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Formulierungshilfen für authentische Bekennerschreiben – der Anschlag auf den BVB-Bus in Dortmund

 

Wann ist ein Bekennerschreiben als authentisch einzustufen?

Man muss hier unterscheiden zwischen der Herkunft und dem Inhalt des Schreibens. Zum einen stellt sich die Frage, ob der Autor auch einer der Täter ist oder in deren Auftrag geschrieben hat.  Zum anderen muss geklärt werden, ob die Selbstbezichtigung glaubwürdig erscheint, der Anschlag also nicht einer anderen Gruppierung untergeschoben werden soll.

Wenn Form und Sprachstil zum angeblichen Bekenner-Kreis passen, weist dies zwar auf eine Authentizität hin, mehr aber auch nicht. Ist der „Fälscher“ fähig genug, so könnten die Gutachter getäuscht werden.

Wenn ein verspätet eintreffendes Schreiben per E-Mail an die Medien gerichtet wird, so müsste dies Täterwissen enthalten, um als echt in Frage zu kommen. Ansonsten ist es mehr als wahrscheinlich, dass man es mit Trittbrettfahrern zu tun hat.

Ein weiterer Hinweis auf die Authentizität ist sicherlich der Tathergang. Bei den Bomben in Dortmund sollen nach Presseangaben militärischer Sprengstoff, den es auch in Bundeswehrbeständen gibt, sowie militärische Zünder verwendet worden sein. Hier muss untersucht werden, welche Wege der Beschaffung in Frage kommen.

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bvb-anschlag-stammt-der-sprengstoff-von-der-bundeswehr-14973216.html

15.04.2017

Der bei dem Anschlag auf die Fußballer von Borussia Dortmund (BVB) verwendete Sprengstoff stammt einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise von der Bundeswehr. Das berichtete die „Welt am Sonntag“ am Samstag vorab unter Berufung auf Ermittlerkreise. „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr“, zitierte das Blatt Insider. „Aber das wird noch geprüft.“ Der militärische Zünder setze Fachkenntnisse voraus und habe sich nicht leicht beschaffen lassen. Es bestünden den Ermittlern zufolge weiterhin Zweifel, ob die Bomben von islamistischen Extremisten gezündet worden seien…

 

In den drei am Tatort gefundenen Bekennerschreiben ist vom Islamischen Staat nur einmal die Rede, in Verbindung mit der Benennung einer Todesliste. Ein Handeln im Auftrag des IS wird damit lediglich suggeriert.

 

http://www.sueddeutsche.de/politik/dortmund-das-schreiben-vom-tatort-im-wortlaut-1.3462691

12. April 2017

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist in der Nähe des Tatortes ein Schreiben mit möglicherweise islamistischem Hintergrund gefunden worden. Die Behörden prüfen seine Echtheit. Das Schreiben liegt der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und WDR im Wortlaut vor:

„Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen, 12 ungläubige würden von unseren Gesegneten Brüder in Deutschland getötet. Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden. Jedoch wir bleiben standhaft durch die Gnade Allahs.

Ab sofort stehen alle ungläubigen Schauspieler, Sänger, Sportler und Sämtliche prominente in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen auf Todesliste des Islamischen Staates.

Und das solange die folgenden Forderungen nicht erfüllt werden:

– Tornados aus Syrien abziehen. – Ramstein Air Base muss geschlossen werden.“

 

Islamwissenschaftler haben festgestellt, dass die radikalislamische Motivation vorgetäuscht sein könnte, weil Form und Schreibstil nicht zum IS passten.

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/erhebliche-zweifel-an-islamistischem-bvb-bekennerschreiben-14972750.html

14.04.2017

… In der Nähe des Tatorts in Dortmund waren drei textgleiche Bekennerschreiben gefunden worden, deren Authentizität aber in Zweifel gezogen wurde. NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichteten unter Berufung auf eine islamwissenschaftliche Untersuchung, möglicherweise hätten der oder die Verfasser eine radikalislamische Motivation nur vorgetäuscht.

Was gegen die Authentizität des Schreibens spricht

Zum einen sei der Sprachgebrauch untypisch, und es fehlten Symbole des IS. Zudem seien nach IS-Anschlägen noch nie Bekennerschreiben am Tatort gefunden worden. Stutzig machten die Experten auch die Forderungen nach dem Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes Ramstein – derartige Forderungen seien für den IS untypisch….

 

Sicherheitsexperten sollen angeblich davon ausgehen, dass das Schreiben von einem deutschen Muttersprachler verfasst worden sei, der die Fehler bewusst eingebaut habe, um den Verdacht auf einen Ausländer zu lenken. Auf mich wirken die Fehler im Schreiben durchaus echt. Als Autor kommt genauso gut ein Moslem mit Migrationshintergrund in Frage, der in Deutschland die Schule besucht hat.

 

Würde das folgende „Bekennerschreiben“ als „Original IS“ durchgehen?

 

  1. Radjab 1438

Durch Allahs Güte rückte eine Gruppe Gläubiger von den Soldaten des Kalifats – möge Allah sie ehren und zum Sieg verhelfen – aus, das kreuzzüglerische Deutschland als Ziel, welches nicht aufgehört hat, den Islam und die Muslime in Syrien mit seinen Tornados zu bekämpfen.

Sie führten ihre Operation an einem beweglichen Objekt mit militärischer Präzision aus, um die ungläubigen Spieler einer der bekanntesten Fußballmannschaften Deutschlands zu treffen.

Die prominenten Vertreter der Ungläubigen werden weiterhin an oberster Stelle der Angriffsliste des Islamischen Staates verbleiben, und was bevorsteht, ist gewaltiger und bitterer, durch Allahs Erlaubnis und alles Lob gebührt Allah für sein Verhelfen zum Erfolg.

Allah sprach:  Und sie dachten, dass ihre Burgen sie gegen Allah schützen würden. Doch Allah kam von (dort) über sie, woher sie es nicht erwarteten, und warf Schrecken in ihre Herzen, so dass sie ihre Häuser mit ihren eigenen Händen und den Händen der Gläubigen zerstörten.  So zieht eine Lehre daraus, o die ihr Einsicht habt! (Al-Hašr 2)

 

Das vor Ort gefundene Bekennerschreiben schließt meiner Ansicht nach eine islamistische bzw. dschihadistische Motivation nicht aus. Nicht jeder Täter oder jede Gruppierung, die sich berufen fühlt, im Sinne des IS und der Gegner der völkerrechtswidrigen Angriffskriege im Nahen Osten Anschläge in Deutschland zu verüben, muss mit dem IS auch nur in irgendeiner Form in Kontakt stehen oder jemals in Kontakt gestanden haben. Es hat schon genügend sogenannte Selbstradikalisierungen von Muslimen gegeben.

Warum soll sich nicht jemand radikalisiert haben, der im Umgang mit Sprengstoff ausgebildet ist und Zugang zu militärischem Sprengstoff hat oder über die Kontakte verfügt, diesen zu besorgen?

Und warum sollte sich der IS auf seinen offiziellen Kanälen zu etwas bekennen, mit dem seine Anführer nichts zu tun haben? Das Ziel des Anschlags, die Vorgehensweise und vor allem die gestellten Forderungen werden von der Führung des Islamischen Staates möglicherweise sogar abgelehnt.

Der oder die Täter scheinen sich mit dem Thema Ramstein und der Art der deutschen Kriegsbeteiligung in Syrien beschäftigt zu haben. Die Forderung, Ramstein Air Base zu schließen, wird auch von Linksextremisten, Rechtsextremisten und „Rechtspopulisten“ gestellt.

Aber genügt das, um den Anschlag beispielsweise rechten Gruppierungen zuzuordnen und anzunehmen, dass hier dem IS ein Attentat untergeschoben werden sollte, um Misstrauen und Hass gegen Flüchtlinge zu schüren?

Ich halte diese Vermutung für ziemlich abwegig. Als ob die Gefahr durch die zugereisten IS-Kämpfer nicht spätestens seit dem Anschlag von Berlin in den Köpfen der meisten Deutschen angekommen ist. Und einen versuchten Anschlag auf ein Fußballspiel hat es bereits in Paris gegeben, auch hier wären unter Umständen Spieler verletzt oder getötet worden, wenn die Selbstmordattentäter Zugang zum Stadion im Länderspiel Deutschland gegen Frankreich erhalten hätten. Und eine Fußball-Mannschaft sieht für mich definitiv nicht aus wie ein geeignetes Ziel für eine rechtsterroristische Gruppierung. Um den Verdacht auf den IS zu lenken, wären da weniger selbstschädigende Ziele denkbar…

Dem rechtsextremen Bekennerschreiben vom 14.04.2017 wird angeblich Authentizität bezüglich der politischen Orientierung des Autors unterstellt, dafür aber wird vermutlich aufgrund des verspäteten Eintreffens per E-Mail und wegen des fehlenden Täterwissens auf einen Trittbrettfahrer getippt. Aber auch in diesem Fall besteht keinerlei Gewissheit. Es kann nicht so schwer für einen Linksextremisten sein, ein echt wirkendes rechtsextremistisches Bekennerschreiben aufzusetzen. Die üblicherweise verwendeten Floskeln finden sich in allerlei Veröffentlichungen im Internet und sind der Antifa bestens bekannt. Da Rechtsextreme aufgrund der maßlosen Übertreibung antifaschistischer Sprachgestaltung und Meinungsäußerung als Urheber des Bekennerschreibens auf dem Antifa-Portal indymedia.org zu vermuten sind, könnte man durchaus annehmen, dass nun wohlmöglich ein Antifa-Aktivist als Rache das „rechtsextreme“ E-Mail-Bekennerschreiben aufgesetzt hat.

Theoretisch könnte auch ein Anti-Ramstein- Aktivist der linken Szene mit Migrationshintergrund oder ein deutscher Konvertit aus der Antifa-Szene zum Islamisten mutiert sein. Zweifel bezüglich der Fähigkeit, an militärischen Sprengstoff zu gelangen und mit diesem umgehen zu können, wären hier allerdings berechtigt.

 

Was sagen uns also die drei Bekenntnis-Varianten?

Mit den passenden Formulierungshilfen und der politisch gewünschten Schuldzuweisung lassen sich mühelos mediale Vorverurteilungen in Szene setzen und möglicherweise sogar Ermittlungen in die staatlicherseits bevorzugte Richtung hin manipulieren.

 

 

 

Der Islamische Staat und die Zukunft Europas – wer Wind sät wird Sturm ernten

democraty

Es erschien zunächst so, als ob der Islamische Staat „IS“ aus dem Nichts entstanden sei.

Woher kommt die Wut dieser Muslime? Was hat sie radikalisiert?

Unter dem Vorwand 9/11 wurde über den „Krieg gegen den Terror“  die NATO-Doktrin zur Sicherung der Energiereserven im Nahen Osten umgesetzt: Destabilisierung, Regime-Change und Terrormanagement zur Überzeugung der eigenen Bevölkerung von der Notwendigkeit dieser Kriege. Christoph Hörstel, den ich bei mehreren Veranstaltungen erlebt habe, hat hierzu 2008 das Buch „Brandherd Pakistan – wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt“ geschrieben.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_H%C3%B6rstel

Christoph R. Hörstel (* 1956 in Bremen) ist ein deutscher Journalist und PR-Berater.

Hörstel, der von 1985 bis 1999 als Journalist unter anderem für die ARD aus Afghanistan, Pakistan und Kaschmir berichtete, tritt heute vor allem als freier Journalist und politischer Aktivist in verschwörungstheoretischen Kreisen wie z. B. dem 9/11 Truth Movement in Erscheinung…

Hörstel behauptete, dass die USA den Krieg in Afghanistan bereits vor den Anschlägen des 11. September 2001 geplant hätten…

In einem Interview mit dem Südwestrundfunk behauptete Hörstel eine Verwicklung der CIA in die Anschläge am 11. September. In seinem Buch Brandherd Pakistan entwickelte Hörstel die Theorie des Terrormanagements. Seiner Meinung nach führen die USA zwar offiziell den Krieg gegen den Terror, jedoch unterstütze die CIA über ihre Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence die Taliban

 

Das Terrormanagement ist mittlerweile aus dem Ruder gelaufen. Der Terror des IS hat nichts gemeinsam mit den so glorreich vereitelten Terroranschlagsversuchen in Deutschland zwischen 2006 und 2012. Der IS hat definitiv Bombenbau-Spezialisten nach Europa geschickt, keine Terrordilettanten nach dem Vorbild der Sauerlandgruppe.

 

https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/01/29/die-gescheiterten-bombenbauversuche-der-islamisten-zwischen-2006-und-2012/

 

Die „einsamen Wölfe“ mit Radikalisierung und Anleitungen aus dem Internet und die unter CIA-Steuerung Al Qaida – ausgebildeten Bombenbau-Amateure stellten eine wohl kontrollierbare Bedrohung dar.

Auszüge aus dem Buch „Brandherd Pakistan“.

 Hörstel 1

Auch Hörstel betrachtet u. a. die geplanten Anschläge der Sauerlandgruppe als Geheimdienst gesteuert.

Hörstel 62

Gewalttaten einzelner radikalisierter Muslime sollten durch die Überwachung des Internets verhindert werden.  Hierzu hatte man den Paragrafen § 89a „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ geschaffen, der bereits eine Verurteilung von  „Gedankenverbrechen“ ermöglicht.

 Hörstel 55 b

Hörstel 56 b

Einige dieser „Gedankentäter“ haben sich mittlerweile dem Islamischen Staat angeschlossen und können – zurück in Deutschland –  jederzeit zu den Attentätern von morgen werden.

Warum wurden hunderttausende Flüchtlinge ohne Registrierung nach Deutschland einreisen gelassen, obwohl die Gefahr bekannt war, dass sich tausende IS-Kämpfer unter den Flüchtlingsstrom gemischt haben konnten?

Die Massenzuwanderung wird die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und hierdurch zur  Ausweitung des Niedriglohnsektors in allen Bereichen beitragen. Könnte es in einem gewissen Rahmen gewünscht sein, ein Klima der Angst zu schaffen, um mit Hilfe von Notstandsgesetzen und Totalüberwachung einen Aufstand der sozial benachteiligten zu verhindern?

 Hörstel 66 b

Tatsache ist, dass die US-Regierung der Entstehung des IS zunächst durchaus positiv gegenüber stand und die Ausbreitung der Terror-Miliz sehenden Auges geschehen ließ.

 

http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/politik-der-instabilitaet-geheimes-pentagon-papier-hat-die-us-regierung-die-terrormiliz-is-geschaffen_id_4707070.html

Geheimes Pentagon-Papier: Hat die US-Regierung die Terrormiliz IS geschaffen?

Dienstag, 26.05.2015

dpa-Grafik Terrormiliz IS in Syrien und im Irak

Ein geheimes Pentagon-Dokument aus dem Jahr 2012 soll beweisen, dass die US-Regierung die Entstehung und den Aufstieg der Terrormiliz IS in Kauf genommen hat. Ein Experte ist sich sicher: Die Bildung eines Kalifats soll ausdrücklich erwünscht worden sein. Steckt also die US-Regierung hinter dem IS?

Plötzlich war er da: der Islamische Staat, die Schreckensherrschaft gewaltbereiter Dschihadisten. Sie expandierten schnell und stellten eine Bedrohung für die arabische, durch Anschläge nicht zuletzt auch für die westliche Welt dar.

Es wirkte, als käme das Kalifat aus dem Nirgendwo. Neu veröffentlichte Dokumente der US-Behörde DIA zeigen nun: Washington sagte schon vor Jahren voraus, dass sich ein Islamischer Staat herausbilden könnte.

Gefahr für den ganzen Nahen Osten

In einem Papier vom August 2012 schreibt die US-Behörde „Defense Intelligence Agency“ (DIA) – der Geheimdienst der vier Teilstreitkräfte Army, Navy, Air Force und Marine Corps -, dass die instabile Situation in der Region zu einem Islamischen Staat führen könnte. Also zu einer Union aus Terroristen-Organisationen im Irak und in Syrien, welche eine schwerwiegende Gefahr für die ganze Region darstelle. Das berichtet der britische Journalist Nafeez Ahmed.

Demnach bestehe die Assad-Opposition aus Salafisten, der Muslim-Bruderschaft und AQI, dem irakischen Al-Qaida-Ableger. Diese Opposition unterstützten der Westen, die Golfstaaten sowie die Türkei, während Russland, der Iran und China das Assad-Regime stärkten…

Warum unternahmen die USA nichts gegen den Aufbau einer großterritorialen Terrororganisation? In dem zum Teil geschwärzten Bericht ist zu lesen, dass es in der instabilen Situation die Möglichkeit einer Gründung eines Salafisten-Staats geben könne. Und das sei, was die oppositions-nahen Staaten wollten – genauer: der Westen, die Golfstaaten und die Türkei. Dadurch würde Assad isoliert und in seiner Position nachhaltig geschwächt werden…

Geopolitische Strategie ist schuld an IS

Der Journalist Ahmed wirft den USA vor, durch ihre geopolitische Strategie die Ursache für den Vormarsch des Terrorstaates begünstigt zu haben. Über die Unterstützung oder die Entmachtung regionaler Herrscher sollte demnach der Zugriff auf Öl- und Gas-Ressourcen sichergestellt werden.

Die US-Regierung habe zwar erkannt, wohin die Verwicklungen in Syrien führen. Doch sie habe daraufhin die Einmischung in Syrien nicht zurückgefahren oder gar gänzlich beendet: Die bedrohliche Zukunft eines Kalifats habe die US-Führung billigend hingenommen und als Teil der eigenen Strategie gegen Assad eingesetzt. Zu dem damaligen Zeitpunkt war der Machthaber aus der US-Perspektive gefährlicher als ein möglicher Islamischer Staat. Das ist heute freilich anders.

 

Der IS betreibt eine ausgeklügelte Militär- und Propaganda-Strategie.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Dabiq_(Magazin)

Dabiq  ist der Titel eines monatlichen englischsprachigen Online-Magazins, das von der Terror-Organisation Islamischer Staat für Propaganda, Rekrutierung und Legitimierungsbestrebungen des IS-Kalifats genutzt wird. Seit seinem erstmaligen Erscheinen im Juli 2014 wurden einzelne Ausgaben in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt, u. a. Französisch, Russisch und Deutsch

 

Dabiq 13, S. 47:

Dabiq 13 47

Der fehlende Einsatz von NATO-Bodentruppen hatte die Ausbreitung des IS erleichtert.

Dabiq 13 Obama

Wen bekämpft der IS?

Natürlich sieht der Islamische Staat in erster Linie die „Ungläubigen“ als Feind an, aber auch alle Muslime, die die USA und die NATO unterstützen, also ebenfalls die strenggläubigen Taliban, denen vom IS mittlerweile die Förderung des Opiumanbaus in Afghanistan und eine Kooperation mit dem pakistanischen Geheimdienst vorgeworfen wird. Die Flüchtlingsströme aus Afghanistan sind angesichts der Armut und Unsicherheit in diesem Land wenig verwunderlich. Bei meiner Teilnahme an der Afghanistan- Konferenz „Das andere Afghanistan“

http://www.linksfraktion.de/termine/andere-afghanistan/

der Partei DIE LINKE im Bundestag, Paul-Löbe-Haus am 28. und 29. Januar 2011 hatte ich einiges zur damaligen Situation im Land erfahren. Der sehr offene und sympathische Said Mahmoud Pahiz, Sprecher der afghanischen »Solidaritäts-Partei«,  berichtete bei einem späteren Treffen in bewegenden Worten, wie die Demokratiebewegung in Afghanistan sowohl von den Taliban als auch von der afghanischen Regierung aus Kriegsherren und Drogenbaronen bekämpft und von der westlichen Koalition in ihrem Aufbau behindert würde. Die USA und die NATO unterstützten damals ausschließlich Karzai als Marionette des Westens.

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Afghanistan/bonn-afgh4.html

http://totul.md/en/newsitem/92583.html

Zu Said Mahmoud Pahiz ist ab 2012 nichts mehr im Internet zu finden…

S. 50

Dabiq 13 Taliban 1

S. 51

Dabiq 51 a

Dabiq 51 b

Wie ist der Islamische Staat entstanden?

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Organisation)

Der sogenannte Islamische Staat ist eine seit 2003 aktive terroristisch agierende sunnitische Miliz mit zehntausenden Mitgliedern, die derzeit größere Gebiete im Irak und in Syrien und kleinere Gebiete in Libyen beherrscht, sowie ein seit Juni 2014 als „Kalifat“ deklariertes dschihadistisches „Staatsbildungsprojekt“ bzw. ein „Quasi-Staat“… 2004 war die Organisation unter al-Qaida im Irak (AQI), ab 2007 unter Islamischer Staat im Irak (ISI), von 2011 bis Juni 2014 unter Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS), des Weiteren unter dem Namen Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) und auch unter dem transkribierten arabischen Akronym Daesch bekannt.

Die Führungsspitze des IS wird auch von einer Gruppe von ehemaligen Geheimdienstoffizieren der irakischen Streitkräfte gebildet,Organisatorische Anfänge gehen auf den irakischen Widerstand zurück. Der IS bekannte sich anfangs zu al-Qaida, von deren Führung er sich etwa Mitte 2013 löste und im Januar 2014 durch Aiman az-Zawahiri ausgeschlossen wurde. Der IS kämpft im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, aber zugleich auch gegen die Freie Syrische Armee sowie gegen die kurdische Minderheit im Norden des Landes. Seit August 2014 sind IS-Truppen Ziele von Luftangriffen einer internationalen Allianz, an der sich seit September mehrere westliche und arabische Staaten beteiligen.

Denkbar wäre, dass der IS sich von Al-Qaida gelöst haben könnte, weil die ehemaligen irakischen Geheimdienstoffiziere sich der starken Verstrickung von Al-Qaida-Funktionären mit der CIA bewusst geworden sind und diese Infiltrierung beenden wollten.  Es verwundert wenig, dass die Anfänge des IS auf den irakischen Widerstand zurückgehen, nicht zu vergessen sind der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Koalition der Willigen gegen den Irak, der Einsatz der Uran-Munition, die missgebildeten und verstrahlten Kinder von Basra, das „Golf-Kriegs-Syndrom“, Guantanamo. Hinzu kommt der menschenverachtende Einsatz von Drohnen in  Pakistan, Afghanistan, Jemen und Somalia. Wer nachts das Summen der Drohnen über seinem Haus hören muss, sich nie sicher sein kann, nicht  doch diesmal das Beobachtungs- und Angriffsziel darzustellen, der kann eine Bereitschaft entwickelt, sein Leben für den Kampf gegen den übermächtigen Gegner zu opfern. Der IS ist das Produkt aus Ohnmacht, Hass und Verzweiflung.

Dabiq 13 gerechter Terrror

Auf der Internetseite baqiyya.wordpress.com werden Statistiken zu den durchgeführten Märtyreroperationen aufgeführt und offizielle Stellungnahmen zu den Terroranschlägen abgegeben.

Märtyrer Woche Brüssel

 

https://baqiyya.wordpress.com/2016/03/22/offizielle-stellungnahme-des-islamischen-staates-zu-den-anschlaegen-in-bruessel/

IS Anschlag Belgien

 

https://baqiyya.wordpress.com/2015/11/14/eine-stellungnahme-zu-dem-gesegneten-gemetzel-an-der-franzoesischen-kreuzfahrernation-in-paris/

breaking-news-1437-02-02-paris

Das Know-how der IS-Terroristen bezüglich des Baus von Sprengstoffgürteln und Bomben ist bemerkenswert, zumal die Herstellung des nach offiziellen Angaben verwendeten Sprengstoffs Acetonperoxid (TATP) einer Himmelfahrtsynthese gleich kommt und  der Sprengstoff als Hauptladung ohne eine ausreichende Stabilisierung nicht  verwendbar ist. Die Kunst der hierzu erforderlichen, nirgendwo näher erläuterten sogenannten „Pflegmatisierung“ von Acetonperoxid könnten die Bombenbauer der palästinensischen Selbstmordattentäter perfektioniert haben.

 

http://web.archive.org/web/20080210235200/http://www.timesonline.co.uk/article/0,,22989-1695442,00.html

July 15, 2005

TATP is suicide bombers‘ weapon of choice

In the occupied Palestinian territories, you can tell who the ‚engineers‘ are: they are the ones covered in burn marks who might be missing fingers, or even a whole hand.

The engineers are the bomb-makers for the young suicide bombers sent to kill Israelis by the Islamic militant organisations such as Hamas. And their explosive of choice, triacetone triperoxide or TATP – named today as an explosive used in last week’s London bombings – is the reason for their disfigurement.

TATP’s base ingredients – drain cleaner, bleach and acetone – can be bought easily and without attracting suspicion; its chemical composition is simple; and in its finished form it is almost undetectable by sniffer dogs or conventional bomb detection systems…

But as the Palestinian bomb-makers will attest – 40 Palestinians are thought to have been killed making or handling the explosive – it is highly unstable and sensitive to heat and friction. Not for nothing is it known as „Mother of Satan“.

As one British explosives expert said today of the news that TATP was involved in the four London blasts: „Frankly, I wouldn’t like to be wandering around with 10lb of TATP on my back.“

That expert suggested that TATP – which does not need sophisticated detonating devices – might have been used only as the trigger for the London bombs, but it could have been the main explosive. „It would be surprising, but then the Jihadis, and al-Qaeda, are always capable of surprising us,“ he added.

In Reid’s case, there was a small thread of TATP running through 100 grammes of PETN, a high-grade military plastic explosive, attached to a powder-fuse running through his shoelace. That combination surprised bomb experts – TATP is not the trigger normally used for PETN – but was seen as a sophisticated mixture for avoiding detection.

Although discovered as far back as 1895 by a German scientist, Richard Wolffenstein, TATP’s instability meant it was never taken up militarily or commercially. But it was rediscovered in the West Bank in the early 1980s and soon became an extremists‘ staple…

Die Verwendung von Acetonperoxid würde eine Herstellung der Sprengstoffgürtel in Europa voraussetzen, da ein Transport über weite Strecken auch bei gelungener Stabilisierung des Sprengstoffs als äußerst riskant erscheinen muss.

 

http://www.n-tv.de/politik/Sprengstoffguertel-kommen-wohl-aus-Europa-article16365541.html

Montag, 16. November 2015

Bei allen Attentätern von Paris, die am Freitagabend nicht zögerten, den Knopf zu drücken, um sich in die Luft zu sprengen, wurde nach den Worten von Staatsanwalt François Molins ein Sprengstoffgürtel derselben Bauart gefunden: Der verwendete Sprengstoff war TATP (Acetonperoxid), das leicht herzustellen ist, aber sehr empfindlich auf Einwirkungen wie Schläge oder Temperaturschwankungen reagiert. Zudem hatten alle Sprengstoffgürtel demnach eine Batterie, einen Knopf als Zünder und Bolzen, um durch Splitter möglichst großen Schaden anzurichten…

Eine Anleitung im Internet oder ein Chemiehandbuch reichen den Experten zufolge bei Weitem nicht aus, um solch einen Sprengstoffgürtel bauen zu können. „Das lässt sich nicht in zwei Tagen machen“, meint ein Ex-Geheimdienstmitarbeiter. „Man braucht wochenlange Ausbildung, und man muss unter Anleitung eines ‚Meisters‘ arbeiten. Das ist eine minutiöse Arbeit, dazu ist jemand nötig, der weiß, was ein Sprengstoff ist, ein Zünder, wie man die Teile miteinander verbindet, ohne dass sie einem ins Gesicht explodieren.“

„Sie haben die Sprengstoffgürtel nicht aus Syrien importiert“, ist sich der Experte sicher. „Je mehr man die Dinger mit sich herumschleppt, desto höher sind die Risiken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier, in Frankreich oder Europa, ein oder zwei Kerle gibt, die aus den (islamistischen) Kampfgebieten zurückgekommen sind und die es vor Ort gelernt haben.“…

 

http://motherboard.vice.com/de/read/acetonperoxid-das-markenzeichen-vno-is-anschlaegen-in-europa-777

… Sind die Inhaltsstoffe auch leicht zu beschaffen, gilt die Substanz dennoch als äußerst kompliziert in der Handhabung—weswegen die Ermittler davon ausgehen, dass die IS-Attentäter von Paris ein gründliches Training durchlaufen haben…Um sicher mit Acetonperoxid umzugehen, muss der Stoff stabilisiert werden. Die schmerzhafte Wahrheit ist, dass der IS den Umgang und die sichere Herstellung eines hochgefährlichen Sprengstoffs in vielen Fällen bereits gemeistert hat…

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Phlegmatisieren

In der Chemie bedeutet „phlegmatisiert“ meist, dass ein (pulverförmiger) Stoff mit Flüssigkeit überzogen ist. Stoffe, die in Pulverform vorliegen, sind oft hochreaktiv und neigen dazu, explosionsartig zu oxidieren. Um Umgang, Transport und Lagerung solcher Stoffe ungefährlicher zu machen, werden sie phlegmatisiert. So sind die einzelnen Teilchen von dünnen Flüssigkeitsschichten umgeben und sind daher weniger reaktiv.

Beispiel:
die Phlegmatisierung von Acetonperoxid mit Aceton.

 

Im Al-Qaida-Magazin „Inspire“ wird die Herstellung von Acetonperoxid ausführlich und mit Bildern veranschaulicht beschrieben. Über das Know-how des IS oder der Hamas scheint hier jedoch niemand zu verfügen. Ein Dr. Katheer empfiehlt die Trocknung der Kristalle im Sonnenlicht, ein absolutes No-Go, und eine erforderliche Stabilisierung des Acetonperoxids wird nicht einmal erwähnt. Das sieht sehr nach der Vermittlung einer CIA-erwünschten Selbstmordsynthese aus…

Apex 1

Apex 2

Apex 3

Der IS wird im Nahen Osten aus der Luft bekämpft, während der Feind seine Kämpfer längst geschützt durch den Flüchtlingsstrom nach Europa einmarschieren ließ. Wir beherbergen unsere Feinde und schauen dabei zu, wie sie in unseren eigenen Reihen weitere Anhänger rekrutieren. Die aktuellen Verhaftungen sollen Stärke demonstrieren und Effektivität im Kampf gegen den Islamischen Staat. Die europäischen Sicherheitsbehörden können gegen diejenigen vorgehen, die ihnen bekannt sind, die unauffälligen Schläfer finden sie nie…

 

Die Aufgabe der Weisen ist, die Katastrophe vorauszusehen. Die Aufgabe der Tapferen, die kommende Katastrophe zu bewältigen.

Pittakos (Pittakus)

 

Am Abgrund hat man den besten Überblick.

© Prof. Querulix