Schlagwort-Archive: Emmanuel Macron

Präsidentschaftswahl in Frankreich – Emmanuel Macron und der Sieg des Finanzkapitals?

 

Wer ist Emmanuel Macron?

Er ist ein brillanter Redner, schlagfertig, charismatisch und überzeugend, ein Mann mit außergewöhnlichen Begabungen. Von 2006 bis 2009 war er Mitglied der PS, der Sozialistischen Partei Frankreichs. Zwischen 2008 und 2012 arbeitete Macron zunächst als Investmentbanker und nach zwei Jahren dann als Partner bei der Pariser Investmentbank Rothschild & Cie. Nach dem Sieg Hollandes bei der Präsidentschaftswahl 2012 war er als dessen Berater tätig. Im Jahr 2014 wurde Macron schließlich zum Wirtschaftsminister ernannt, ein Amt, von dem Macron Mitte 2016 wenige Monate nach Gründung seiner Bewegung „En Marche“ zurücktrat, die ihn schnell zum  aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten der Linken für die Wahlen im Mai 2017  aufstiegen ließ.

 

http://www.bilanz.ch/people/emmanuel-macron-von-rothschild-zum-minister-388588

Er ist François Hollandes letzter Joker: Frankreichs neuer Wirtschaftsminister Emmanuel Macron war ein hochdotierter Banker bei Rothschild. Nun soll er das Land aus dem Dauertief führen.

27.08.2014

In seiner Zeit als Präsidentenberater hat er bereits mehrere Pflöcke eingerammt: Dazu gehört auch der sogenannte «Pakt der Verantwortung», mit dem den Firmen im Gegenzug für neue Jobs und Investitionen 30 Milliarden Euro an Entlastungen für Sozialabgaben winken. Die Wirtschaft ist voll des Lobes für die Arbeit Macrons als Elysee-Berater. Der einstige Partner bei der Privatbank Rothschild habe stets ein offenes Ohr für die Belange der Unternehmer: «Er ist unsere Anlaufstelle beim Präsidenten», sagte der Chef von France Telecom, Stephane Richard, in einem Interview im September 2012. Bereits unter Hollandes konservativem Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte Macron in einer Reformkommission mitgemischt und sich dabei Gedanken gemacht, wie das Wachstum in Frankreich «entfesselt» werden kann…

Doch auch Jahre später steckt das Land noch tief in der Misere… Die Parteilinke warnt vor einem Kaputtsparen Frankreichs und will das Wachstum mit weiteren Ausgaben ankurbeln. 

 

Am Samstag, 21. November 2015, kurz nach den Terroranschlägen von Paris, hielt Macron die Abschlussrede bei der fünften Sommeruniversität der Gruppierung Les Gracques, ein Zusammenschluss aus ehemaligen hohen Funktionären der Sozialisten mit Chefs von Unternehmen und Universitäten, Forschern und Künstlern. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, die französische Linke zu reformieren in Richtung „Sozialliberalismus“.

 

Macron verteidigte in seiner Rede von 2015 den Ausruf des Ausnahmezustands in Frankreich sowie die Bombardierungen in Syrien gegen den IS als notwendige Verteidigungsmaßnahmen gegen den islamistischen Terror.  Unter solchen Umständen bedrohe die Sicherheit nicht die Freiheit, sondern sie sei die Voraussetzung dafür. Gleichzeitig kritisierte er die französische Gesellschaft, der er mangelnde Offenheit und Chancengleichheit unterstellt. Der Terror komme nicht von außen, der Feind sei im Innern. Die Muslime fühlten sich gedemütigt, so dass sich eine Hand voll Männer und Frauen radikalisiert hätten. Macron gibt der französischen Gesellschaft eine Teil-Verantwortung an den islamistischen Anschlägen von Paris, dieser Totalitarismus (Dschihadismus) ernähre sich vom Misstrauen, das die Franzosen innerhalb ihrer Gesellschaft hätten entstehen lassen.

Macron stimmt Sigmar Gabriel zu, der gesagt haben soll, dass ein Bundeskanzler wie Gerhard Schröder, der aus einfachen Verhältnissen stammt, in Frankreich niemals zum Präsidenten gewählt worden wäre. Nun, eine Herkunft aus einem ärmlichen Milieu ist bekannterweise keine Garantie, dass ein linker Politiker sich nicht zum „Genossen der Bosse“ entwickelt und wie im Fall von Schröder aus einem Land mit einem der höchsten Lohnniveaus ein Billiglohnland entstehen lässt, mit starken Druckmitteln gegen jene, die für einen gerechten Lohn arbeiten möchten.

Gleichzeitig ist Macron selbst Teil der französischen Elite, und man mag sich fragen, ob ein Investmentbanker, der in wenigen Jahren einige Millionen Euro verdient hat, eine sozialverträgliche Politik zu machen gedenkt. Man könnte eher den Eindruck gewinnen, dass dieser pädagogisch instruierte Erfolgsmensch mit seiner Partei der Hoffnung in allen Lagern vom linken bis zum rechten Rand  zu fischen versucht. Dafür sprechen auch seine neuesten eher Deutschland-feindlichen Äußerungen, dass ein Frexit unter bestimmten Bedingungen notwendig werden könnte, wenn die EU nicht tiefgreifend reformiert würde. Außerdem fordert er den Abbau der hohen deutschen Handelsüberschüsse im Hinblick auf die Wirtschaft in der Euro-Zone.

Vermutlich haben wir es hier einmal wieder mit einer neuen Wahlkampfstrategie zu tun. Die unzufriedenen Wähler aller Lager sollen einfangen werden, indem der vorgeblich unabhängige Kandidat einen Wechsel verspricht, den man den großen Parteien nicht mehr zutraut. Hollande hatte durch sein neues Arbeitsgesetz, das er im Sommer 2016 per Dekret gegen das Parlament zur Verabschiedung brachte, die Glaubwürdigkeit der Sozialistischen Partei völlig zerstört. Im Frühjahr 2016 waren Millionen Franzosen gegen das Gesetz auf die Straße gegangen, Generalstreiks und Blockaden legten das öffentliche Leben in Frankreich teilweise lahm. Verhindert werden konnte die Reform des Arbeitsrechts mit dem Ziel der Schwächung der Gewerkschaften und der Erleichterung von Mehrarbeit und Kündigungen jedoch nicht. Der Initiative zur Arbeitsrechtsreform war 2015 die Durchsetzung des Macron-Gesetzes zur Liberalisierung der Wirtschaft vorausgegangen, wobei besonders die geplante Lockerung der Ladenöffnungszeiten und Ausweitung von Sonntags- und Nachtarbeit ohne garantierte Mindestzuschläge kritisiert worden waren. Das Gesetz wurde wegen der fehlenden Mehrheit im Parlament ebenfalls per Dekret durchgesetzt und trat im August 2015 in weiten Teilen in Kraft.

Macron hat das sinkende Schiff als Minister rechtzeitig verlassen, nachdem er im April 2016 erfolgreich die Bewegung „En Marche“ gründet hat, deren Aufstieg aus dem Nichts seine Vergangenheit nahezu vergessen lässt.

 

http://lesobservateurs.ch/2017/04/30/quand-le-directeur-de-rothschild-avoue-que-macron-est-un-excellent-manipulateur-qui-raconte-des-histoires-video/

Article publié le 30.04.2017

 

François Henrot war Direktor (Vize-Präsident) bei der Rothschild-Bank. In einem Interview aus dem Jahr 2016 spricht er über die Fähigkeiten, die der Präsidentschaftskandidat Macron sich als Investmentbanker angeeignet haben muss. Man lernt dort die Kunst der Verhandlung, d. h. zu kommunizieren und den Aktionären Geschichten zu erzählen, die sie dazu motivieren, für die entsprechende Operation zu stimmen, Aktien zu kaufen oder beizusteuern. Ein genialer Investmentbanker wie Macron beherrscht die Technik der Meinungsmanipulation zur Perfektion, was es ihm leicht macht, die Massen zu überzeugen.

 

Macron distanziert sich vom Kampf zwischen Rechts und Links, er möchte die Interessen der Unternehmer stärken, um so Investitionen zu fördern. Vielleicht mag die Übernahme einer Sparte des US-Pharmakonzerns Pfizer durch Nestlé im Jahr 2012, die Macron als Investmentbanker bei Rothschild vermittelte, auch im Hinblick auf die Verbraucher kein schlechter Deal gewesen sein, aber es wundert schon, dass das französische Unternehmen Danone hierdurch benachteiligt wurde. Als patriotischer Einsatz für den französischen Arbeitsmarkt kann dieser Deal beim besten Willen nicht gewertet werden.

 

https://de.sputniknews.com/zeitungen/20170206314412837-karriere-von-emmanuel-macron/

06.02.2017

… Von den jüngsten Enthüllungen gegen die Kandidaten verschiedener Parteien hat der 39-jährige Emmanuel Macron sehr profitiert…

„Ich bin weder EU-Fan noch EU-Skeptiker“, sagte er jüngst über sich selbst. Auch Begriffe wie „Liberaler“, „Sozialdemokrat“, „Populist“ oder „Zentrist“ lässt er nicht zu. Dafür steht er an der Spitze der neuen Bewegung „En Marche!“ („Vorwärts!“) und plädiert für Reformen, die einen Kampf zwischen den Linken und Rechten sowie soziale Konflikte ausschließen würden. „Wir brauchen junge Franzosen, die Milliardäre werden wollen“, kommentierte Macron sein Ziel.

Emmanuel Macron stammt aus einer Ärztefamilie und studierte an der Nationalen Hochschule für Verwaltung in Straßburg. Er mag es, mit George Pompidou verglichen zu werden, der einst Mitarbeiter der Rothschild-Bank war. Auch Macron arbeitete für dieses Geldhaus und wurde binnen weniger Monate Millionär. Dank dem Deal zur Übernahme des US-Pharmaziekonzerns Pfizer durch Nestlé verdiente er nicht nur zwei Millionen Euro, sondern knüpfte auch wichtige Kontakte in Amerika…

 

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article106214214/Nestle-uebernimmt-Pfizer-Nutrition.html

Veröffentlicht am 23.04.2012

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé («Alete») übernimmt für fast neun Milliarden Euro die Babynahrungssparte des US-Pharmariesen Pfizer…

Die Schweizer setzten sich beim Kampf um die seit längerem zum Verkauf stehende Pfizer-Sparte gegen den französischen Konkurrenten Danone durch. Zuvor war allerdings über einen geringeren Preis für Pfizer Nutrition spekuliert worden…

 

Im Dunkel bleibt auch die Finanzierung von Macrons millionenschwerer Wahlkampagne. Es gibt Behauptungen, dass Macron auf seiner Wahlkampftour in London bei einem Abendessen organisiert durch Goldman Sachs-Mitarbeiter 13 Millionen Euro an Wahlkampfspenden aufgebracht haben soll.

 

http://info24.fr/de-nouvelles-infos-compromettantes-macron-presse-cache/

Da er die Liste der Spender nicht offen zu legen bereit ist, bleibt die Herkunft der Mittel ungeklärt. Selbstverständlich käme auch die Rothschild-Bank oder andere Partner aus dem Finanz- und Wirtschaftssektor als Geldgeber in Frage. Einige wenige Geldgeber sind bekannt. Wer nimmt, muss dafür auch geben… Nach den Aussagen aus Macrons Umfeld soll es sich angeblich mehrheitlich um viele kleinere Spenden handeln.

 

Was erfährt man über das Programm Macrons?

 

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/praesidentschaftswahl-frankreich-emmanuel-macron-wahlprogramm

  1. März 2017,

…Konkret will Macron Blockaden für die Wirtschaft beseitigen. Dazu will er die 35-Stunden-Woche weiter lockern, die Arbeitslosenversicherung für neue Berufsgruppen öffnen und zugleich den Druck auf Arbeitslose erhöhen, Jobs anzunehmen. Die Unternehmenssteuer soll von 33,3 auf 25 Prozent sinken. Gleichzeitig betonte er aber, die Schwächsten der Gesellschaft vor Härten schützen zu wollen…. 

 

Macron schimpft auf die zu starke deutsche Wirtschaft und will gleichzeitig die arbeitnehmerfeindlichen Maßnahmen des deutschen Arbeitsmarktes kopieren. Das sieht nach dem Modell Harzt IV mit Sanktionen aus, mit einem Anstieg des Niedriglohnsektors bei gleichzeitiger Unternehmensentlastung. Und er will 120 000 Stellen im Staatsdienst streichen, so dass wie in Deutschland dann eine völlig überlastete Verwaltung entstehen wird, die ihren Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber den Bürgern nicht mehr in hinreichendem Umfang nachkommen kann.

Zur EU-Flüchtlingsproblematik äußert sich Macron selten und wenig detailliert. Er will die EU-Außengrenzen besser schützen lassen, mit mehr Frontex-„Soldaten“, wie auch immer das gehen soll.

Er hatte während der großen Flüchtlingswelle Merkels „Willkommenskultur“ als vorbildlich bewertet und gewarnt, die Terroristen mit den Asylbewerbern zu verwechseln. Die Aufnahme der Flüchtlinge sei eine moralische Pflicht Europas.

Von der Unterstützung einer Rückführung der beispielsweise im Mittelmeer vor der libyschen Küste geretteten Flüchtlinge an die libyschen Strände anstelle des Transportservices nach Europa liest und hört man von Macron nichts.

 

Französische Kriegsschiffe liegen am sichersten im Hafen…

 

Die französische Marine soll unter Macron scheinbar weder zur Eindämmung der Schlepper-Aktivitäten noch zur Rettung von Flüchtlingen vor den nordafrikanischen Küsten eingesetzt werden. Ein Versprechen zur Aufnahme größerer Flüchtlingskontingente ist Herrn Macron bislang ebenfalls nicht über die Lippen gekommen, man will ja die Wähler aus der Mitte nicht dem nationalen Spektrum in die Arme treiben. Er bleibt da ausreichend vage.

 

http://fluechtlingsforschung.net/nur-bedingt-aufnahmebereit-uber-die-rolle-frankreichs-in-der-fluchtlingskrise/


21.04.2017
  by Marcus Engler

… In seinem Wahlprogramm setzt er sich für ein weltoffenes Frankreich und einen selbstkritischeren Umgang mit der französischen Kolonialgeschichte ein. Im Falle eines Wahlsiegs verspricht Macron, dass Frankreich weiterhin ein Aufnahmestaat von Schutzsuchenden bleibt. Die Asylverfahren will er auf wenige Wochen verkürzen. Die Integrationsmaßnahmen für Flüchtlingen und andere Migranten sollen verbessert und insbesondere die Sprachförderung ausgebaut werden. Zugleich will er die europäische Grenzsicherung verstärken und die Kooperation mit Transit und Herkunftsstaaten von Migranten intensivieren. Abgelehnte Asylbewerber sollen konsequenter in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden...

 

Macron: Berechnung ist alles…