Professor Didier Raoult und Covid-19 – gegen Panikmache und den Glauben an Wunderwaffen

In den französischen Medien und auch in den deutschen wird der Mediziner, Infektiologe und Professor für Mikrobiologie Didier Raoult seit Beginn der Corona-Pandemie gerne als Scharlatan diffamiert, und ihm werden Sätze in den Mund gelegt, die aus dem Zusammenhang gerissen und neu kombiniert wurden. Doch auch durch das „Framing“ kann nicht ganz verhindert werden, dass sich viele Menschen von den von Professor Raoult in seiner Klinik in Marseille, Frankreich, praktizierten Behandlungsmethoden überzeugen lassen – darunter auch Ex-US-Präsident Donald Trump und Brasiliens Präsident Bolsonaro. Raoults Therapieversuche mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin wurden weltweit massiv kritisiert, obwohl ein nicht vorhandener Nutzen bislang ebenfalls nicht nachgewiesen werden konnte. Und das Medikament kam  – im Gegensatz zu den Impfstoffen –  bei Corona-Erkrankten und nicht bei bislang Gesunden zum Einsatz. Bei den neuartigen Impfstoffen hingegen – mit den sehr häufigen grippeähnlichen Nebenwirkungen bei der Nicht-Risikogruppe, plötzlichem Herztod oder Hirnschlag bei einigen kürzlich Geimpften allen Alters und den unkalkulierbaren Spätfolgen – genügt als Argument für das Weiterimpfen, dass für eine fehlende Wirksamkeit gegen die Corona-Mutanten bislang noch keine aussagekräftigen Studien existieren. Doch gibt es nicht einmal einen gesicherten Nachweis des Schutzes vor schweren Verläufen und einer Weitergabe des Virus durch Geimpfte bei einer Ansteckung mit dem Covid-19-Ursprungsvirus, für keinen der bislang zugelassenen Impfstoffe.

Im Gegensatz zum äußerst fragwürdigen Einsatz des Ebola-Medikaments Remdesivir, der genehmigt wurde, darf Raoult nach einer Entscheidung der französischen Agentur für Arzneimittelsicherheit von Oktober 2020 seinen Patienten im Krankenhaus „IHU Méditerranée Infection“ das Medikament Hydroxychloroquin nicht mehr verabreichen. Seine Forscher-Konkurrenz befürchtet schwere Nebenwirkungen, eine Sorge, die bei Corona-Impfungen nicht existiert.

Raoult äußert sich regelmäßig in Informationsvideos auf seinem bislang noch nicht wegzensierten YouTube-Kanal. Seine Kritik an den neuartigen Corona-Impfstoffen ist allerdings in letzter Zeit deutlich zurückhaltender ausgefallen, doch sind seine Aussagen insgesamt bemerkenswert ausgewogen und vor allem wissenschaftlich fundiert. In Raoults Labor wurde ein Großteil der Genome der Covid-Virus-Varianten in Frankreich sequenziert. Raoult kritisiert regelmäßig, dass in den europäischen Staaten deutlich weniger Genomsequenzierung stattfindet als beispielsweise auf dem afrikanischen Kontinent, obwohl sich nur durch Kenntnis der aufgetretenen Mutationen Aussagen über den Verlauf der Infektionswellen als auch der Ansteckungsketten machen lassen. Deutschland fängt erst jetzt damit an, das Erbgut des Virus zu analysieren.

In dem Interview mit Didier Raoult vom 9. Februar 2021 erklärte der Mediziner, warum wir heute kein Covid-19 mehr haben und warnte ein weiteres Mal vor andauernder Panikmache.

Ni dernier de la classe, ni girouette

825.239 Aufrufe

09.02.2021

Bulletin d’information scientifique de l’IHU

Raoult kritisiert das Krisenmanagement in Frankreich massiv, er spricht von einer flüchtigen Demokratie, deren Architektur nicht mehr dazu in der Lage sei, auf solche Situationen zu reagieren. Ich sehe deutliche Parallelen zu den Corona-Bewältigungsstrategien in Deutschland.

Die Mutationen des Virus waren nach Raoults Überzeugung zu erwarten und wurden sogar künstlich verstärkt durch den Selektionsdruck, der unter anderem durch die Verabreichung von Remdesivir  und durch die Antikörper-Gabe bei Corona-Patienten entstanden sein soll. Das Medikament wurde weiter in großen Mengen verabreicht, als schon klar war, dass es wirkungslos ist. Hierdurch wurden jedoch bei immungeschwächten Personen, die nicht sofort verstarben, neue Mutationen gezüchtet. Raoult bezeichnet diese Vorgehensweise als internationale Dummheit, da nicht einmal überprüft wurde, welche Virus-Mutanten nach der Behandlung übrig geblieben waren. Bei der Entwicklung von Impfstoffen konzentrierte man sich auf das Spike-Protein, mit der Folge, dass genau dort Mutationen auftreten. Gegen die Südafrika-Mutation soll der AstraZeneca-Impfstoff bereits weitgehend wirkungslos geworden sein – der Impfstoff wurde in diesem Land getestet.

Raoult sieht den Einsatz von Impfstoffen durchaus als Mittel, um die Fallzahlen zu senken, aber nicht als Wunderwaffe, mit der sich das Virus besiegen lässt. Er kritisiert, dass Europa glaubt, für alles eine technische, wissenschaftliche Lösung finden zu können, und dabei eine viel wesentlichere rechtzeitige Behandlung der Corona-Patienten vernachlässigt. Es gibt massive Verzögerungen bei der Behandlung, wenn den Erkrankten geraten wird nach einem positiven Test einfach zu Hause zu bleiben , ohne jegliche Untersuchung. Covid-Patienten kommen dann oft erst ins Krankenhaus, wenn es bereits zu spät ist. Dennoch wird keine Entwicklung von Untersuchungstechniken vorangetrieben, die einen schweren Verlauf frühzeitig erkennen  lassen.

Didier Raoult erklärt auch, warum es keine zweite und dritte Welle von Covid-19 gibt. Es handelt sich aufgrund der Mutationen schlichtweg nicht mehr um dieselbe Krankheit.

Das chinesische Virus Covid-19 verursachte eine deutliche Sterblichkeit, einen häufigen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns und einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an Krankenhausbehandlungen. Kinder waren nicht betroffen.

Die neue europäische Variante des Sommers – ich nenne sie mal Covid-20 –  soll in Afrika häufig verbreitet gewesen sein. Diese Welle hatte die Form einer Glockenkurve und endete in Frankreich nach eineinhalb Monaten von alleine. Es gab zwar viele Fälle von Geruchs- und Geschmackssinn-Verlust, ansonsten war die Erkrankung jedoch sehr harmlos und sehr wenig ansteckend. Vermutlich waren sogar ein Großteil der Tests in den Sommermonaten auch bei uns in Deutschland falsch positiv, denn die meisten der angeblichen Infektionen verliefen asymptomatisch, die Getesteten sind also nicht einmal erkrankt. Die Sterblichkeit war so gering, dass man sich fragen muss, wer von den Toten überhaupt an und nicht mit Corona gestoben ist – oder wer ohne Corona mit gefälschtem Totenschein. Bei der dritten Welle, einer Mutation Covid-20/21, sieht Didier Raoult eine ganz verschiedenartige Epidemiologie. Diese Welle breitet sich in Europa seit fünf Monaten aus, hat nicht die Form einer Glockenkurve und es ist nicht vorhersehbar, wann sie enden wird.  Die Ansteckungsrate soll gegenüber der von Covid-19 allerdings nicht erhöht sein. Neben der bislang vorherrschenden Mutante kämen nun die britische und die südafrikanische Variante hinzu, die weniger Geruchs- und Geschmacksverluste, aber mehr Husten erzeugen würden.

Für Raoult ist Covid keine sehr schwere Erkrankung, im Jahr 2020 habe es bei den unter 65-Jährigen in Frankreich sogar weniger Tote gegeben als 2019. Außerdem müsse man differenzierter betrachten, woran die Corona-Patienten im Krankenhaus gestorben seien. Er habe beispielsweise einen Drogenabhängigen mit Überdosis und einen Patienten mit Blinddarmentzündung erlebt,  die gestorben seien mit Covid-19 im Rachen. Zudem ergab eine Überprüfung der verwendeten Corona-Tests durch sein Institut 40 Prozent falsche Ergebnisse, falsch positive als auch falsch negative. Test-Ergebnisse mit zu vielen Zyklen seien ohnehin nicht aussagekräftig im Sinne einer Infektion, und die Kausalität von positivem Test und Tod müsse erst durch eine Untersuchung bestätigt werden. Eine Übersterblichkeit gibt es für 2020 auch in Frankreich nur bei den über 75-Jährigen, 88 Prozent der Toten sollen dort aus Altenheimen stammen. Dennoch darf Raoult keine therapeutischen Tests mehr in Altenpflegeeinrichtungen durchführen. Es gäbe durch Corona einen mittleren Verlust an Lebenserwartung von drei Jahren, meint er. Da müsse man relativieren, es sei nicht der Weltuntergang, der da käme und man müsse das Land nicht ruinieren und die Menschen in den Wahnsinn treiben, weil es bei den sehr alten Bürgern über 75 Jahre eine Übersterblichkeit gibt. Um diesen Personenkreis müsse man sich pragmatisch kümmern, ohne Panik, und ansonsten damit leben.

Am Ende seiner Ansprache kritisierte Raoult noch die Medien und deren Konsumenten in trefflicher Art und Weise: „Ihr seid erregt durch die Angst! Die schlimmsten Publikumsrenner, das sind die Horrorfilme, die Katastrophenfilme, ihr liebt das! Und die Journalisten liefern genau das, was ihr gut findet! Wenn ihr wollt, dass die Journalisten aufhören, Unsinn zu erzählen, braucht ihr nur den Fernseher auszustellen, wenn sie darüber reden, und ihr werdet sehen, dass ihr viel besser lebt!“  

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