen Überbewertung der bislang erfolgten flüchtlingsfeindlichen „Anschläge“ ist es wohl, jegliche Kritiker an der Asylpolitik verstummen zu lassen und auch friedlichen Protest im Keim zu ersticken. Hierzu wird unterstützend der „Anti-Hass-Paragraph“ der erweiterten Volksverhetzung instrumentalisiert. Menschen, denen ihre Meinungen verboten werden, die kriminalisiert werden für den verbalen Ausdruck ihres Frust, deren bürgerliche  Existenz teilweise völlig zerstört wird, selbst wenn niemand zu Schaden gekommen ist oder deren Vergehen zig fach härter bestraft werden als jegliche vergleichbare Straftaten von Asylbewerbern, solche Menschen sind wie inhaftierte Migranten ohne Zukunftsperspektiven tickende Zeitbomben. Wer wegen einer Überreaktion von Seiten des Staates alles verloren hat, der könnte auch auf die Idee kommen, das in seinen Augen wertlos gewordene Leben im Kampf für das Vaterland zu opfern. Zu Feinden werden hierbei schnell alle erklärt, die wie Migranten aussehen – und das wäre dann tatsächlich eine Gefahr für die Sicherheit und den sozialen Frieden in unserem Land. Solche Rechtsterroristen könnten wohlmöglich ähnlich wie der IS agieren, spontane Attentate mit Messern, Äxten und Fahrzeugen aller Art begehen, anstatt ihr Gedankengut öffentlich im Internet zu präsentieren oder mit uneffektiven „Polenböllern“ Flüchtlingsunterkünfte zu bewerfen.  Anschläge mit einfachen jederzeit vorhandenen Mitteln erfordern keine außergewöhnlichen Fähigkeiten oder Vorbereitungen, nur ganz viel Hass und Ohnmacht, eine feste Entschlossenheit,  Mut oder den ausreichenden Konsum von Alkohol oder den passenden Drogen. Dann wären wir von einem Bürgerkrieg nicht mehr allzu weit entfernt.

… Und zwischen den Fronten stünde der „Biedermann“, die Arme besänftigend ausgebreitet, das künstliche Lächeln zu einem irren Grinsen entstellt, in der Hoffnung „Alles wird gut!“  – bevor er zu Boden geht, das ungläubige Erstaunen eingefroren im Übergang zur Ewigkeit.

 

Möge das Schicksal uns bestimmen,

dass wir Gegner und Feinde voneinander zu unterscheiden lernen,

die Gegner respektieren,

aber die Feinde bekämpfen!

 

Der IS und die Terrorstrategie der Fake-Anschlagsdrohungen – ein Auftrag mit Bombenbauanleitung via Internet

 

Wieder einmal wurde vom Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum GTAZ und unseren glorreichen Sicherheitsbehörden ein Anschlag verhindert, der niemals stattgefunden hätte. Wenn es nicht gleichzeitig echte Terroranschläge in Deutschland gäbe, könnte man dieses Panikszenario vielleicht als Lachnummer abhaken. Der IS erteilt per Internet-Chat einen Anschlagsauftrag und schickt die Bombenbauanleitung gleich mit. Wer soll das bitte glauben? Ein Einkaufszentrum muss enorme Umsatzeinbußen hinnehmen, wozu?

 

Ich mag Schweine. Hunde schauen zu uns auf, Katzen auf uns herab. Schweine begegnen uns auf Augenhöhe.

Winston Churchill

 

Wer beim IS das Bombenbauen gelernt hat benötigt keine Anleitung mehr. Diese Leute haben die Schritte im Kopf und die notwendige Geschicklichkeit in den Händen – denn sie verfügen über ausreichende Konstruktionserfahrung. Außerdem wissen sie, wie man prinzipiell an die Chemikalien kommt und haben diese wohlmöglich bereits aus dem Ausland per Kofferraum importiert. Solche Terroristen könnten ihre Rucksäcke wie die TATP-Köche in Belgien und Frankreich unerkannt präparieren. Für Laien wird das so schnell und ohne aufzufallen nicht machbar sei – Gefahr gleich Null.

Es sieht so aus, als ob der  IS eine neue Strategie der psychologischen Kriegsführung entwickelt hat. Durch Fake-Aufträge lässt sich Angst in Deutschland erzeugen und es kann – wie man sieht – mit ganz einfachen Methoden ein wirtschaftlicher als auch ein ideeller Schaden produziert werden. Es genügt ein Chat aus Syrien, völlig ohne Risiko für den „Auftraggeber“. Auch die Empfänger des Auftrags riskieren überhaupt nichts. Sie können ja rein juristisch betrachtet nichts dafür, vom IS ausgewählt worden zu sein, auch wenn sie diesen ganz eindeutig unterstützen. Das Unmögliche, also den  innerhalb von kürzester Zeit produzierten Sprengstoff, wird man bei ihnen nicht finden. Da eine Mitgliedschaft im IS bei in Deutschland weilenden Gefährdern der Islamisten-Szene meist verneint wird hat der „Rechtsstaat“ erwartungsgemäß keine Handhabe und muss die in die Anschlagsdrohung involvierten mutmaßlichen Empfänger des Auftrags wieder laufen lassen. Und das Spielchen kann von neuem beginnen.

Die angekündigten Toten produziert der IS währenddessen per Axt, Messer und LKW, oder, falls vorhanden, mit Hilfe von Schusswaffen, selbstverständlich ohne Auftrag per Internet. So erzeugt der Islamische Staat gleichzeitig Angst und Terror-Tote, die zwar von den deutschen Behörden zu Amokopfern erklärt werden können, aber tot ist nun mal tot.

Wie es aussieht können die deutschen Sicherheitsbehörden den Terrorstrategen des IS, ehemalig irakischer Geheimdienst unter Saddam, nicht das Wasser reichen.

 

 

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/terroranschlag/terror-alarm-in-ruhr-50804442.bild.html

11.03.2017 – 17:45 Uhr

Essen/Oberhausen – Nach den konkreten Hinweisen auf einen geplanten Anschlag auf ein großes Einkaufszentrum in Essen gilt es für die Verfassungsschutzbehörden mittlerweile als sicher, dass die Terrormiliz ISIS hinter den Attentatsplänen steckt.

Nach BILD-Informationen hat ein deutscher Kämpfer des Islamischen Staates aus Syrien einen Terrorauftrag für das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen erteilt.

Ein Essener Einkaufszentrum wurde wegen Hinweisen auf einen Terror-Anschlag abgeriegelt! Spezialkräfte sind im Einsatz.

Der Mann soll aus Oberhausen stammen. Der bekannte Islamist soll im Auftrag der ISIS-Führung per Messenger-Chat mehrere Personen im Ruhrgebiet mit dem Anschlag beauftragt haben, der am Samstagnachmittag stattfinden sollte. Der Verfassungsschutz erlangte diese Informationen offenbar über Geheimdienste.

Wegen der Brisanz fand bereits im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum in Berlin eine Krisensitzung statt, auch das Bundesinnenministerium sowie das Bundeskriminalamt sind eingeschaltet und werden permanent über die Entwicklungen im Ruhrgebiet unterrichtet, da die Drohung sehr ernst genommen wird.

 

Das Einkaufszentrum am Limbecker Platz ist mit 70 000 Quadratmetern Verkaufsfläche eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren DeutschlandsFoto: THILO SCHMUELGEN / Reuters

 

Der ISIS-Terrorist soll neben dem Anschlagsauftrag auch gleich Anleitungen zum Bombenbau per Internet-Messenger an die potentiellen Attentäter mitgeliefert haben. Vermutlich sollten die von den Islamisten selbstgebauten Bomben versteckt in Rucksäcken an verschiedenen Stellen im Essener Einkaufszentrum von den Selbstmordattentätern zur Explosion gebracht werden.

Am Samstagnachmittag konnten Spezialeinsatzkommandos der Polizei zwei Männer in Oberhausen festnehmen. Sie gehören offenbar zum Umfeld des deutschen ISIS-Kämpfers in Syrien, möglicherweise hatten sie in letzter Zeit Kontakt zu ihm. Einer der Verdächtigen wurde in einem Oberhausener Internet-Café festgesetzt. Mit wem er dort gerade chattete, versuchen die Fahnder nun mit Hochdruck zu ermitteln.

 

Wann soll der Auftrag denn erteilt worden sein, drei Tage oder drei Wochen vor dem angekündigten Termin? Darüber informieren uns die Sicherheitsbehörden sicherheitshalber erst gar nicht.

Die beiden zunächst festgenommenen Verdächtigen wurden erwartungsgemäß und meiner Prognose entsprechend noch am Samstag bzw. am Sonntag wieder frei gelassen.

 

http://www.sueddeutsche.de/panorama/terrorismus-in-deutschland-zweiter-verdaechtiger-nach-terroralarm-in-essen-wieder-frei-1.3417057

  1. März 2017, 11:01 Uhr

… Auch der zweite im Zusammenhang mit dem Anschlagsalarm in Essen festgenommene Verdächtige befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Mann sei am Sonntag im Tagesverlauf aus dem Gewahrsam entlassen worden, weil keine Haftgründe vorgelegen hätten, sagte ein Sprecher der Essener Polizei am Montag: „Das heißt aber nicht, dass die Ermittlungen damit abgeschlossen sind.“

Nach Hinweisen auf einen geplanten Anschlag war das Einkaufszentrum Limbecker Platz in der Essener Innenstadt am Samstag abgeriegelt worden. Kurz danach wurden zwei Männer in Oberhausen vorläufig festgenommen. Beide sollen der radikalislamischen Szene angehören. Einer der Männer wurde bereits am späten Samstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, dass es in dem Essener Fall eine Verbindung zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat gebe. Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass es in dem Einkaufszentrum „einen konkreten Anschlag hätte geben können“. Laut dem nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) gab es zunächst keinen Hinweis, dass mit der Umsetzung oder den Vorbereitungen für einen Anschlag bereits „konkret“ begonnen wurde. Die Sicherheitsbehörden hätten die Hinweise auf einen geplanten Anschlag „ernst genommen und sehr umsichtig, konsequent und frühzeitig reagiert“, lobte Jäger…

 

Wenn noch keiner der islamistischen Leser der Bombenbau-Anleitungen mit der Umsetzung begonnen hat, wieso hat dann bereits ein Termin fest gestanden, der auch noch, für Geheimdienste lesbar, per Internet diktiert wurde?

Eine durchdachte Reaktion der Sicherheitsbehörden hätte niemals zur Schließung des Einkaufszentrums und zur Veröffentlichung der angeblichen Bedrohungslage führen dürfen. Es hätte ähnlich wird bei Amok-Drohungen in Schulen verfahren werden müssen, die als nicht umsetzbar oder unwahrscheinlich erscheinen. Eltern und Schüler werden nur dann informiert, wenn eine tatsächliche Bedrohung zumindest im Rahmen der Erwägung liegt. Der Unterricht findet trotzdem statt, entweder völlig normal oder – wenn informiert wurde – stellt man den Eltern frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. So werden keine Nachahmer motiviert, und die Angstmache verläuft am ehesten ohne nachhaltigen Erfolg.

Da der Islamische Staat mit seiner Strategie auf keinerlei geeignete Gegenmaßnahmen stößt, werden weitere Ereignisse derselben Art folgen. Vor der eigentlichen Gefahr können wir nicht geschützt werden, das ist jedem Mitarbeiter einer Sicherheitsbehörde völlig klar. Jederzeit kann es zu tödlichen Angriffe mit Äxten und Messern in den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen oder zu Attacken mit Fahrzeugen, überall im öffentlichen Raum.

Welche Strategie verfolgen Regierung und Sicherheitsbehörden?

Es sieht so aus, als wolle man seine geheimdienstlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, in dem man Scheinerfolge bei dem Kampf gegen den Terror produziert.  Merken die Verantwortlichen nicht einmal, dass der Schuss nach hinten los geht? Da werden martialische Verhaftungsriten vorgeführt, um die Verdächtigen binnen kurzer Zeit mangels Haftgrund wieder in ihre islamistische Szene zurück zu begleiten. Das hatten wir doch schon einmal im Dezember, als das Centro Oberhausen angeblich ins Visier des IS geraten war. Hier fehlte wohl die Internet-Ankündigung, um das Einkaufszentrum im Weihnachtsgeschäft zu schließen. Vielleicht hatte man wegen der nur vagen Hinweise von unbekannter Stelle Schadenersatzforderungen befürchtet.

 

http://www.tagesspiegel.de/politik/centro-oberhausen-nach-anschlagsverdacht-in-duisburg-festgenommene-brueder-wieder-frei/19176130.html

24.12.2016

… Die beiden in Zusammenhang mit mutmaßlichen Anschlagsplänen auf das Einkaufszentrum Centro in Oberhausen festgenommenen Brüder sind wieder auf freiem Fuß. Der Verdacht gegen die beiden im Kosovo geborenen Brüder im Alter von 28 und 31 Jahren ließ sich nicht erhärten, wie die Polizei in Essen am Samstag mitteilte. Die beiden Männer seien daher aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.

Das Brüderpaar war am frühen Freitagmorgen von Spezialeinheiten in Duisburg in Gewahrsam genommen worden. „Nach einem ernstzunehmenden Hinweis aus Sicherheitskreisen gab es den Verdacht, dass die Männer möglicherweise einen Anschlag auf das Oberhausener Centro geplant haben könnten“, erklärte die Polizei.

„Trotz intensivster Recherchen und Ermittlungen der Essener Polizei ließ sich der gemeldete Verdacht gegen die salafistisch geprägten Verdächtigen polizeilich nicht weiter erhärten“, hieß es in einer Mitteilung…

Das Brüderpaar wurde am Freitag gegen 0.45 Uhr in Duisburg in Gewahrsam genommen. Wenige Stunden vor der Ingewahrsamnahme der beiden Verdächtigten hatte die Polizei am Donnerstagabend nach einem Hinweis aus Sicherheitskreisen ihre Präsenz am Centro massiv verstärkt. Von etwa 18 Uhr bis zum Geschäftsschluss um 22 Uhr nahmen Beamte in Uniform und in Zivil im Centro und auf dem benachbarten Weihnachtsmarkt Kontrollen vor.

 

Nach neusten Informationen soll der deutsche Islamist aus Syrien über Facebook seine Selbstmordattentäter für das Einkaufszentrum in Essen rekrutiert haben. Das ist definitiv eine der sichersten Methoden, um gezielt die Aufmerksamkeit der Geheimdienste auf sich zu ziehen und die passenden Reaktionen zu provozieren.

 

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_80605810/terrorismus-taeter-sollten-in-essen-mit-rucksackbomben-zuschlagen.html

Täter sollten in Essen mit Rucksackbomben zuschlagen

13.03.2017, 17:26 Uhr | dpa

Essen/Berlin (dpa) – Der geplante Terroranschlag auf ein Einkaufszentrum in Essen sollte nach Informationen der „Welt“ von drei Selbstmordattentätern verübt werden. Laut einem Plan hätten die drei Angreifer am vergangenen Samstag um 16.30 Uhr mit in Rucksäcken versteckten Bomben zuschlagen sollen.

Das berichtete die Zeitung. Bei dem Auftraggeber soll es sich nach „Welt“-Informationen um den 24-jährigen Imran René Q. aus Oberhausen handeln, der im April 2015 über die Türkei nach Syrien ausgereist sein soll. Dort soll er sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen führe Q. seit dem Sommer 2015 als Gefährder. Der 24-Jährige soll laut „Welt“ mehrere Islamisten über das soziale Netzwerk Facebook für den Anschlag rekrutiert haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte, dass es sich um einen 24-Jährigen aus Oberhausen handele. Er soll drei Personen aufgefordert haben, an einem konkreten Ort zu einer konkreten Zeit einen Anschlag zu begehen. „Diese Aufforderung ist im Rahmen eines sozialen Netzwerkes ergangen“, sagte Behördensprecher Oberstaatsanwalt Mathias Proyer. Weitere Angaben machte er nicht. Andere Behörden in Nordrhein-Westfalen wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Polizei setzte ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben mit Hochdruck fort, nannte aber keine Details. Die beiden Männer aus Oberhausen, die am Samstag festgenommen wurden, kamen noch am Wochenende wieder auf freien Fuß. „Sie können bislang nicht mit der Tatplanung in Verbindung gebracht werden“, teilte die Polizei am Montag mit. Die Auswertung der in ihren Wohnungen sichergestellten Gegenstände dauere an.

Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen handelt es sich bei ihnen wie bei dem mutmaßlichen Drahtzieher um Angehörige der salafistischen Szene in Oberhausen. Sie sollen nach früheren Informationen Kontaktpersonen des 24-Jährigen sein.

 


Winston Churchill:

 

Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat.“

 

„Gelegentlich stolpern die Menschen über eine Wahrheit, aber sie richten sich auf und gehen weiter, als sei nichts geschehen.

 

„Das ist der größte Vorwurf an die Deutschen: Dass sie trotz ihrer Intelligenz und trotz ihres Mutes immer die Macht anhimmeln.

 

Die Geschichte wird freundlich mit mir umgehen, denn ich habe vor, sie zu schreiben.

 

Nachtrag vom 18.03.2017:

Auch die Mainstream-Journalisten fragen sich mittlerweile, ob derartige Fake- Terrorankündigungen nicht als Strategie des IS zu verstehen sind.

 

https://www.waz.de/region/rhein-und-ruhr/dschihadist-soll-mit-geheimdienst-gechattet-haben-id209973251.html

Gerd Niewerth

18.03.2017 – 05:08 Uhr
Die „Süddeutsche Zeitung“ warf am Freitag die Frage auf, ob der Essener Anschlagsplan womöglich eine „Finte“ war. Islamisten, so die Mutmaßung, könnten Hinweise auf angebliche Anschläge in die Welt setzen, um – wie in anderen Fällen auch – Angst zu verbreiten. „Ich kann nicht jede Spekulation kommentieren“, sagt der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft…

 

Um ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen, rückten Sicherheitskreise mittlerweile mit detaillierteren Informationen heraus, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden kann.

 

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/terroralarm-in-essen-wegen-chat-zwischen-islamisten-und-verfassungsschutz-a-1139234.html


Von Jörg Diehl

Freitag, 17.03.2017   13:45 Uhr

Der Terroralarm mit Großeinsatz in einem Essener Einkaufszentrum am vergangenen Samstag wurde aufgrund eines Chats zwischen dem Dschihadisten Imran-Rene Q., 24, und einer Quelle des Bundesamts für Verfassungsschutz ausgelöst. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, schrieb der aus Oberhausen stammende Q., der in Syrien für den „Islamischen Staat“ (IS) kämpft, am vorletzten Donnerstagabend über Facebook seinem Kontakt: „Wenn es klappt, Inschallah, dann in zwei Tagen Essen Zentrum, die große Einkaufshalle.“ Dort würden „zwei libanesische Brüder“ zuschlagen, der Kontaktmann solle sie finden. „Codewort ist Baqiya.“ Mehr könne er derzeit nicht sagen… 

 

Im Spiegel erfährt man des Weiteren, dass der Dschihadist bereits vor Monaten an seinen Kontakt eine Bombenbauanleitung geschickt haben soll mit der Aufforderung, sich an einem Anschlag zu beteiligen. Die Behörden sollen – welch eine Meisterleistung – ebenfalls Zweifel an der Existenz des Terror-Teams gehegt haben, da Imran-Rene Q. trotz Anfrage des Chat-Partners – hier wird jetzt von einem Geheimdienstmitarbeiter gesprochen – keine Details zur Identität der Attentäter habe nennen wollen. Der Verfassungsschutz soll nach Aussage des Spiegels sogar noch den Verdacht geäußert haben, dass Q. seinen monatelangen Chat-Partner wohlmöglich habe auf die Probe stellen wollen.

Und dafür schließt man dann ein Einkaufszentrum, verhaftet blind zwei Kontaktleute des Dschihadisten und erzeugt im Sinne des IS Angst in der Bevölkerung? Die Befragung von Passanten ergab es ganz eindeutig: man hat nun mehr Angst, einkaufen zu gehen und fühlt sich in Essen nirgendwo mehr sicher. Da haben unsere Sicherheitsbehörden ganze Arbeit geleistet.

Imran-Rene Q. hat auf einfachste Art und Weise durch die Wahl von Facebook gezielt einen Kontakt-Idioten vom Geheimdienst geangelt,  den es dann ganz trivial zu ködern galt: durch eine Bombenbauanleitung. Zu diesem Zeitpunkt konnte sich Imran-Rene Q. sicher sein, dass durch die Nennung eines konkreten Anschlagsdatums Monate später dann auch die erhoffte Wirkung erzielt würde. Die angeblich getätigte Nachfrage nach der Identität der Attentäter hat dann die letzte Bestätigung zum Vorhandensein eines direkten Drahtes zu einer Sicherheitsbehörde geliefert.

Ein Terrorist des IS würde wohl niemals einen kurz vor der angeblichen Umsetzung stehenden Anschlagsplan an einen hieran unbeteiligten Chat-Partner verraten, außer für den Fall, dass er diesen Anschlag verhindern möchte. Aber hätte er dann nicht auch die Namen nennen müssen, um der spontanen Wahl eines Alternativ-Einkaufszentrums zuvor zu kommen? Auch explosive Rucksäcke können in aller Schnelle woanders hin getragen werden, wo liegt das Problem? Oder war der Chat-Partner etwa dazu auserkoren, sich als Beweis der Loyalität  gemeinsam mit den Libanesen ins Jenseits zu sprengen?

 

 

Die Helden-Syrer von Leipzig und ihre Überwältigung des Terroristen- Syrers Jaber Al-Bakr als Story in drei Varianten

 

Die drei Heldengeschichten in Kurzform:

  1. „Bild sprach mit der Leiche…“

http://www.bild.de/news/inland/terroranschlag/wie-nah-war-deutschland-an-einem-anschlag-48222414.bild.html

Al-Bakr (22) in der Leipziger Plattenbauwohnung – überwältigt von Landsleuten

 Von: NICOLE BIEWALD

10.10.2016 – 19:17 Uhr

Leipzig – Ein Mann hält den Terrorverdächtigen im Schwitzkasten. Die Füße sind mit einem Kabel zusammengebunden, die Hände hinter dem Rücken gefesselt, die Haare geschoren. So sitzt Dschaber Al-Bakr (22) auf einem Sofa im Plattenbauviertel Leipzig-Paunsdorf – anderthalb Tage nachdem er den Sicherheitsbehörden in Chemnitz entwischt war…

Ein Foto von Al-Bakr bevor ihn die Syrer in Leipzig fesselten

 Doch der gefährliche Bombenbauer blieb verschwunden. Bis Sonntagabend um 23.30 Uhr …

Da meldete sich der Syrer Mohammed A. (36) auf der Polizeiwache Leipzig Südwest – etwa 100 Kilometer vom Bombenlabor in Chemnitz entfernt. Er berichtete, er habe Al-Bakr gefesselt auf dem Sofa sitzen. Abholbereit!

Laut Mohammed A. hatte Al-Bakr am Samstag in einem Online-Netwerk syrischer Flüchtlinge geschrieben, er suche dringend eine Unterkunft, befinde sich am Leipziger Hauptbahnhof.

Mohammed A. (36) zu BILD: „Wir sind dann hingefahren und haben ihn mitgenommen. Wir waren erst bei einem Freund in dessen Wohnung, haben dort Reis mit Lammfleisch gegessen. Dann sind wir zu einem anderen Kumpel gefahren, weil es dort mehr Platz gab. Dort hat der Terrorist übernachtet.“…

Doch im Laufe des Tages sahen Mohammed und ein Freund auf Facebook Fahndungsaufrufe nach dem flüchtigen Terroristen aus Chemnitz. Al-Bakr erzählte ihnen, er sei gerade erst aus Syrien angekommen, hätte in Leipzig Aussicht auf einen Job.

► Doch die beiden Landsmänner glauben ihm nicht mehr. Als Al-Bakr sich am Sonntagabend wieder schlafen legt, posten sie ein Foto von ihm auf Facebook und diskutieren mit anderen Syrern, ob er der gesuchte Terrorist ist.

Als sie keinen Zweifel mehr haben, fesseln sie den Terroristen mit mehreren Verlängerungskabeln. Dann geht Mohammed zur Polizei, zeigt den Beamten das Bild des Gefesselten. Sein Freund bewacht den Bombenbauer in dieser Zeit…

 

  1. „Welt sprach mit einem Bekannten der Leiche…“


https://www.welt.de/politik/deutschland/article158677021/Wie-es-zum-Polizeizugriff-um-0-42-Uhr-kam.html

von Annelie Naumann | Stand: 11.10.2016 

Als alles vorbei und der flüchtige Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr in der Hand der Polizei ist, erzählt ein Bekannter von Mohammed A., dem Mann, der Al-Bakr den Beamten ausliefert hat, den ganzen Hergang. Mohammed A. selbst hat sich völlig zurückgezogen und verbirgt auch seinen wirklichen Namen – aus Angst vor der Rache des Islamischen Staats.

Sein Bekannter, mit den Vorgängen sehr gut vertraut, gibt den Hergang so wieder: Am Samstag klingelt das Telefon von Mohammed A., der in einem Plattenbauviertel in Leipzig-Paunsdorf wohnt. Am Telefon ein Mann, der vom Leipziger Hauptbahnhof aus um Hilfe bittet. Mohammed A. kennt den Mann nicht.

Woher der Mann seine Nummer hat, weiß der 36-jährige Syrer bis heute nicht. Doch er ist bekannt in der Szene, Flüchtlinge helfen sich untereinander. Auch Mohammed A. hilft oft. Und so hilft er auch am Samstagabend, als er den Hilfesuchenden in seiner kleinen Einraumwohnung in Paunsdorf übernachten lässt. Bei ihnen ist ein dritter Mann, der sich auch in der Wohnung aufhält. Deshalb macht sich Mohammed A. auch keine Sorgen, als er den Unbekannten am nächsten Morgen in seiner Wohnung zurücklässt, schwimmen geht und anschließend Freunde aus Syrien besucht.

Diese Freunde erzählen sich Neuigkeiten, essen zusammen und spielen mit ihren Handys. Sie scrollen sich durch die Sozialen Netzwerke, und plötzlich entdeckt Mohammed A. die Fahndungsaufrufe nach dem flüchtigen Terrorverdächtigen aus Chemnitz.

Er ist sich unsicher, ob der gesuchte al-Bakr wirklich der Mann daheim auf seinem Sofa ist. Er ruft einen Freund an und bittet ihn, in seine Wohnung in Leipzig-Paunsdorf zu fahren und den 22-Jährigen unauffällig zu fotografieren. Der Freund tut das und schickt die Fotos an Mohammed A. Nach kurzer Zeit sind sich die Freunde sicher, dass es der flüchtige al-Bakr ist, der – nicht ahnend, dass sich das Netz um ihn zusammenzieht – in Mohammed A.s Wohnung sitzt.

Gemeinsam mit dem anderen Syrer, der schon die ganze Zeit über in der Einraumwohnung ist, überwältigt Mohammed A.s Freund den schlafenden Landsmann. Mohammed A. kehrt nicht in seine Wohnung zurück…

Während die zwei Syrer über al-Bakr wachen, macht sich Mohammed A. auf den Weg zur nächsten Polizeiwache in Leipzig-Grünau, denn sein Deutsch ist zu schlecht, um sich der Polizei am Telefon verständlich zu machen. Doch auch auf der Wache verstehen ihn die Beamten nicht. Als er sich ihnen auch nach einer Stunde nicht verständlich machen kann, zeigt er ihnen die Fotos aus seiner Wohnung. Dann geht alles ganz schnell: Um 0.42 Uhr stürmt die Polizei die Wohnung im Leipziger Plattenbauviertel.

Erst nachdem alles vorüber ist, betritt Mohammed A. seine Wohnung wieder. Er hat al-Bakr nicht selbst überwältigt, gefesselt und ausgeliefert – aber er hat alles initiiert und organisiert. Ohne ihn wäre der flüchtige Terrorist nicht entdeckt und gefangen worden.

 

  1. „Spiegel lässt die Leiche wiederbeleben…“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-aus-leipzig-jaber-albakr-wollte-uns-toeten-a-1116646.html

Freitag, 14.10.2016   17:58 Uhr

Die drei Flüchtlinge haben an einem geheimen Ort mehrere Stunden lang mit einem Team von SPIEGEL und SPIEGEL TV gesprochen. Aus Angst vor Islamisten in Leipzig haben sie sich bei Freunden in einer anderen deutschen Großstadt versteckt und wollen unter keinen Umständen nach Leipzig zurück. „Wir fühlen uns dort nicht sicher“, sagt Ahmed E…

SPIEGEL TV

Mittlerweile prüft das LKA Sachsen, ob die „Helden von Leipzig“ ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden können

 

Die ausführliche Version der drei Flüchtlinge findet man nur in der Print-Ausgabe. Die dort abgedruckte Darstellung zeigt gravierende Widersprüche zur Version auf welt.de, in der ein Bekannter von Mohamed A. berichtet hat, aber auch zur bild.de-Version, die auf einem Gespräch mit dem 36-Jährigen Mohammed A. zu beruhen scheint.

Nach eigenen Angaben sind die drei aus der selben Stadt in Syrien stammenden Flüchtlinge im vergangenen Sommer und Herbst über die Balkanroute als allein reisende männliche „Schutzsuchende“ nach Deutschland gekommen, während die Frau und die fünf Kinder des Friseurs Mohamed  A. sowie die Frau und die drei Kinder des 28-jährigen Maschinenbaustudenten Ahmed E. auf sich allein gestellt in Syrien haben bleiben müssen.

Die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen wird im Spiegel-Artikel folgendermaßen eingeschätzt:

„Alle drei sprechen mit gesenkter, brüchiger Stimme. Manche ihrer Aussagen widersprechen sich, andere lassen sich nur schwer überprüfen. Doch insgesamt wirkt ihr Bericht schlüssig.“

Der Ablauf nach der Spiegel-Ausgabe Nr. 42 vom 15.10.2016 mit dem Titel „Der Schattenkampf“  ist folgender:

  • Während des Abendessens bei einem syrischen Bekannten erhält Mohamed A. am Samstag, 8. Oktober den Anruf des ihm unbekannten Albakr, der angeblich Mohameds Nummer von einem Mann am Bahnhof erhalten haben soll.
  • Sami, gerade aus Stuttgart bei Mohamed A. zu Besuch und daher ebenfalls beim Bekannten, holt Albakr an der Tramhaltestelle Torgauer Platz ab, die sich in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofs befindet.
  • Mohamed fährt gemeinsam mit Sami und Albakr zu seiner Wohnung, Ahmed kommt später hinzu. Am Sonntagmorgen um 11 Uhr verlassen Mohamed, Sami und Ahmed das Haus ohne den angeblich müden Albakr, um schwimmen zu gehen. Sie lassen Albakr den ganzen Tag allein in der Wohnung des Mohamed A.
  • Am späten Sonntagabend entdecken Mohamed, Sami und Ahmed auf Facebook das Fahndungsfoto von Jaber Albakr, als sie bei einem Freund Karten spielen.
  • Ahmed und Sami begeben sich zum Polizeirevier Leipzig-Südwest, wo Ahmed erfolglos versucht, sich einer Beamtin verständlich zu machen.
  • Währenddessen schleichen sich Mohamed und der Freund vom Kartenspielen in Mohameds Wohnung. Sie überwältigen und fesseln den bereits schlafenden Albakr. Anschließend schicken sie über WhatsApp ein Foto des gefesselten Albakr an Ahmed, der es der Polizei zeigt.

 

Nach der Spiegel-Version müssten vier Syrer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden, darunter wohlmöglich eine Frau, denn irgendwie sieht der Mann, der al-Bakr im Schwitzkasten hat, von der Kleidung und Figur her eher wie eine vorwiegend weibliche Person aus. Außerdem muss man sich fragen, wie das zweite Foto von al-Bakr, wach auf dem Sofa sitzend, nach der Spiegel-Version entstanden sein soll, wo die beiden Überwältiger-Helden doch erst den bereits gefesselten Albakr fotografiert haben wollen.

Im Bild-Interview war es noch so, dass Albakr in einem Online-Netzwerk syrischer Flüchtlinge vom Hauptbahnhof aus nach einer Bleibe gesucht haben soll. Außerdem wollen Mohamed A. und ein Freund nach dieser Version auf Facebook ein Foto von Albakr gepostet haben, um mit anderen Syrern zu diskutieren, ob es sich wirklich um den gesuchten Terroristen handelt. Wo waren aber dann zu diesem Zeitpunkt Sami und der anonymisierte Ahmed (veränderter Vorname!), die nach der Spiegel-Version doch gemeinsam bei dem Freund Karten gespielt haben wollen? Angeblich soll nach dem Bild-Bericht Mohamed zur Polizei gegangen sein, um das Foto zu zeigen, während sein Freund den Terroristen bewacht haben soll. Die welt.de-Version aus zweiter Hand lässt Mohamed A. jedoch bei der Überwältigung außer Hause sein, während ein Freund, der die ganze Zeit bei Albakr geblieben sein soll und ein anderer Freund die ruhmvolle Tat vollzogen haben sollen.

In welcher Wohnung für welchen Zeitraum Albakr denn nun übernachtet haben soll, darüber sind sich der Bild-Mohamed und der Spiegel-Mohamed trotz des identischen Alters scheinbar nicht einig…

Da die Spiegel-Version die letzte der drei Erzählungen zu enthalten scheint wäre es nicht ganz abwegig zu vermuten, dass sich die drei oder vier Syrer zwischenzeitlich auf diese wohlmöglich durch Zeugen oder Videoüberwachungsaufnahmen im öffentlichen Raum am besten abzusichernde Variante geeinigt haben. Es wäre natürlich auch denkbar, dass die Arabisch-Dolmetscher nicht immer dasselbe verstanden haben und die zahlreichen Widersprüche sich durch diese Erkenntnis in Luft auflösen. Und die Erzählung des Bekannten von Mohamed A. mag mehr Dichtung als Wahrheit enthalten. Es wäre interessant zu erfahren, welcher Tatablauf bei der Polizei zu Protokoll gegeben wurde, und welcher Dolmetscher dort übersetzt hat…

 

 

 

Der Selbstmord des syrischen Terrorverdächtigen al-Bakr – „LIHOP“ im Sinne der Staatsraison?

LIHOP: “Let It Happen On Purpose”

 

Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

Thomas Jefferson

 

 

https://de.sputniknews.com/panorama/20161013312925840-pressekonferenz-zu-suizid-von-al-bakr/

13.10.2016
In der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden findet ab 11 Uhr eine außerplanmäßige Pressekonferenz zum Selbstmord des mutmaßlichen Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr in der JVA Leipzig in der vergangenen Nacht statt…

 

http://www.bild.de/news/inland/isis-terroristen/terrorist-48262458.bild.html

Gegen 00:30 Uhr traf der Leichenwagen an der JVA ein, nach rund 15 Minuten verließ er das Gelände wieder.

Das sächsische Justizministerium bestätigte einen BILD-Bericht, wonach er sich in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig erhängt habe. Nach Angaben des MDR strangulierte sich der Terrorverdächtige mit seinem T-Shirt.

Zuvor hatte er in seiner Vernehmung die syrischen Landsleute, die ihn der Polizei übergeben hatten als Mitwisser bezichtigt. Wahr oder Schutzbehauptung? Unklar.

Wieso der ISIS-Mann überhaupt in der Lage war, sich das Leben zu nehmen, muss nun ermittelt werden. BILD erfuhr: Er wurde nicht durchgehend überwacht, nur in Intervallen von etwas unter einer Stunde.

Sonntagabend: Ein Freund von Mohamed A. (36) hält den gesuchten Terroristen fest im Schwitzkasten. Hände und Füße von Al-Bakr sind mit Kabeln gefesselt. Am Mund ist er verletzt und blutet

 

Der Terrorverdächtige hat sich aufgehängt anstatt sein Leben als durch den IS gefeierter erfolgreicher Selbstmordattentäter zu beenden. Er soll nach seiner Anerkennung als Asylbewerber im Herbst vergangenen Jahres zweimal in die Türkei und auch nach Syrien gereist sein. Wäre er dort als Bombenbauer vom IS ausgebildet worden, so hätte er keine Anleitung zur Herstellung von TATP aus dem Internet mehr benötigt. Vielleicht ist er nur als Bombenbau-Gehilfe angeworben worden , der den fertigen Sprengstoff in eine Sprengstoffweste einzubauen vermag.

 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/tatp-das-ist-der-sprengstoff-der-in-chemnitz-gefunden-wurde-a-1115846.html

Montag, 10.10.2016   10:13 Uhr

Er soll einen Terroranschlag geplant und sich dazu im Internet über die Herstellung von Bomben informiert haben. Der 22-jährige Syrer aus Chemnitz hatte Hunderte Gramm eines „hochgefährlichen Sprengstoffs“ in seiner Wohnung gelagert. Um was für eine Substanz handelt es sich dabei?

Offenbar entdeckten die Fahnder große Mengen von Triacetontriperoxid, kurz auch TATP genannt. Es lässt sich aus den leicht erhältlichen Chemikalien Aceton, Wasserstoffperoxid und Schwefelsäure herstellen. Er ist auch als Acetonperoxid (Apex) bekannt – abhängig von den unterschiedlichen Bedingungen seiner Entstehung wie etwa dem verwendeten Katalysator. Weil zudem über das Internet auch Anleitungen zu finden sind, gibt es immer mal wieder Meldungen darüber, dass Zündler und Feuerwerksbastler damit experimentieren.

Doch in den Anleitungen wird mit großer Dringlichkeit davor gewarnt, dass das Pulver, das erst nach stundenlanger Reaktion entsteht, hochexplosiv sei. Reibung, Stöße, Wärme oder Funken könnten TATP zur Explosion bringen – und auch schon beim Mischen kann die tödliche Gewalt freigesetzt werden…

Die „Süddeutsche Zeitung“ beschreibt die Wohnung als „regelrechte Bombenwerkstatt“, in der Ermittler 500 Gramm eines fertigen Sprengstoff-Laborats gefunden hätten – und darüber hinaus etwa ein Kilo weiterer Chemikalien, die sich als Zutaten dafür eigneten…

 

Die Wohnung soll von einem anderen Mittäter, von dem man zwischenzeitlich so ganz und gar nichts mehr gehört hat, angemietet worden sein. Es ist völlig abwegig anzunehmen, dass al-Bakr anhand einer Bombenbauanleitung aus dem Internet, die er sich Anfang September besorgt haben soll,  dazu in der Lage war, mindestens 500 g TATP herzustellen, ohne dass ihm der Ansatz beim „Kochen“, Trocknen oder Lagern um die Ohren geflogen ist.

 

https://www.tagesschau.de/inland/festnahme-terrorverdaechtiger-103.html

Stand: 10.10.2016 15:09 Uhr

…Der nach dem Bombenfund von Chemnitz festgenommene Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler Kontakte zur Terrororganisation „Islamischer Staat“. Vorgehensweise und das Verhalten des Verdächtigen sprächen derzeit für einen „IS-Kontext“, sagte der Leiter des Landeskriminalamts Sachsen, Jörg Michaelis.

Der 22-Jährige habe im Internet Informationen zur Herstellung von Sprengstoffen besorgt. Deshalb „müsste davon ausgegangen werden, dass er eine Sprengstoffweste zur Explosion bringen wollte“. Laut Bundesanwaltschaft hat der Verdächtige zumindest Anfang Oktober 2016 im Internet nach Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffvorrichtungen und Ausrüstungsgegenständen für den sogenannten „Dschihad“ gesucht…

Offenbar gehen die Ermittler derzeit von einem Mittäter aus. Innenminister Ulbig erwähnte einen zweiten – inzwischen festgenommenen – Verdächtigen. Dabei handelt es sich um Khalil A. Er wurde in Chemnitz festgenommen. Laut Ulbig ist er 33 Jahre alt und als Flüchtling anerkannt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, Al-Bakr seine Wohnung überlassen zu haben und für ihn „in Kenntnis seiner Anschlagspläne“ die notwendigen Stoffe im Internet bestellt zu haben.

 

Wenn das TATP lager- und transportfähig war, dann war es fachgerecht phlegmatisiert und die Sprengstoffexperten der Polizei haben dies festgestellt, bevor sie den Explosivstoff außerhalb der Wohnung kontrolliert gesprengt haben. Ansonsten wäre der Transport aus der Wohnung heraus bereits ein potentielles Himmelfahrtskommando gewesen.

Nun ist es aber so, dass man zum Unempfindlich-Machen von TATP keinerlei Anleitungen im Internet findet. Das sind Erfahrungswerte, vermutlich muss das Pulver vorsichtig mit einer exakt passenden Menge Aceton gleichmäßig angefeuchtet werden. Damit dies gelingen kann, benötigt ein Bombenbauer sowohl die Kenntnisse hierzu als auch die handwerkliche Übung.

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158668504/Die-raetselhafte-Flucht-des-Terrorplaners-aus-dem-Plattenbau.html

11.10.2016
Das Pulver explodierte schließlich in einem eilig ausgehobenen Erdloch im Chemnitzer Plattenbauviertel. Viele Hundert Meter weit soll der Knall zu gehören gewesen sein. „Kontrollierte Sprengung“ nennt man so etwas…

 In der leeren Wohnung, deren Eingangstür aufgesprengt worden war, fand die Polizei schließlich gut versteckt Zünder, Muttern und Schrauben sowie TATP – eine Substanz also, die auch bei den Anschlägen in Paris und Brüssel genutzt wurde. Nach diesem Fund übernahm dann auch der Generalbundesanwalt die Ermittlungen. Am Montag wird sie bestätigen, dass al-Bakr einen Anschlag „konkret vorbereitet“ habe und in der von ihm genutzten Wohnung „rund 1,5 Kilogramm extrem gefährlicher Sprengstoff“ gefunden wurde „sowie weitere Materialien, die unter anderem zur Herstellung einer Sprengstoffweste geeignet sind“…

 

Sollte al-Bakr wirklich erst kurz vor dem Einkaufen der Chemikalien nach Bombenbauanleitungen im Internet gesucht haben, so spricht diese Vorgehensweise eher für einen Versuch, die Identität des wahren Bombenbauers später zu schützen. Dieser wäre dann nach einem erfolgreichen (Selbstmord-)Anschlag des al-Bakr nicht weiter gesucht worden, weil man angenommen hätte, dass al-Bakr anhand der Anleitungen selbst die gefährliche Synthese bewerkstelligt hat. Nirgendwo wird erwähnt, wie die Terror-WG an die Zünder gekommen sein soll. Frei verkäuflich im Internet habe ich die bisher noch nicht angeboten gesehen.

Der Hinweis auf den geplanten Terroranschlag soll von Anfang September stammen, doch erst am Donnerstag, 6. Oktober soll es dem Bundesamt für Verfassungsschutz gelungen sein, die gesuchte Person zu identifizieren. Vielleicht hatte man bei der Internet-Überwachung einen Treffer erzielt, da vom selben Internet-Zugang sowohl nach Bombenbauanleitungen gesucht als auch die hierfür notwendigen Chemikalien bestellt wurden. Die Überwachung rund um die Uhr hat erst am Donnerstag begonnen und damit nur zwei Tage vor der Erstürmung der Wohnung am Samstag, 8. Oktober und dem Auffinden des Sprengstoffs TATP. Es wäre also durchaus denkbar, dass die Herstellung des unempfindlich gemachten transportablen TATP schon in den Tagen zuvor durch einen dritten, den Behörden unbekannten Mann erfolgte. Wenn al-Bakr am Freitag den Heißkleber zum Zusammenbau der Bombe kaufte, dann muss die Sprengstoffsynthese bereits vorher erfolgt sein, also mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem Beginn der Observation.

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158674845/Aus-meiner-Sicht-war-es-fuenf-vor-Zwoelf.html

11.10.2016

… Demnach bekam seine Behörde Anfang September „aus nachrichtendienstlichem Aufkommen“ einen Hinweis, dass die Organisation Islamischer Staat (IS) in Deutschland einen Terroranschlag gegen Infrastruktur plane. „Wir haben … bis Donnerstag letzter Woche gebraucht, um herauszufinden: Wer ist dafür in Deutschland verantwortlich?“, so Maaßen. Dann sei der Verfassungsschutz in der Lage gewesen, die gesuchte Person zu identifizieren.

„Wir haben sofort die Observation durchgeführt“, schilderte Maaßen. „Eine 24/7-Observation – also Rund-um-die-Uhr-Observation. Wir haben … festgestellt, dass er am folgenden Tag in einem Ein-Euro-Shop dann Heißkleber kaufte. Und unverzüglich haben wir dann alle Maßnahmen in Bewegung gesetzt, damit ein Zugriff erfolgte, weil wir davon ausgingen: Dies kann im Grunde genommen die letzte Chemikalie sein, die für ihn notwendig war, um eine Bombe herzustellen.“ Im ZDF-“Morgenmagazin“ betonte er noch einmal die Dringlichkeit der Festnahme: „Aus meiner Sicht war es fünf vor Zwölf“, so Maaßen.

In der Chemnitzer Wohnung, in der er sich aufgehalten haben soll, fanden die Ermittler 1,5 Kilogramm Sprengstoff. Nach einem missglückten Zugriff der Polizei am Samstag in Chemnitz war der 22-jährige Dschaber al-Bakr am Montag in Leipzig festgenommen worden… 

 

Entspricht die Version des Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz Maaßen nun der Wahrheit oder nicht?

Die „Welt“ setzt nur drei Tage später andere Gerüchte aus ungenannten Quellen in die Welt. Diesmal soll der US-amerikanische Geheimdienst angeblich Hinweisgeber gewesen sein, und dass auch erst aufgrund eines abgehörten Telefongesprächs in der vergangenen Woche.  Sollte wirklich von 2 kg fertigem Sprengstoff gesprochen worden sein, so hätte sofort ein Zugriff durch die Sicherheitsbehörden erfolgen müssen, da in diesem Fall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Lebensgefahr für die Mitbewohner des Terror-WG –Hauses bestanden hat. Die Version der „Welt am Sonntag“ erscheint mir unglaubwürdig, hier soll Verwirrung erzeugt werden, um vielleicht von einem möglichen dritten Mann abzulenken.

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158754890/US-Geheimdienst-hoerte-Telefonate-von-al-Bakr-ab.html

Von Florian Flade | Stand: 17:52 Uhr 14.10.2016

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ bekamen die deutschen Sicherheitsbehörden in der vergangenen Woche einen entscheidenden Hinweis zu dem geplanten Bombenanschlag von einem US-amerikanischen Geheimdienst, der wohl die Kommunikation des Syrers überwachte.

Demnach soll der US-Geheimdienst mehrere Telefongespräche von Dschaber al-Bakr abgehört haben – darunter auch jene mit mutmaßlichen IS-Kontaktleuten in Syrien. Darin soll der 22-jährige Asylbewerber auch über die Sprengstoffherstellung und seine Anschlagspläne gesprochen haben.

 „Zwei Kilo sind fertig“, soll Dschaber al-Bakr seinem IS-Kontaktmann mitgeteilt haben. Gemeint war damit offenbar der von ihm produzierte Sprengstoff. Außerdem nannte Al-Bakr auch ein mögliches Anschlagsziel. Ein „großer Berliner Flughafen“ sei „besser als Züge“.

Das Telefonat soll ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass sich die Behörden in Sachsen am Samstag schließlich zum Zugriff entschieden.

 

Die gesamte Geschichte hinterlässt den Nachgeschmack eines schlechten Drehbuchs durchsetzt von  Ungereimtheiten und Unappetitlichkeiten. Der Ruf von Polizei und Justiz des Freistaats Sachsen ist definitiv beschädigt – aber wen stört das schon, wenn „Dunkeldeutschland“ Pleiten, Pech und Pannen produziert. Das durch den NSU beschädigte Ansehen des Bundesamtes für Verfassungsschutz dürfte durch die Geschichte aufpoliert  werden und die Grenzen überschreitende Hetze gegen Kritiker der Flüchtlingspolitik wird weiter an Fahrt aufnehmen. Ein Anschlag wurde verhindert, ein IS-Helfer ist tot, der TATP-Synthese-Meister lebt wohlmöglich weiter. Die IS-Terroristen mit den entsprechenden Fähigkeiten sind selten – und wertvoll…

 

http://www.n-tv.de/politik/Sprengstoffguertel-kommen-wohl-aus-Europa-article16365541.html

Montag, 16. November 2015

 Bei allen Attentätern von Paris, die am Freitagabend nicht zögerten, den Knopf zu drücken, um sich in die Luft zu sprengen, wurde nach den Worten von Staatsanwalt François Molins ein Sprengstoffgürtel derselben Bauart gefunden: Der verwendete Sprengstoff war TATP (Acetonperoxid), das leicht herzustellen ist, aber sehr empfindlich auf Einwirkungen wie Schläge oder Temperaturschwankungen reagiert. Zudem hatten alle Sprengstoffgürtel demnach eine Batterie, einen Knopf als Zünder und Bolzen, um durch Splitter möglichst großen Schaden anzurichten…

Eine Anleitung im Internet oder ein Chemiehandbuch reichen den Experten zufolge bei Weitem nicht aus, um solch einen Sprengstoffgürtel bauen zu können. „Das lässt sich nicht in zwei Tagen machen“, meint ein Ex-Geheimdienstmitarbeiter. „Man braucht wochenlange Ausbildung, und man muss unter Anleitung eines ‚Meisters‘ arbeiten. Das ist eine minutiöse Arbeit, dazu ist jemand nötig, der weiß, was ein Sprengstoff ist, ein Zünder, wie man die Teile miteinander verbindet, ohne dass sie einem ins Gesicht explodieren.“

„Sie haben die Sprengstoffgürtel nicht aus Syrien importiert“, ist sich der Experte sicher. „Je mehr man die Dinger mit sich herumschleppt, desto höher sind die Risiken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier, in Frankreich oder Europa, ein oder zwei Kerle gibt, die aus den (islamistischen) Kampfgebieten zurückgekommen sind und die es vor Ort gelernt haben.“…

 

http://motherboard.vice.com/de/read/acetonperoxid-das-markenzeichen-vno-is-anschlaegen-in-europa-777

… Sind die Inhaltsstoffe auch leicht zu beschaffen, gilt die Substanz dennoch als äußerst kompliziert in der Handhabung—weswegen die Ermittler davon ausgehen, dass die IS-Attentäter von Paris ein gründliches Training durchlaufen haben…Um sicher mit Acetonperoxid umzugehen, muss der Stoff stabilisiert werden. Die schmerzhafte Wahrheit ist, dass der IS den Umgang und die sichere Herstellung eines hochgefährlichen Sprengstoffs in vielen Fällen bereits gemeistert hat…

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Phlegmatisieren

In der Chemie bedeutet „phlegmatisiert“ meist, dass ein (pulverförmiger) Stoff mit Flüssigkeit überzogen ist. Stoffe, die in Pulverform vorliegen, sind oft hochreaktiv und neigen dazu, explosionsartig zu oxidieren. Um Umgang, Transport und Lagerung solcher Stoffe ungefährlicher zu machen, werden sie phlegmatisiert. So sind die einzelnen Teilchen von dünnen Flüssigkeitsschichten umgeben und sind daher weniger reaktiv.

Beispiel: 
die Phlegmatisierung von Acetonperoxid mit Aceton.

 

Auch die „heldenhafte“ völlig selbstlose Festnahme des Syrers  durch seine Landsleute erscheint merkwürdig. Ist es unter syrischen Flüchtlingen üblich, per Telefon bei Unbekannten nach einem Schlafplatz zu suchen, mit Abholservice beim Bahnhof, ohne wenigstens eine Erklärung oder Empfehlung parat zu haben? Oder könnte es sich hierbei eventuell um ein abgesprochenes Vorgehen handeln, für den Fall, dass al-Bakr auffliegen würde?

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158677021/Wie-es-zum-Polizeizugriff-um-0-42-Uhr-kam.html

von Annelie Naumann | Stand: 11.10.2016 

Als alles vorbei und der flüchtige Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr in der Hand der Polizei ist, erzählt ein Bekannter von Mohammed A., dem Mann, der Al-Bakr den Beamten ausliefert hat, den ganzen Hergang. Mohammed A. selbst hat sich völlig zurückgezogen und verbirgt auch seinen wirklichen Namen – aus Angst vor der Rache des Islamischen Staats.

Sein Bekannter, mit den Vorgängen sehr gut vertraut, gibt den Hergang so wieder: Am Samstag klingelt das Telefon von Mohammed A., der in einem Plattenbauviertel in Leipzig-Paunsdorf wohnt. Am Telefon ein Mann, der vom Leipziger Hauptbahnhof aus um Hilfe bittet. Mohammed A. kennt den Mann nicht.

Woher der Mann seine Nummer hat, weiß der 36-jährige Syrer bis heute nicht. Doch er ist bekannt in der Szene, Flüchtlinge helfen sich untereinander. Auch Mohammed A. hilft oft. Und so hilft er auch am Samstagabend, als er den Hilfesuchenden in seiner kleinen Einraumwohnung in Paunsdorf übernachten lässt. Bei ihnen ist ein dritter Mann, der sich auch in der Wohnung aufhält. Deshalb macht sich Mohammed A. auch keine Sorgen, als er den Unbekannten am nächsten Morgen in seiner Wohnung zurücklässt, schwimmen geht und anschließend Freunde aus Syrien besucht.

Diese Freunde erzählen sich Neuigkeiten, essen zusammen und spielen mit ihren Handys. Sie scrollen sich durch die Sozialen Netzwerke, und plötzlich entdeckt Mohammed A. die Fahndungsaufrufe nach dem flüchtigen Terrorverdächtigen aus Chemnitz.

Er ist sich unsicher, ob der gesuchte al-Bakr wirklich der Mann daheim auf seinem Sofa ist. Er ruft einen Freund an und bittet ihn, in seine Wohnung in Leipzig-Paunsdorf zu fahren und den 22-Jährigen unauffällig zu fotografieren. Der Freund tut das und schickt die Fotos an Mohammed A. Nach kurzer Zeit sind sich die Freunde sicher, dass es der flüchtige al-Bakr ist, der – nicht ahnend, dass sich das Netz um ihn zusammenzieht – in Mohammed A.s Wohnung sitzt.

Gemeinsam mit dem anderen Syrer, der schon die ganze Zeit über in der Einraumwohnung ist, überwältigt Mohammed A.s Freund den schlafenden Landsmann. Mohammed A. kehrt nicht in seine Wohnung zurück.

Al-Bakr wehrt sich. In ihrer Not fesseln die beiden Männer al-Bakr mit dem, was sie in dem kargen Zimmer finden, sie binden seine Füße mit dem Kabel einer Verteilersteckdose. Al-Bakr zeigt sich reuig und fleht die beiden Männer an, ihn gehen zu lassenEr bietet ihnen Geld, doch die beiden lassen sich nicht überreden, sie halten ihn im Schwitzkasten (Foto auf Bild.de) und warten auf die Beamten.

Während die zwei Syrer über al-Bakr wachen, macht sich Mohammed A. auf den Weg zur nächsten Polizeiwache in Leipzig-Grünau, denn sein Deutsch ist zu schlecht, um sich der Polizei am Telefon verständlich zu machen. Doch auch auf der Wache verstehen ihn die Beamten nicht. Als er sich ihnen auch nach einer Stunde nicht verständlich machen kann, zeigt er ihnen die Fotos aus seiner Wohnung. Dann geht alles ganz schnell: Um 0.42 Uhr stürmt die Polizei die Wohnung im Leipziger Plattenbauviertel.

Erst nachdem alles vorüber ist, betritt Mohammed A. seine Wohnung wieder. Er hat al-Bakr nicht selbst überwältigt, gefesselt und ausgeliefert – aber er hat alles initiiert und organisiert. Ohne ihn wäre der flüchtige Terrorist nicht entdeckt und gefangen worden.

 

Al-Bakr hat kurz vor seinem Selbstmord die „Helden-Syrer“ als Mitwisser bezeichnet. Es wäre daher auch denkbar, dass das Motiv seiner Auslieferung in erster Linie in der begründeten Sorge bestand, als Netzwerk aufzufliegen. Dann wäre es ein geschickter Schachzug, den gesuchten Terroristen  selbst festzunehmen. Die erhoffte Aussicht auf Ruhm, Geld, ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland und wohlmöglich eine neue Identität mit einer Art Zeugenschutzprogramm mögen die Entscheidungsfindung erleichtert haben. Umso schlechter müsste die psychische Verfassung von al-Bakr nach seiner Festnahme gewesen sein, erfolglos und von den eigenen Leuten verraten…

 

Heldentum ist Ausnahmezustand und meist Produkt einer Zwangslage.

Theodor Fontane

 

Selbstmordgefahr oder keine Selbstmordgefahr?

Nur eine Version kann der Wahrheit entsprechen. Entweder bestand, wie den Behauptungen des Pflichtverteidigers zu entnehmen ist,  eindeutig Selbstmordgefahr oder eben nicht. Wenn es stimmt, dass al-Bakr sich seit seiner Festnahme im Hungerstreik befand, so hätte spätestens nach den angeblichen Randalen am elektrischen Stromnetz von einer möglichen Selbstmordabsicht ausgegangen werden müssen. Und dann ist es ein absolutes No-Go, den Terrorverdächtigen ohne lückenlose Beobachtung in einer Zelle mit Zwischengitter als Aufhäng-Hilfe unterzubringen. Einiges spricht dafür, dass man den Selbstmord gezielt hat geschehen lassen und vielleicht sogar noch durch entwürdigende Maßnahmen am Terrorverdächtigen gefördert hat.  Letztere Vorgehensweise findet unter anderem  bei politischen Gefangengen zur Destabilisierung gerne in übergebührlichem Maße Anwendung.

Al-Bakr drohte die wunderschöne Story von den guten syrischen Flüchtlingen, die Deutschland vor dem Terror gerettet haben, zu zerstören. Was wäre geschehen, wenn er Beweise für die Mitwisserschaft der „Helden“ hätte liefern können?

 

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-10/politiker-al-bakr-selbstmord-reaktionen

  1. Oktober 2016, 0:00 Uhr Aktualisiert am 13. Oktober 2016, 10:35

… Anwalt: Gefängnis hatte ständige Beobachtung Al-Bakrs zugesagt

Al-Bakrs Pflichtverteidiger Alexander Hübner zeigte sich „entsetzt und traurig“. „Egal was dem Mandanten vorgeworfen wird: Es ist ein junger Mensch, der sich das Leben genommen hat“, sagte der Anwalt. Er sei gespannt darauf, welche Erklärungen die Justizbehörden dafür haben, dass der Suizid geschehen konnte. „Ich bin davon ausgegangen, dass man ihn ständig beobachtet.“ 

Focus Online zitierte Hübner, den Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt sei das Suizid-Risiko des Beschuldigten bekannt gewesen und auch im Protokoll vermerkt worden…

 „Er hatte bereits Lampen zerschlagen und an Steckdosen manipuliert“, sagte Hübner laut Focus Online über seinen Mandanten. Noch am Nachmittag habe ihm der stellvertretende JVA-Leiter telefonisch versichert, dass der in Einzelhaft sitzende Al-Bakr ständig beobachtet werde. Der Terrorverdächtige habe sich seit seiner Festnahme im Hungerstreik befunden. Al-Bakr habe seit Sonntag nichts gegessen und getrunken. Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet, seine Zelle sei offenbar nur einmal pro Stunde kontrolliert worden…

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte im ZDF-Morgenmagazin, der Fall verlange „nun wirklich nach schneller und umfassender Aufklärung“. Der Tod des Terrorverdächtigen erschwere die Ermittlungen nach Hintermännern und weiteren Beteiligten der Anschlagspläne. Den Ermittlern zufolge hatte Al-Bakr einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen vor. Berichte, wonach Al-Bakr in seiner Vernehmung die Landsleute, die ihn festgenommen hatten, belastet hatte, wollte de Maizière nicht kommentieren…

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprach von einer „Tragödie“. Da Al-Bakr ja wohl bereit gewesen sei auszusagen, verliere man „eine wichtige Informationsquelle“…

Wann kam es zur Radikalisierung?

Al-Bakr war Anfang 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen…

Dem MDR zufolge reiste Al-Bakr im Herbst vergangenen Jahres zweimal in die Türkei und hielt sich auch einige Zeit in der syrischen Stadt Idlib auf… Nach seiner Rückkehr soll er sich jedoch verändert haben. 

 

Der Leiter der Justizvollzugsanstalt versucht die Aussagen des Pflichtverteidigers von al-Bakr zu relativieren, indem er die Bewertung einer Psychologin als Beleg für eine angeblich nicht erkennbare Suizidgefahr aufführt und den Terrorverdächtigen als bei seiner Einlieferung ruhig und ausgeglichen bezeichnet. Der bestätigte Vandalismus zeugt jedoch eher von einer fehlenden  Ausgeglichenheit, genauso wie die Entscheidung der JVA für die Wahl einer Zelle mit Zwischengitter zum Schutz der Beamten – und der Hungerstreik wird erst gar nicht erwähnt.

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158730320/Eventuell-waren-wir-zu-gutglaeubig.html

13.10.2016

Al-Bakstrangulierte sich in einer Gefängniszelle in Leipzig mit einem T-Shirt und beging dadurch Suizid, sagte Gemkow. Die Leiche des 22-Jährigen werde zur Stunde obduziert. Es sei zuvor „keine akute Selbstmordgefahr des Beschuldigten festgestellt“ worden.

Der Terrorverdächtige sei in seiner Gefängniszelle in Leipzig zunächst alle 15 Minuten kontrolliert worden, sagte der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA), Rolf Jacob. Nach Beratung einer Psychologin seien die Kontrollintervalle auf 30 Minuten erhöht worden. Diese habe keine Erfahrung mit Terroristen gehabt, sei aber eine sehr erfahrene Psychologin, die seit 2001 in Sachsen tätig sei.

Al-Bakr sei allein untergebracht worden. In einem Haftraum mit einem Zwischengitter vor der Tür. Dies diene dem Schutz der Beamten. Besteht bei einem Neuzugang der Verdacht der Suizidgefahr, würde klassischerweise eine Gemeinschaftsunterbringung angeordnet. Da auch eine Fremdgefährdung nicht auszuschließen war, hätte die JVA sich dagegen entschieden. 

Ein Tisch, ein Bett, eine Lampe, ein Zwischengitter: Die Grafik zeigt die Zelle, in der sich Dschaber al-Bakr das Leben nahm                                                     Quelle: Infografik Die Welt

 

Für akute Suizidgefährdete gebe es einen speziellen Haftraum. Aufgrund der Einschätzung der Experten wurde eine solche Unterbringung nicht angeordnet.

Bei seiner Einweisung ins Gefängnis sei al-Bakr kein Dolmetscher zur Seite gestellt worden, sagte Jacob. „Er war ruhig, er war ausgeglichen.“ Zudem sei zu dem Zeitpunkt schon ein Gespräch mit einer Psychologin am Folgetag und ein Dolmetscher vorgesehen gewesen. Die Verständigung sei zunächst schwierig gewesen.

Am Dienstag meldete al-Bakr eine abgerissene Deckenlampe in seiner Zelle, wie Jacob sagte. „Man hat das als Vandalismus eingestuft“, sagte er. Im Sinne einer Suizidgefährdung sei das nicht gedeutet worden. Später sei bemerkt worden, dass auch eine Steckdose manipuliert gewesen sei.

Der Haftraum hatte eine Höhe von 2,59 Metern. An die Lampe gelangte al-Bakr Jacob zufolge wahrscheinlich, indem er auf einen im Haftraum stehenden, im Boden verankerten Tisch stieg. Er gehe davon aus, dass al-Bakr sowohl die Lampe als auch die Steckdose im selben Zeitraum manipulierte. Die Lampe sei am Dienstag von den Justizvollzugsbeamten entdeckt und über Nacht aus dem Haftraum entfernt worden. Als al-Bakr am Mittwoch gegen 10 Uhr duschen ging, wurde auch die manipulierte Steckdose entdeckt. Daraufhin wurde der Strom abgestellt. Als Suizidversuch oder Suizidvorbereitung sei das nicht gewertet worden…

Der Terrorverdächtige sei auch nach der Entdeckung weiter ruhig und sachlich geblieben. Die letzte reguläre Kontrolle habe um 19.30 Uhr stattgefunden, sagte Jacob. Um 19.45 Uhr sei er stranguliert gefunden worden. Eine Auszubildende habe den erhängten Syrer entdeckt.

Für den Suizid nutzte er das Zwischengitter seiner Zelle. Die Reanimation blieb erfolglos. Diese habe etwa eine halbe Stunde gedauert, sagte Jacob. Grundsätzlich sei alles vorschriftsmäßig gelaufen. Jacob räumte jedoch ein: „Eventuell waren wir zu gutgläubig.“ Im Nachhinein könne man selbstkritisch fragen: „Haben wir dem äußeren Anschein zu viel Bedeutung beigemessen?“ … In der Leipziger Haftanstalt seien auch früher Selbsttötungen vorgekommen, sagte Jacob. „Wir versuchen, aus jedem Suizid zu lernen.“ Eine Videoüberwachung in Hafträumen sei in Sachsen gesetzlich ausgeschlossen, sagte Jacob. Im Falle von Suizidgefahr hielte er auch eine Sitzwache vor der Zellentür für besser.

 

Ein neuer „Sachsensumpf“ (nicht aufgeklärte Affäre von 2005 bis heute)?

Die letzten Verfahren zum Sachsensumpf gegen die ehemalige Leiterin des Verfassungsschutz-Referats OK Simone Skroch und den Leipziger Kriminalbeamten Georg Wehling wegen des Vorwurfs der Verfolgung Unschuldiger bzw. der Beihilfe dazu sind erst im März 2016 eröffnet worden. Diejenigen, die die Verwicklung hochrangiger Persönlichkeiten aus Justiz, Politik und Wirtschaft in die Prostitution Minderjähriger sowie in damit im Zusammenhang stehende kriminelle Machenschaften aufdecken wollten oder hierbei als Zeugen aussagten, werden bis heute juristisch verfolgt. Die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter hingegen wurden vom damaligen sächsischen Innenminister Thomas de Maizière wirkungsvoll verhindert.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsensumpf

Auf der Grundlage eines Prüfberichtes vom 12. August 2005, der den „Bezug zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung […] bei allen Fallkomplexen“ für gegeben ansah, beschloss der damalige sächsische Innenminister Thomas de Maizière (CDU) die Beobachtung der organisierten Kriminalität, einschließlich des Fallkomplexes „Abseits“ durch den Verfassungsschutz fortzusetzen. Berichten zufolge schätzte de Maizière die Arbeit Hennecks und ihrer Abteilung sehr. Er ließ aber weder strafrechtliche Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft veranlassen, noch informierte er den Landtag über die vorliegenden Erkenntnisse…

…. Die Lausitzer Rundschau berichtete am 3. Juli 2014 unter dem Titel „Sachsensumpf-Affäre: Geklärt ist so gut wie nichts“ über das Ende des Verfahrens und zitiert Johannes Lichdi von Bündnis 90/Die Grünen: „Die Ermittlungen gegen die in der Öffentlichkeit beschuldigten Staatsanwälte und Richter wurden nie ernsthaft betrieben und sollten von Anfang an eingestellt werden“.  Auch die Welt am Sonntag berichtete anlässlich der Vorlage des Abschlussberichts des Ausschusses im Oktober 2014 erneut über die Aufarbeitung der Affäre und stellte fest, dass viele Fragen offenblieben. Bemerkenswert sei laut der sächsischen Opposition, mit welcher Härte die sächsischen Justizbehörden gegen diejenigen – insbesondere Journalisten – vorgingen, die die offizielle Erklärung bezweifelten und immer noch von der Existenz krimineller Strukturen ausgingen.

Im März 2016 eröffnete das Landgericht Dresden das Hauptverfahren in einem bereits seit 2010 laufenden Strafverfahren gegen die vormalige Leiterin des Verfassungsschutz-Referats OK Simone Skroch und den Leipziger Kriminalbeamten Georg Wehling wegen des Vorwurfs der Verfolgung Unschuldiger (Skroch) bzw. der Beihilfe dazu (Wehling). Auch die beamtenrechtlichen Disziplinarverfahren gegen beide hält die sächsische Landesregierung weiterhin aufrecht.

 

http://ueberhauptgarnix.blogspot.de/2012/09/sachsensumpf.html

Mai 2007. Akten des Referats OK zum sogenannten Fallkomplex „Abseits“ gelangen an die Presse. Über den Inhalt erscheinen erste Medienberichte in denen auch die Namen Jürgen Niemayer (Richter) und Norbert Röger (Ex-Staatsanwalt in Leipzig, später Präsident eines sächsischen Landgerichts) als mögliche Kunden des Kinderbordells auftauchen.
Die Obrigkeit geht sofort zum Gegenangriff über und lässt gegen Verfassungsschützer, Journalisten und Zeugen ermitteln.
Dazu werden Bewegungsprofile erstellt, Handy- und Computerdaten ausgewertet. Von externen Spezialisten werden Verbindungen zwischen einem Journalisten und zwei Landtagsabgeordneten der Linken gesucht welche durch ihre parlamentarische Immunität geschützt sind…

Ende April 2008. Die Ermittlungsverfahren gegen Richter Niemeyer und Röger werden eingestellt. Die beiden bekommen vom Freistaat Sachsen Schmerzensgeld.

November 2008. Mandy Kopp und Beatrice E. werden wegen Verleumdung angeklagt, weil sie geäußert haben, einen ehemals am Leipziger Landgericht tätigen Richter als Kunden des Bordells wiedererkannt zu haben...

August 2010.Die freien Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel, welche für Medien, wie Spiegel, Zeit oder ARD arbeiten werden vom Amtsgericht Dresden wegen Verleumdung zu Geldstrafen von je 50 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt. Damit sollten zwei Fragesätze, welche in einem Artikel der Zeit aus dem Jahr 2008 erschienen waren, bestraft werden. Das Verfahren sorgte als „Dresdner Journalistenprozess“ für Aufsehen. Die beiden Journalisten erkennen das Urteil nicht an und gehen in Berufung…

Dezember 2011.Vor dem Amtsgericht Dresden wird der Prozess gegen die Mandy Kopp und  Beatrice E. wegen Verleumdung eröffnet.

6. März 2012.Das Verfahren gegen Mandy Kopp und  Beatrice E. wegen angeblicher Verleumdung beginnt. Der erste Anlauf scheitert jedoch weil die beiden vor Gericht zusammenbrechen. Der Staatsanwalt bietet ihnen Straffreiheit an, wenn sie öffentlich erklären, sich bei der Identifizierung der Freier geirrt zu haben. Die beiden Frauen bleiben jedoch bei ihrer Aussage und stimmen einer Einstellung des Verfahrens nicht zu. Sie wollen einen Freispruch…
Oktober 2013. Das Verfahren gegen Mandy Kopp und Beatrice E. wird vorläufig eingestellt…

 

Nach dem großen Kritik-Geschrei gehen die Medien langsam dazu über, die „Pannen“ in Sachsen zu relativieren und den Erfolg der Behörden bei der Bekämpfung des IS-Terrors in den Vordergrund zu rücken.

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ist-suizid-fall-von-albakr-wirklich-ein-misserfolg-14479443.html

13.10.2016, von JASPER VON ALTENBOCKUM

© AFPSachsens Justizminister Sebastian Gemkow (r.) und der Leiter der JVA Leipzig Rolf Jacob bei der Pressekonferenz am Donnerstag

 

Der Selbstmord des mutmaßlichen Terroristen Jaber Albakr wurde, kaum dass er bekannt wurde, als weitere „Panne“ und als Zeichen für ein Versagen der sächsischen Justiz und Polizei gebrandmarkt…

Die Öffentlichkeit spielt sich in solchen Fällen gerne als die Institution auf, die hinterher immer klüger ist. Für Polizei, Justiz und Nachrichtendienste ist das mitunter schwer nachzuvollziehen, meist jedenfalls frustrierend. Es ist für die Sicherheitsbehörden in Sachsen in der Tat eine Niederlage, dass ein mutmaßlicher Täter, der ihnen erst entwischen konnte, dann, nach einer glücklichen Festnahme, in Haft Selbstmord begeht. Es bleibt aber auch einer der größten Fahndungserfolge im Kampf gegen den islamistischen Terror. Der wird nicht dadurch geschmälert, dass sich der Verdächtige das Leben genommen hat…

 

Nun ja, wenn al-Bakr am Leben geblieben wäre und wegen seiner großen Enttäuschung aufgrund des Verrats weiter geredet hätte, hätte dies den großen „Erfolg“ ganz gewaltig schmälern können, zumindest für den Fall, dass der Sprengstoffexperte des IS noch unerkannt herum wandeln sollte, als stiller Helfer bei der Herstellung eines  Sprengstoffs, der im Nahen Osten nicht ohne Grund als „Mutter des Satans“ bezeichnet wird.

Alaa al Bakr, der Bruder von Dschaber al-Bakr, erhebt von Syrien aus schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden. Da Selbstmord im Islam verboten sei, müsse der Terrorverdächtige von der Polizei umgebracht worden sein.

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158767895/Die-Polizei-hat-meinen-Bruder-umgebracht.html

Stand: 14.10.2016 

…Alaa al-Bakr, Bruder des im Gefängnis tot aufgefundenen mutmaßlichen IS-Mitglieds Dschaber al-Bakr, äußert erhebliche Zweifel an der Darstellung der Behörden. Er glaube die ganze Darstellung vom Tod seines Bruders nicht, sagte er gegenüber der „Welt“.

„Selbst wenn er IS-Mitglied war: Die begehen keinen Selbstmord“, so al-Bakr. Dieser sei im Islam verboten. „Ich bin mir wirklich sicher, dass die Polizei ihn umgebracht hat. Ich beschuldige hiermit die deutsche Polizei, am Tod meines Bruders schuld zu sein.“…

 

Dschaber al-Bakr hatte mindestens 15 Jahre Einzelhaft in Aussicht, mit Isolationsfolter unter entwürdigenden Bedingungen. Wenn er sofort in den Hungerstreik getreten ist und anschließend versucht hat, durch einen Stromschlag seinem Leben ein Ende zu setzen, um schließlich die Gitter seiner Zelle zu nutzen, so hatte er allem Anschein nach den festen Willen zu sterben. Vielleicht ist es ein letzter Versuch gewesen, wenigstens dem Ansehen des deutschen Staates maximal zu schaden und hierdurch wohlmöglich die Rekrutierung weiterer IS-Kämpfer unter den Flüchtlingen zu fördern, denn er wird fest damit gerechnet haben, dass sein Selbstmord innerhalb seiner Familie sowie von Freunden und Glaubensbrüdern angezweifelt würde…

 

Terror-Bekämpfung durch Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden

bka-1-2010

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bka-4-2010

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Der Islamische Staat und die Zukunft Europas – wer Wind sät wird Sturm ernten

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Es erschien zunächst so, als ob der Islamische Staat „IS“ aus dem Nichts entstanden sei.

Woher kommt die Wut dieser Muslime? Was hat sie radikalisiert?

Unter dem Vorwand 9/11 wurde über den „Krieg gegen den Terror“  die NATO-Doktrin zur Sicherung der Energiereserven im Nahen Osten umgesetzt: Destabilisierung, Regime-Change und Terrormanagement zur Überzeugung der eigenen Bevölkerung von der Notwendigkeit dieser Kriege. Christoph Hörstel, den ich bei mehreren Veranstaltungen erlebt habe, hat hierzu 2008 das Buch „Brandherd Pakistan – wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt“ geschrieben.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_H%C3%B6rstel

Christoph R. Hörstel (* 1956 in Bremen) ist ein deutscher Journalist und PR-Berater.

Hörstel, der von 1985 bis 1999 als Journalist unter anderem für die ARD aus Afghanistan, Pakistan und Kaschmir berichtete, tritt heute vor allem als freier Journalist und politischer Aktivist in verschwörungstheoretischen Kreisen wie z. B. dem 9/11 Truth Movement in Erscheinung…

Hörstel behauptete, dass die USA den Krieg in Afghanistan bereits vor den Anschlägen des 11. September 2001 geplant hätten…

In einem Interview mit dem Südwestrundfunk behauptete Hörstel eine Verwicklung der CIA in die Anschläge am 11. September. In seinem Buch Brandherd Pakistan entwickelte Hörstel die Theorie des Terrormanagements. Seiner Meinung nach führen die USA zwar offiziell den Krieg gegen den Terror, jedoch unterstütze die CIA über ihre Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence die Taliban

 

Das Terrormanagement ist mittlerweile aus dem Ruder gelaufen. Der Terror des IS hat nichts gemeinsam mit den so glorreich vereitelten Terroranschlagsversuchen in Deutschland zwischen 2006 und 2012. Der IS hat definitiv Bombenbau-Spezialisten nach Europa geschickt, keine Terrordilettanten nach dem Vorbild der Sauerlandgruppe.

 

https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/01/29/die-gescheiterten-bombenbauversuche-der-islamisten-zwischen-2006-und-2012/

 

Die „einsamen Wölfe“ mit Radikalisierung und Anleitungen aus dem Internet und die unter CIA-Steuerung Al Qaida – ausgebildeten Bombenbau-Amateure stellten eine wohl kontrollierbare Bedrohung dar.

Auszüge aus dem Buch „Brandherd Pakistan“.

 Hörstel 1

Auch Hörstel betrachtet u. a. die geplanten Anschläge der Sauerlandgruppe als Geheimdienst gesteuert.

Hörstel 62

Gewalttaten einzelner radikalisierter Muslime sollten durch die Überwachung des Internets verhindert werden.  Hierzu hatte man den Paragrafen § 89a „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ geschaffen, der bereits eine Verurteilung von  „Gedankenverbrechen“ ermöglicht.

 Hörstel 55 b

Hörstel 56 b

Einige dieser „Gedankentäter“ haben sich mittlerweile dem Islamischen Staat angeschlossen und können – zurück in Deutschland –  jederzeit zu den Attentätern von morgen werden.

Warum wurden hunderttausende Flüchtlinge ohne Registrierung nach Deutschland einreisen gelassen, obwohl die Gefahr bekannt war, dass sich tausende IS-Kämpfer unter den Flüchtlingsstrom gemischt haben konnten?

Die Massenzuwanderung wird die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und hierdurch zur  Ausweitung des Niedriglohnsektors in allen Bereichen beitragen. Könnte es in einem gewissen Rahmen gewünscht sein, ein Klima der Angst zu schaffen, um mit Hilfe von Notstandsgesetzen und Totalüberwachung einen Aufstand der sozial benachteiligten zu verhindern?

 Hörstel 66 b

Tatsache ist, dass die US-Regierung der Entstehung des IS zunächst durchaus positiv gegenüber stand und die Ausbreitung der Terror-Miliz sehenden Auges geschehen ließ.

 

http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/politik-der-instabilitaet-geheimes-pentagon-papier-hat-die-us-regierung-die-terrormiliz-is-geschaffen_id_4707070.html

Geheimes Pentagon-Papier: Hat die US-Regierung die Terrormiliz IS geschaffen?

Dienstag, 26.05.2015

dpa-Grafik Terrormiliz IS in Syrien und im Irak

Ein geheimes Pentagon-Dokument aus dem Jahr 2012 soll beweisen, dass die US-Regierung die Entstehung und den Aufstieg der Terrormiliz IS in Kauf genommen hat. Ein Experte ist sich sicher: Die Bildung eines Kalifats soll ausdrücklich erwünscht worden sein. Steckt also die US-Regierung hinter dem IS?

Plötzlich war er da: der Islamische Staat, die Schreckensherrschaft gewaltbereiter Dschihadisten. Sie expandierten schnell und stellten eine Bedrohung für die arabische, durch Anschläge nicht zuletzt auch für die westliche Welt dar.

Es wirkte, als käme das Kalifat aus dem Nirgendwo. Neu veröffentlichte Dokumente der US-Behörde DIA zeigen nun: Washington sagte schon vor Jahren voraus, dass sich ein Islamischer Staat herausbilden könnte.

Gefahr für den ganzen Nahen Osten

In einem Papier vom August 2012 schreibt die US-Behörde „Defense Intelligence Agency“ (DIA) – der Geheimdienst der vier Teilstreitkräfte Army, Navy, Air Force und Marine Corps -, dass die instabile Situation in der Region zu einem Islamischen Staat führen könnte. Also zu einer Union aus Terroristen-Organisationen im Irak und in Syrien, welche eine schwerwiegende Gefahr für die ganze Region darstelle. Das berichtet der britische Journalist Nafeez Ahmed.

Demnach bestehe die Assad-Opposition aus Salafisten, der Muslim-Bruderschaft und AQI, dem irakischen Al-Qaida-Ableger. Diese Opposition unterstützten der Westen, die Golfstaaten sowie die Türkei, während Russland, der Iran und China das Assad-Regime stärkten…

Warum unternahmen die USA nichts gegen den Aufbau einer großterritorialen Terrororganisation? In dem zum Teil geschwärzten Bericht ist zu lesen, dass es in der instabilen Situation die Möglichkeit einer Gründung eines Salafisten-Staats geben könne. Und das sei, was die oppositions-nahen Staaten wollten – genauer: der Westen, die Golfstaaten und die Türkei. Dadurch würde Assad isoliert und in seiner Position nachhaltig geschwächt werden…

Geopolitische Strategie ist schuld an IS

Der Journalist Ahmed wirft den USA vor, durch ihre geopolitische Strategie die Ursache für den Vormarsch des Terrorstaates begünstigt zu haben. Über die Unterstützung oder die Entmachtung regionaler Herrscher sollte demnach der Zugriff auf Öl- und Gas-Ressourcen sichergestellt werden.

Die US-Regierung habe zwar erkannt, wohin die Verwicklungen in Syrien führen. Doch sie habe daraufhin die Einmischung in Syrien nicht zurückgefahren oder gar gänzlich beendet: Die bedrohliche Zukunft eines Kalifats habe die US-Führung billigend hingenommen und als Teil der eigenen Strategie gegen Assad eingesetzt. Zu dem damaligen Zeitpunkt war der Machthaber aus der US-Perspektive gefährlicher als ein möglicher Islamischer Staat. Das ist heute freilich anders.

 

Der IS betreibt eine ausgeklügelte Militär- und Propaganda-Strategie.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Dabiq_(Magazin)

Dabiq  ist der Titel eines monatlichen englischsprachigen Online-Magazins, das von der Terror-Organisation Islamischer Staat für Propaganda, Rekrutierung und Legitimierungsbestrebungen des IS-Kalifats genutzt wird. Seit seinem erstmaligen Erscheinen im Juli 2014 wurden einzelne Ausgaben in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt, u. a. Französisch, Russisch und Deutsch

 

Dabiq 13, S. 47:

Dabiq 13 47

Der fehlende Einsatz von NATO-Bodentruppen hatte die Ausbreitung des IS erleichtert.

Dabiq 13 Obama

Wen bekämpft der IS?

Natürlich sieht der Islamische Staat in erster Linie die „Ungläubigen“ als Feind an, aber auch alle Muslime, die die USA und die NATO unterstützen, also ebenfalls die strenggläubigen Taliban, denen vom IS mittlerweile die Förderung des Opiumanbaus in Afghanistan und eine Kooperation mit dem pakistanischen Geheimdienst vorgeworfen wird. Die Flüchtlingsströme aus Afghanistan sind angesichts der Armut und Unsicherheit in diesem Land wenig verwunderlich. Bei meiner Teilnahme an der Afghanistan- Konferenz „Das andere Afghanistan“

http://www.linksfraktion.de/termine/andere-afghanistan/

der Partei DIE LINKE im Bundestag, Paul-Löbe-Haus am 28. und 29. Januar 2011 hatte ich einiges zur damaligen Situation im Land erfahren. Der sehr offene und sympathische Said Mahmoud Pahiz, Sprecher der afghanischen »Solidaritäts-Partei«,  berichtete bei einem späteren Treffen in bewegenden Worten, wie die Demokratiebewegung in Afghanistan sowohl von den Taliban als auch von der afghanischen Regierung aus Kriegsherren und Drogenbaronen bekämpft und von der westlichen Koalition in ihrem Aufbau behindert würde. Die USA und die NATO unterstützten damals ausschließlich Karzai als Marionette des Westens.

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Afghanistan/bonn-afgh4.html

http://totul.md/en/newsitem/92583.html

Zu Said Mahmoud Pahiz ist ab 2012 nichts mehr im Internet zu finden…

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Dabiq 13 Taliban 1

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Wie ist der Islamische Staat entstanden?

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Organisation)

Der sogenannte Islamische Staat ist eine seit 2003 aktive terroristisch agierende sunnitische Miliz mit zehntausenden Mitgliedern, die derzeit größere Gebiete im Irak und in Syrien und kleinere Gebiete in Libyen beherrscht, sowie ein seit Juni 2014 als „Kalifat“ deklariertes dschihadistisches „Staatsbildungsprojekt“ bzw. ein „Quasi-Staat“… 2004 war die Organisation unter al-Qaida im Irak (AQI), ab 2007 unter Islamischer Staat im Irak (ISI), von 2011 bis Juni 2014 unter Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS), des Weiteren unter dem Namen Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) und auch unter dem transkribierten arabischen Akronym Daesch bekannt.

Die Führungsspitze des IS wird auch von einer Gruppe von ehemaligen Geheimdienstoffizieren der irakischen Streitkräfte gebildet,Organisatorische Anfänge gehen auf den irakischen Widerstand zurück. Der IS bekannte sich anfangs zu al-Qaida, von deren Führung er sich etwa Mitte 2013 löste und im Januar 2014 durch Aiman az-Zawahiri ausgeschlossen wurde. Der IS kämpft im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, aber zugleich auch gegen die Freie Syrische Armee sowie gegen die kurdische Minderheit im Norden des Landes. Seit August 2014 sind IS-Truppen Ziele von Luftangriffen einer internationalen Allianz, an der sich seit September mehrere westliche und arabische Staaten beteiligen.

Denkbar wäre, dass der IS sich von Al-Qaida gelöst haben könnte, weil die ehemaligen irakischen Geheimdienstoffiziere sich der starken Verstrickung von Al-Qaida-Funktionären mit der CIA bewusst geworden sind und diese Infiltrierung beenden wollten.  Es verwundert wenig, dass die Anfänge des IS auf den irakischen Widerstand zurückgehen, nicht zu vergessen sind der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Koalition der Willigen gegen den Irak, der Einsatz der Uran-Munition, die missgebildeten und verstrahlten Kinder von Basra, das „Golf-Kriegs-Syndrom“, Guantanamo. Hinzu kommt der menschenverachtende Einsatz von Drohnen in  Pakistan, Afghanistan, Jemen und Somalia. Wer nachts das Summen der Drohnen über seinem Haus hören muss, sich nie sicher sein kann, nicht  doch diesmal das Beobachtungs- und Angriffsziel darzustellen, der kann eine Bereitschaft entwickelt, sein Leben für den Kampf gegen den übermächtigen Gegner zu opfern. Der IS ist das Produkt aus Ohnmacht, Hass und Verzweiflung.

Dabiq 13 gerechter Terrror

Auf der Internetseite baqiyya.wordpress.com werden Statistiken zu den durchgeführten Märtyreroperationen aufgeführt und offizielle Stellungnahmen zu den Terroranschlägen abgegeben.

Märtyrer Woche Brüssel

 

https://baqiyya.wordpress.com/2016/03/22/offizielle-stellungnahme-des-islamischen-staates-zu-den-anschlaegen-in-bruessel/

IS Anschlag Belgien

 

https://baqiyya.wordpress.com/2015/11/14/eine-stellungnahme-zu-dem-gesegneten-gemetzel-an-der-franzoesischen-kreuzfahrernation-in-paris/

breaking-news-1437-02-02-paris

Das Know-how der IS-Terroristen bezüglich des Baus von Sprengstoffgürteln und Bomben ist bemerkenswert, zumal die Herstellung des nach offiziellen Angaben verwendeten Sprengstoffs Acetonperoxid (TATP) einer Himmelfahrtsynthese gleich kommt und  der Sprengstoff als Hauptladung ohne eine ausreichende Stabilisierung nicht  verwendbar ist. Die Kunst der hierzu erforderlichen, nirgendwo näher erläuterten sogenannten „Pflegmatisierung“ von Acetonperoxid könnten die Bombenbauer der palästinensischen Selbstmordattentäter perfektioniert haben.

 

http://web.archive.org/web/20080210235200/http://www.timesonline.co.uk/article/0,,22989-1695442,00.html

July 15, 2005

TATP is suicide bombers‘ weapon of choice

In the occupied Palestinian territories, you can tell who the ‚engineers‘ are: they are the ones covered in burn marks who might be missing fingers, or even a whole hand.

The engineers are the bomb-makers for the young suicide bombers sent to kill Israelis by the Islamic militant organisations such as Hamas. And their explosive of choice, triacetone triperoxide or TATP – named today as an explosive used in last week’s London bombings – is the reason for their disfigurement.

TATP’s base ingredients – drain cleaner, bleach and acetone – can be bought easily and without attracting suspicion; its chemical composition is simple; and in its finished form it is almost undetectable by sniffer dogs or conventional bomb detection systems…

But as the Palestinian bomb-makers will attest – 40 Palestinians are thought to have been killed making or handling the explosive – it is highly unstable and sensitive to heat and friction. Not for nothing is it known as „Mother of Satan“.

As one British explosives expert said today of the news that TATP was involved in the four London blasts: „Frankly, I wouldn’t like to be wandering around with 10lb of TATP on my back.“

That expert suggested that TATP – which does not need sophisticated detonating devices – might have been used only as the trigger for the London bombs, but it could have been the main explosive. „It would be surprising, but then the Jihadis, and al-Qaeda, are always capable of surprising us,“ he added.

In Reid’s case, there was a small thread of TATP running through 100 grammes of PETN, a high-grade military plastic explosive, attached to a powder-fuse running through his shoelace. That combination surprised bomb experts – TATP is not the trigger normally used for PETN – but was seen as a sophisticated mixture for avoiding detection.

Although discovered as far back as 1895 by a German scientist, Richard Wolffenstein, TATP’s instability meant it was never taken up militarily or commercially. But it was rediscovered in the West Bank in the early 1980s and soon became an extremists‘ staple…

Die Verwendung von Acetonperoxid würde eine Herstellung der Sprengstoffgürtel in Europa voraussetzen, da ein Transport über weite Strecken auch bei gelungener Stabilisierung des Sprengstoffs als äußerst riskant erscheinen muss.

 

http://www.n-tv.de/politik/Sprengstoffguertel-kommen-wohl-aus-Europa-article16365541.html

Montag, 16. November 2015

Bei allen Attentätern von Paris, die am Freitagabend nicht zögerten, den Knopf zu drücken, um sich in die Luft zu sprengen, wurde nach den Worten von Staatsanwalt François Molins ein Sprengstoffgürtel derselben Bauart gefunden: Der verwendete Sprengstoff war TATP (Acetonperoxid), das leicht herzustellen ist, aber sehr empfindlich auf Einwirkungen wie Schläge oder Temperaturschwankungen reagiert. Zudem hatten alle Sprengstoffgürtel demnach eine Batterie, einen Knopf als Zünder und Bolzen, um durch Splitter möglichst großen Schaden anzurichten…

Eine Anleitung im Internet oder ein Chemiehandbuch reichen den Experten zufolge bei Weitem nicht aus, um solch einen Sprengstoffgürtel bauen zu können. „Das lässt sich nicht in zwei Tagen machen“, meint ein Ex-Geheimdienstmitarbeiter. „Man braucht wochenlange Ausbildung, und man muss unter Anleitung eines ‚Meisters‘ arbeiten. Das ist eine minutiöse Arbeit, dazu ist jemand nötig, der weiß, was ein Sprengstoff ist, ein Zünder, wie man die Teile miteinander verbindet, ohne dass sie einem ins Gesicht explodieren.“

„Sie haben die Sprengstoffgürtel nicht aus Syrien importiert“, ist sich der Experte sicher. „Je mehr man die Dinger mit sich herumschleppt, desto höher sind die Risiken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier, in Frankreich oder Europa, ein oder zwei Kerle gibt, die aus den (islamistischen) Kampfgebieten zurückgekommen sind und die es vor Ort gelernt haben.“…

 

http://motherboard.vice.com/de/read/acetonperoxid-das-markenzeichen-vno-is-anschlaegen-in-europa-777

… Sind die Inhaltsstoffe auch leicht zu beschaffen, gilt die Substanz dennoch als äußerst kompliziert in der Handhabung—weswegen die Ermittler davon ausgehen, dass die IS-Attentäter von Paris ein gründliches Training durchlaufen haben…Um sicher mit Acetonperoxid umzugehen, muss der Stoff stabilisiert werden. Die schmerzhafte Wahrheit ist, dass der IS den Umgang und die sichere Herstellung eines hochgefährlichen Sprengstoffs in vielen Fällen bereits gemeistert hat…

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Phlegmatisieren

In der Chemie bedeutet „phlegmatisiert“ meist, dass ein (pulverförmiger) Stoff mit Flüssigkeit überzogen ist. Stoffe, die in Pulverform vorliegen, sind oft hochreaktiv und neigen dazu, explosionsartig zu oxidieren. Um Umgang, Transport und Lagerung solcher Stoffe ungefährlicher zu machen, werden sie phlegmatisiert. So sind die einzelnen Teilchen von dünnen Flüssigkeitsschichten umgeben und sind daher weniger reaktiv.

Beispiel:
die Phlegmatisierung von Acetonperoxid mit Aceton.

 

Im Al-Qaida-Magazin „Inspire“ wird die Herstellung von Acetonperoxid ausführlich und mit Bildern veranschaulicht beschrieben. Über das Know-how des IS oder der Hamas scheint hier jedoch niemand zu verfügen. Ein Dr. Katheer empfiehlt die Trocknung der Kristalle im Sonnenlicht, ein absolutes No-Go, und eine erforderliche Stabilisierung des Acetonperoxids wird nicht einmal erwähnt. Das sieht sehr nach der Vermittlung einer CIA-erwünschten Selbstmordsynthese aus…

Apex 1

Apex 2

Apex 3

Der IS wird im Nahen Osten aus der Luft bekämpft, während der Feind seine Kämpfer längst geschützt durch den Flüchtlingsstrom nach Europa einmarschieren ließ. Wir beherbergen unsere Feinde und schauen dabei zu, wie sie in unseren eigenen Reihen weitere Anhänger rekrutieren. Die aktuellen Verhaftungen sollen Stärke demonstrieren und Effektivität im Kampf gegen den Islamischen Staat. Die europäischen Sicherheitsbehörden können gegen diejenigen vorgehen, die ihnen bekannt sind, die unauffälligen Schläfer finden sie nie…

 

Die Aufgabe der Weisen ist, die Katastrophe vorauszusehen. Die Aufgabe der Tapferen, die kommende Katastrophe zu bewältigen.

Pittakos (Pittakus)

 

Am Abgrund hat man den besten Überblick.

© Prof. Querulix