Kurzurlaub an der Nordsee – auf Corona-Flucht im eigenen Land

Das Gefühl „Ich muss hier raus!“ hatte mich zu Beginn der Osterferien nach dem seit knapp fünf Monaten andauernden Endlos-Lockdown dermaßen intensiv ergriffen, dass ich handeln musste.

Welche Corona-Regeln gelten nochmal so ganz aktuell? Wie viele Personen darf ich mit welchem Abstand wo treffen? Welche Masken müssten wo theoretisch getragen werden – wenn ich denn überhaupt eine solche aufsetzen könnte?

Es reichte! Und es interessierte mich nicht mehr, welche grundgesetzwidrigen „freiheitsentziehenden“ Maßnahmen diese manipulative abgehobene teils korrupte Politiker-Kaste noch einzuführen plante – mit Unterstützung ihrer eitlen „Wirrologen“ und minderbemittelten Apokalypse-Propheten aus den eigenen Reihen. Die Zeit war gekommen, die Nachrichten auszuschalten und die Ohren auf Regel-Durchzug zu stellen. In diesem Land gibt es Freiheiten nur noch für diejenigen, die sie sich zu nehmen bereit sind.     

So habe ich denn mein Auto gepackt mit selbstaufblasender Isomatte, Camping-Kocher, Wasser- und Essenvorräten für zwei Tage und meinem Klapprad im Gepäck. Morgens früh um fünf Uhr ging es los – an einem sonnig-warmen nahezu windstillen Tag vor Ostern, an dem in Niedersachsen noch keine Ansammlungsverbote drohten. Aus dem Ruhrgebiet fuhr ich die Autobahn A 31 hoch Richtung Emden. Je näher ich meinem Ziel kam, desto häufiger begegnete ich Polizeistreifen. Mein NRW-Kennzeichen verriet meine Herkunft – zum Glück existierte zu dieser Zeit kein Einreiseverbot an den innerdeutschen Landesgrenzen. Was nicht ist kann ja noch werden – dachte ich. Die Hysterie in der Gesellschaft nimmt gefühlt exponentiell zu. Angst ist definitiv ansteckender als Covid-19 und Mutanten. In Norddeich angekommen parkte ich etwas außerhalb in einer Wohnsiedlung und fuhr mit dem Klapprad zum künstlich angelegten Dünen-Sandstrand mit Promenade. In der kalten Nordsee badeten mehrere Ostfriesinnen. Eine etwas ältere schlanke Frau kommentierte ihre Unternehmung mit den Worten: „Im Januar war es kühler!“ Masken trugen hier im Freien nur wenige. Am Nachmittag fuhr ich weiter nach Greetsiel. Dort herrschte dann tatsächlich eine Maskenpflicht im ganzen Hafenbereich. Die Zombies waren zurück – die eben zurückgewonnene Teil-Normalität entschwunden. Lediglich auf dem Tonnenleger der Schifffahrtspolizei sah man vollständige Gesichter ohne Zwangsvermummung.

Keine Maskenpflicht auf dem Tonnenleger Norden der Schifffahrtspolizei

Auf meinem Klapprad konnte ich der unwirklichen Umgebung zügig entkommen. Auf dem Deich  erreichte ich den Pilsumer Otto-Leuchtturm und dann am Meer entlang die Schiffsschleuse am Eingang des künstlich angelegten Naturschutzgebiets des Speicherbeckens Leyhörn. Auf dem Rückweg ging die Sonne so langsam unter und ich durchquerte die Schafzuchtgebiete auf dem Rücken der Deichwiesen.

Der Oberdeichrichter: Hunde verboten zum Schutz der fehlenden Schafe

Die Nacht verbrachte ich im Auto, eingehüllt in einen warmen Schlafsack bei leicht geöffnetem Fenster. Ich hatte bei meiner Radtour einen geeigneten Parkplatz entdeckt, auf dem ich mich wohl und sicher fühlte. Neben mir parkte ein Wohnmobil mit einer Familie mit Kind, die ebenfalls dem Corona-Wahnsinn in NRW entflohen war. In einem weiteren Auto schliefen versteckt und unauffällig Kurzurlauber, während ein zweites Wohnmobil einen im Sommerhalbjahr in diesem Gefährt dauerhaft wohnenden Ostfriesen nebst in Greestsiel arbeitender Frau beherbergte.  

In der morgendlichen Kälte frühstückte ich Milchbrötchen mit Erdnussflips, Gurke, Tomaten und Radieschen zu einem heißen schwarzen Tee neben meinem Auto, eingehüllt in eine Decke mit Blick auf den wunderschönen grünen Deich.

Frühstück in Greetsiel

Meine Nachbarn empfanden die Corona-Zwangsmaßnahmen als genauso bedrohlich wie ich. Nur konnte der Ostfriese nicht ganz verstehen, dass es mir in Greetsiel gut gefiel, wo er doch jeden Winter mit dem Wohnmobil nach Spanien flüchtete. Dort sei das mit den Corona-Maßnahmen viel besser geregelt als in Deutschland – mit so wahnsinnig tollen Ausgangssperren – meinte er. Da war dann auf der Straße niemand mehr zu sehen und seine Frau und er hatten wohl viel freien Platz um ihr Wohnmobil, das sie ohnehin nicht allzu oft verließen, wie es aussah.

Einen aus NRW ausgewanderten Rentner, dem ich auf meiner Radtour am Deich begegnete, störten die Corona-Maßnahmen wenig – schränkten sie seine Lebensweise schließlich nur unwesentlich ein. Allerdings verweigerte er seither Treffen mit seinen Enkelkindern – aus Sorge um seine Gesundheit.

Ein Pärchen an der Schiffsschleuse sah die Corona-Hysterie durchaus kritisch, doch outete er sich als ein glühender Befürworter der Impfpflicht für Reisende. Wer andere nicht zu schützen bereit sei, der müsse deswegen auch Nachteile haben und es sei in Ordnung, wenn diese Unsolidarischen nicht mehr fliegen dürften. Ich erklärte dem Mann daraufhin, dass eine indirekte Impfpflicht mit diesen gefährlichen experimentellen Impfstoffen Körperverletzung ist, dass Impfnebenwirkungen auch mit Todesfolge und Langzeitfolgen in bislang unbekanntem Ausmaß riskiert werden und dass dafür im Gegenzug nicht einmal eine sterile Immunität erlangt wird. Eine Impfung verhindert nicht die Ansteckung sowie die Weitergabe einer Infektion, und gerade weil die Erkrankung dann aber meist sehr leicht verläuft, können geimpfte Infizierte eher zu Superspreadern werden als Ungeimpfte. Als ich damit anfing, den Sinn der Maßnahmen im Allgemeinen anzuzweifeln, ergriff das Pärchen sicherheitshalber die Flucht. Der gewöhnliche Deutsche ist halt folgsam, und selbst wenn er zweifelt, dann nur bis zu einem gewissen Grade und hinter vorgehaltener Hand.    

Den Mittag meines zweitenTages an der Nordseeküste verbrachte ich am Strand von Leyhörn mit schwimmenden ostfriesischen Kindern und Erwachsenen, so ganz und gar frei atmend und als menschliche Wesen zu identifizieren.

Ich traute mich immerhin mit den Füßen ins Wasser und gewöhnte mich langsam an das freundliche „Moin“ zu jeder Tageszeit.  

Am Strand von Leyhörn

Nach Einbruch der Dunkelheit ging es zurück in die Heimat, drei Stunden Autofahrt, das Ende einer Flucht vor dem Corona-Wahnsinn, der auch den letzten Winkel Deutschlands nicht ausgespart hat. Zombies sind immer und überall. Doch lassen sie sich in Ostfriesland an der guten frischen Meeresluft deutlich besser ertragen – zumindest bei gutem Wetter.

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