Das noch größere Risiko, gegen Corona geimpft zu sein?

Die Hauptursache für den Tod von Corona-Patienten ist der sogenannte Zytokinsturm, eine Überreaktion des Immunsystems, bei der zu viel gebildetes Zytokin neben den vom Virus infizierten Zellen auch gesunde Zellen markiert. Dies führt zur Selbstzerstörung des Körpers durch seine eigene Immunabwehr. 

Ist es wissenschaftlich gesichert, dass nach einer Impfung gegen Covid-19 im Falle eines Kontakts mit dem Virus ein Zytokinsturm überhaupt nicht oder mit geringerer Wahrscheinlichkeit entstehen kann als bei nicht geimpften Infizierten?

Wird vor Zulassung eines Impfstoffs durch geeignete Studien ausgeschlossen, dass bei Menschen mit überstandener Infektion die Impfung selbst nicht zum Auslöser einer lebensbedrohlichen Überreaktion des Immunsystems werden kann? 

Bislang konnte noch kein Impfstoff gegen ein Corona-Virus entwickelt werden, allerdings weisen Tierversuchsstudien aus dem Jahr 2010 zu SARS-CoV auf eine potentielle Gefahr  hin. Durch einen nach der SARS-Pandemie 2002/2003 entwickelten Impfstoff aus inaktivierten Viren konnte eine auf gut 4 Monate begrenzte Immunität erzielt werden, ähnlich wie bei Grippe-Impfungen. Bei einer Studie an einem Mausmodell aus dem Jahr 2012 führten vorherige Impfungen jedoch bei alle geimpften Mäusen nach dem Kontakt mit dem Virus zu einer gefährlichen Autoimmunreaktion der Lunge.    

https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV

… Bei drei genesenen Patienten der SARS-Pandemie konnte noch neun bis elf Jahre nach ihrer Infektion eine Immunantwort mittels T-Gedächtniszellen und zytotoxischer T-Zellen nachgewiesen werden

Im Jahr 2010 wurde im Tierversuch an Mäusen und Goldhamstern ein Impfstoff aus inaktiviertem SARS-CoV getestet. Es ließ sich eine begrenzte Immunität der Tiere nachweisen, die jedoch rasch abnahm. Die Mauspopulation verfügte nach achtzehn Wochen über keine Immunität mehr. Bei den Hamstern zeigte sich eine begrenzte Immunität noch achtzehn Wochen nach der zweiten Impfdosis. Im Jahr 2012 wurde eine Studie veröffentlicht, welche neben inaktiviertem SARS-CoV auch Impfstoffe bestehend aus Teilkomponenten an einem Mausmodell testete. Alle Impfstoffe lösten bei den Versuchstieren die Bildung neutralisierender Antikörper aus. Alle Versuchstiere zeigten jedoch nach Exposition mit dem SARS-Virus eine Autoimmunreaktion der Lungen, welche von den Forschern auf eine durch die Impfung hervorgerufene, überschießende Immunreaktion auf das Virus zurückgeführt wurde…

Wozu dient das sogenannte humanisierte Maus-Modell? 

Ein humanisiertes Mausmodell arbeitet mit genetisch veränderten Mäusen. Laut eines Artikels aus dem Jahr 2006 soll es mit Hilfe dieser speziell gezüchteten Mäuse möglich sein, eine überschießende Immunreaktion beim Menschen vorherzusagen.

https://www.pei.de/DE/newsroom/pm/jahr/2016/07-mausmodell-kann-zytokinsturm-durch-tgn1412-antikoerper-vorhersagen.html

07 / 2016

… TGN1412 war zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und einer bestimmten Form der Leukämie entwickelt worden. 2006 wurde der Antikörper im Vereinigten Königreich im Rahmen einer sogenannten „First-in-Man“ Studie (Erstan­wendung am Menschen) sechs gesunden Probanden verabreicht. Bei allen Probanden kam es bereits kurz nach der Gabe des TGN1412-Antikörpers zu einer massiven Freisetzung von immunologischen Botenstoffen (Zytokinsturm) mit lebensbedrohlichen Symptomen. In den vorangegangenen Tierversuchen – wichtiger Bestandteil der geforderten Untersuchungen vor einer Erstanwendung beim Menschen – waren keine Anzeichen für Risiken gefunden worden… Immunologen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) um Nachwuchsgruppenleiterin Priv.-Doz. Dr. Zoe Waibler gingen der Frage nach, ob humanisierte Mausmodelle hierfür geeignet sein könnten. Sie verwendeten sogenannte „Knockout- Mäuse“, bei denen spezifische Gene des Immunsystems der Maus ausgeschaltet und durch Zellen des Immunsystems aus dem menschlichen Blut ersetzt sind. Die Forscher verwendeten außer TGN1412 auch den monoklonalen Antikörper OKT3, von dem ebenfalls bekannt ist, dass er schwere Zytokinstürme auslösen kann. Für beide Antikörper konnten die Wissenschaftler in den Blutproben der Tiere eine Zytokinfreisetzung feststellen. 

Die Tierversuchsgegner unter den Ärzten zweifeln allerdings an der Aussagekraft dieser Tests. Humanisierte Mäuse seien nicht mit menschlichen Patienten vergleichbar.

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/3145-tierversuche-noch-lukrativer-in-zeiten-von-corona

08. April 2020 

… Aktuell bietet Taconic einen „Werkzeugkasten“ mehrerer „Mausmodelle“ an, die sich angeblich für die Erforschung des neuen Coronavirus eignen würden. Die Tiere werden von der Firma zu bloßen Werkzeugen degradiert und in einem ungeheuerlichen Katalog neben vorgeschlagenen „Versuchsansätzen“ gelistet. Nicht nur ethisch, sondern auch wissenschaftlich ist diese Vorgehensweise höchst verwerflich, da das neue Coronavirus Mäuse und andere Nagetiere natürlicherweise nicht infiziert. Um einige der menschlichen Covid-19-Symptome nachahmen zu können, werden die meisten Tiere bei Taconic auf verschiedene Weise genetisch verändert. Einzelne menschliche Gene werden bei Mäusen hinzugefügt oder verändert, um Ähnlichkeiten zu bestimmten menschlichen Merkmalen bei den Tieren zu schaffen. So werden sogenannte „humanisierte Mäuse“ hergestellt. Aus genetischer Sicht ist das aber unsinnig, weil es mehrere Tausend komplexe, vielfältige Unterschiede in den Genen, deren Regulation und in den entstandenen Genprodukten zwischen Maus und Menschen gibt. Die künstliche Veränderung von wenigen Genen kann deshalb keinesfalls Mäuse in kleine Stellvertreter der menschlichen Patienten umwandeln, was der Name „humanisierte Mäuse“ suggeriert…

Ich habe keine Informationen dazu gefunden, ob die Studien zu den Covid-19-Impfstoffen solche humanisierten Mausmodelle verwendet haben, um einen durch eine Impfung bei einem Erregerkontakt ausgelösten Zytokinsturm auszuschließen.   

Können Human-Challenge-Studien zu den Corona-Impfstoffen helfen, dieses Risiko besser abzuschätzen?

Für Anfang 2021 sind Studien zur gezielten Infizierung von geimpften Probanden in Großbritannien geplant.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/absichtliche-infektion-mit-sars-cov-2-britische-mediziner-wollen-gesunde-testweise-mit-covid-19-infizieren/26295410.html

21.10.2020

In Großbritannien sollen Covid-19-Impfstoffe an gezielt infizierten Menschen getestet werden.

Von Patrick Eickemeier

Die freiwilligen Probanden würden dazu zunächst mit einem Impfstoffkandidaten geimpft und später gezielt mit Sars-CoV-2 infiziert. Wenn der Impfstoff wirkt, werden sie nicht erkranken. Falls doch, würden sie behandelt. Die Schutzwirkung kann auf diese Weise schneller und mit weniger Studienteilnehmern als in üblichen klinischen Studien getestet werden, da man nicht zufällige Infektionen abwarten muss… Geplant ist, die Dosis der verabreichten Viren in sehr kleinen Schritten zu erhöhen, bis Infektionen auftreten. Schweren Verläufen durch Infektionen mit großen Virenmengen will man so vorbeugen… „Wir haben es bei Sars-CoV-2 mit einem tödlichen Virus zu tun und das Risiko für die Freiwilligen ist nicht unerheblich“, sagt aber Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing, der auch stellvertretender Vorsitzender der Ethikkommission der Ludwig-Maximilians-Universität München ist… „Ich glaube der wissenschaftliche Beitrag dieser Challenge-Studie wird minimal sein“, sagt Wendtner…

Die Aussagekraft solcher Challenge-Studien wird von der Teilnehmerzahl bestimmt. Der wissenschaftliche Beitrag könnte dann von erheblicher Bedeutung sein, wenn tatsächlich durch die vorherige Impfung nach der gezielten Infizierung bei auch nur einem Probanden ein Zytokinsturm zu beobachten wäre. Bei den klinischen Studien werden zwar einige zehntausend Probanden geimpft, eine solche lebensgefährliche Nebenwirkung muss aber nicht zwangsläufig auftreten, wenn sie ausreichend selten vorkommt, weil ein Großteil der geimpften Probanden in den wenigen Monaten der Beobachtung keine zufällige Infektion erleiden wird. Die Studien der dritten Phase müssten über viele Jahre laufen, um mit größerer Wahrscheinlichkeit seltene Nebenwirkungen festzustellen. Bei derart kurzen Studien wie bei den abgekürzten Verfahren zu den neuen Corona-Impfstoffen ist sogar zu befürchten, dass selbst häufigere Nebenwirkungen nicht zwangsläufig vor der Zulassung des Impfstoffs festgestellt werden.

Selbst bei einer Beobachtungsphase von 4 Jahren ist es möglich, dass Risiken einer Impfung übersehen werden. Zwischen April und Oktober 2020 lief eine Studie des Paul-Ehrlich-Instituts zu einer möglichen Reaktivierung des Herpes Zoster-Virus durch die Anfang 2018 zugelassene Shingrix-Impfung.

https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2020/200415-shingrix-studie-herpes-zoster-aufruf.html

Studie des Paul-Ehrlich-Instituts zu Verdachtsfällen von Gürtelrose sowie schweren Hautreaktionen nach Impfung mit dem Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix

+++ Update vom 16.10.2020: Die Studie wurde regulär zum 14.10.2020 beendet, eine Teilnahme ist nicht mehr möglich. +++

… Im Rahmen einer vom Paul-Ehrlich-Institut initiierten Beobachtungsstudie soll geklärt werden, ob es sich in den oben beschriebenen Fällen um die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) als potenzielle Nebenwirkung von Shingrix handelt…

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/zoster-artige-laesionen-nach-shingrix-impfung-118520/

Daniela Hüttemann 26.06.2020  

Der Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix® von Glaxo-Smith-Kline (GSK) ist seit Mitte 2018 in Deutschland auf dem Markt. Es handelt sich um einen adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff, der als Impfantigen rekombinantes Glykoprotein E des Varizella-Zoster-Virus (VZV) enthält. Er soll verhindern, dass es zu einer Reaktivierung des Virus in Form einer Gürtelrose kommt.

Fallbeispiel 1: Bei einer 83-jährigen Patientin mit einem HZ in der Anamnese kommt es einen Tag nach Applikation der ersten Shingrix-Impfung in den M. deltoideus zu einem ausgeprägten HZ im Dermatom der Einstichstelle… Zum Zeitpunkt der Meldung leidet die Patientin noch unter einer PHN (postherpetischen Neuralgie)…

Insgesamt seien der AkdÄ zwischen Januar und August 2019 zehn Verdachtsfälle von Herpes zoster oder Zoster-artigen Hautläsionen im engen zeitlichen Zusammenhang zur Shingrix-Impfung gemeldet worden. Daraufhin wurde eine Drug-Safety-Mail verschickt. Es folgten 43 weitere Berichte. Bei 80 Prozent dieser Fälle trat die unerwünschte Wirkung nach der ersten der zwei notwendigen Impfungen auf. Im Median lagen zwischen Impfung und Auftreten der Hautreaktion 14 Tage mit einer erheblichen Spanne zwischen einem Tag und mehreren Monaten, berichtet die AkdÄ…

»Bei Patienten besteht nach der ersten Impfung mit Shingrix noch kein ausreichender Impfschutz, sodass sie rein zufällig kurz nach der Impfung an einem HZ erkranken können«, mutmaßen die Autoren. Bei einigen der beobachteten Hautreaktionen handle es sich möglicherweise nicht um einen HZ im Sinne einer VZV-Reaktivierung, sondern lediglich um einen Zoster-ähnlichen Hautausschlag als Reaktion auf die Impfung… So ganz will die AkdÄ einen kausalen Zusammenhang aber nicht ausschließen und formuliert folgende Hypothese: Shingrix generiere eine hohe Zahl CD4+-T-Lymphozyten, die sich gegen das Impfantigen Glykoprotein E des Virus richten. Es sei denkbar, dass diese T-Zellen Reservoirzellen des Varizella-Zoster-Virus angreifen und Mechanismen aufheben, die deren Latenzzustand stabilisieren.

Zudem sei bekannt, dass das Virus regelmäßig subklinisch reaktiviert werde, wobei das Immunsystem das Virus schnell wieder beseitige. Wenn die Impfung zufällig in eine solche Reaktivierungsphase falle, könne das in der Vakzine enthaltene Glykoprotein E die T-Zell-vermittelte Immunabwehr gegen VZV neutralisieren und aus der subklinischen Reaktivierung ein symptomatischer HZ entstehen, schreibt die AkdÄ…

Wenn ich diese Argumentation als Laie richtig verstanden habe, würde bei einer Bestätigung eine dieser Hypothesen ein Herpes Zoster-Ausschlag dann durch die Impfung ausgelöst werden können, wenn diese zufällig in eine Reaktivierungsphase ohne Symptomauslösung fällt oder wenn bei einem Geimpften eine zu gute Immunantwort generiert wird. Bei dem ersten von mir zitierten Fallbeispiel erfolgte der Ausbruch direkt nach der Impfung bei einer Patientin, die bereits eine Herpes Zoster-Infektion zuvor erlitten hatte. Auch in meinem engen Verwandtenkreis ist ein derartiger Fall aufgetreten. Nach einer erst knapp einen Monat überstandenen Gesichtsrose wurde ein erstes Mal mit Shingrix geimpft – ohne negative Folgen. Erst durch die zweite Impfung gut vier Monate später wurde dann ein folgenschwerer neuer Herpes Zoster-Ausbruch ausgelöst, der zu andauernden Nervenschmerzen geführt hat. Zwischen der Impfung und dem Auftreten der Symptome lagen nur 8 Tage.

Es wundert mich, dass trotz bekanntwerden der Fälle einer möglichen Reaktivierung durch die Impfung diese weiter uneingeschränkt empfohlen wird – auch für Menschen, die bereits eine Gürtelrose hinter sich haben und bei denen daher eine erneuter Ausbruch weniger wahrscheinlich ist.

Bereits Ende August 2019 wurde dieses mögliche Impfrisiko öffentlich gemacht.

https://www.springermedizin.de/varizella-zoster-virus/nebenwirkungen/faelle-von-herpes-zoster-nach-shingrix–impfung/17102286

26.08.2019

Der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) wurden Fälle gemeldet, in denen Patienten in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Shingrix®-Impfung an Herpes zoster (HZ) erkrankt sind. Zusätzlich liegen im Spontanmeldesystem Berichte über ausgeprägte, zum Teil bullöse Hautreaktionen vor, die deutlich über die Injektionsstelle hinausgehen, teilt die AkdÄ mit. In manchen der Fälle sei ein HZ in der Vorgeschichte dokumentiert. Teilweise trat der HZ in dem Dermatom auf, in dem die Impfung appliziert wurde beziehungsweise wurden Schmerzen in einem früher von HZ betroffenen Dermatom berichtet…

In einer ZDF-Sendung von Anfang November 2019 wurde die Impfung weiterhin uneingeschränkt empfohlen, was sich bis heute nicht geändert hat.   

https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/impfung-gegen-guertelrose-102.html

05.11.2019

Das Risiko an Gürtelrose zu erkranken steigt mit zunehmendem Lebensalter und mit einem geschwächten Immunsystem. Auch wenn Betroffene bereits einmal an Gürtelrose erkrankt sind, können sie ein weiteres Mal erkranken, wenn auch mit einem etwas geringeren Risiko… Gravierende Nebenwirkungen der Impfung sind aber bisher nicht bekannt

Informationen zur Durchführung der klinischen Studien zur Shingrix-Impfung erhält man in folgendem Artikel der European Medicines Agency in der unten zitierten Passage.

Ich bin nicht vom Fach, aber ich halte die Zahl von ca. 16000  Teilnehmern an der Shingrix-Studie für etwas dürftig, genauso wie den Beobachtungszeitraum von vier Jahren. Es ist keineswegs gesichert, dass der Impfschutz deutlich länger als vier Jahr anhält. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zu der festgestellten möglichen Nebenwirkung liegen noch nicht vor, aber ich bin der Ansicht, dass im Rahmen des eigentlich europaweit geltenden Vorsorgeprinzip zumindest auf die Impfung bei denjenigen vorerst verzichtet werden sollte, für die aufgrund eines vorherigen Herpes Zoster-Ausbruchs eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine erneute Erkrankung besteht.    

Zurück zur Entwicklung von Covid-19-Impstoffen: ein besonders großes Risiko sehe ich bei der Schnelltestung der noch nie beim Menschen angewendeten mRNA-Impfstoffe. In den folgenden Veröffentlichungen sind Bedenken geäußert, offene Fragen werden formuliert, zu denen sich nicht zwangsläufig in der Kürze der Zeit gesicherte Antworten finden lassen werden.   

https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/fact-sheet/details/news/wie-berechtigt-sind-hoffnungen-auf-rna-impfstoffe-gegen-sars-cov-2/

27.04.2020

Impfungen mit RNA-Vakzinen müssen einerseits eine wirksame Immunantwort anstacheln, die modifizierten mRNA-Moleküle dürfen jedoch keine übertriebenen Immunreaktionen provozieren (zum Beispiel einen Zytokin-Sturm durch Aktivierung der angeborenen Immunabwehr)…

Das Risiko für Nebenwirkungen sollte im Allgemeinen geringer sein als bei klassischen Impfstoffen, weil bei der Herstellung keine giftigen Substanzen oder Zellkulturen verwendet werden, die zu einer Verunreinigung des fertigen Impfstoffs führen könnten.

Trotzdem stellen das Kapern der körpereigenen Proteinfabriken und die potenzielle Überaktivierung der Immunabwehr klinisch relevante Risiken dar.

Mögliche immunologische Kreuzreaktionen der verwendeten viralen Proteine mit körpereigenen Eiweißen müssen analysiert werden, um zum Beispiel das Risiko für Autoimmunreaktionen zu minimieren…

https://saez.ch/article/doi/saez.2020.18982

Veröffentlichung: 01.07.2020
Schweiz Ärzteztg. 2020;101(2728):862-864

Dipl.-Ing., Biologe, freier Autor, Graz

Offene Fragen betreffen vor allem das synthetische Design des Antigens. Die Boten-RNA muss einerseits so gestaltet werden, dass sie humane mRNA mimt, um von der Zielzelle verarbeitet zu werden. Anderseits muss das Antigen jenem von SARS-CoV-2 ausreichend ähneln, um eine Immunität zu gewährleisten. Neben solchen grundlegenden Problemstellungen liegen konkrete Hinweise für mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen durch RNA-Immunisierungen vor. So haben präklinische Studien mit RNA-Impfstoffen gegen SARS und MERS das Risiko schwerwiegender entzündlicher Veränderungen des Lungengewebes offengelegt, die über eine Überreaktion der Th2-Lymphozyten vermittelt werden. Diese Bedenken gelten grundsätzlich auch, wenn die mRNA über einen viralen Vektor eingebracht wird (in der Regel RNA-Viren wie Retro-, Lenti- oder Alphaviren… Das Vorsorgeprinzip wäre dafür ein idealer Leitfaden…

https://www.rnd.de/gesundheit/corona-impfstoffe-wie-sicher-sind-die-neuen-vakzine-CTVETGGP6NCVZHVLFPLKX3K2AQ.html

Irene Habich

15.09.2020, 17:49 Uhr

… Zur Wirksamkeit der neuen mRNA-Impfungen, aber auch aller anderen möglichen Impfstoffe gilt: Sie lässt sich nur schwer abschätzen. Vor allem dann, wenn im Schnelldurchgang getestet wird…  Zudem spielen bei der Abwehr von Coronaviren nicht nur Antikörper, sondern auch bestimmte Zellen des Immunsystems eine wichtige Rolle:die T-Lymphozyten, kurz T-Zellen. Laut Biontech soll der entwickelte Impfstoff zwar auch die T-Zellen-Bildung anregen. Aber hierbei ist ebenfalls nicht genau bekannt, wie stark diese für einen guten Immunschutz ausfallen muss. Eine gestörte und überschießende T-Zellen-Reaktion soll außerdem an schweren Verläufen von Covid-19 beteiligt sein, was bei möglichen Nebenwirkungen zu berücksichtigen ist…

RND/dpa

In allen drei Artikeln wird vor der Gefahr eines Zytokinsturm gewarnt. Diese Nebenwirkung ist grundsätzlich wohl auch bei einigen Impfstoff-Kandidaten anderer Verfahren nicht auszuschließen. Das lebensbedrohliche Lungenversagen bei Covid-19 wurde gerade bei Patienten mit starker Immunantwort festgestellt, wie in folgendem Artikel erläutert wird.

https://news.rub.de/wissenschaft/2020-09-01-covid-19-schwerer-verlauf-trotz-oder-sogar-wegen-zu-starker-immunitaet

… Das gefürchtete Lungenversagen bei schweren Verläufen von Covid-19 entsteht nicht durch eine zu schwache Immunantwort. Ganz im Gegenteil scheint eine überschießende Reaktion des Immunsystems dazu beizutragen…

Wir konnten feststellen, dass eine stark ausgeprägte T-Zell- und Antikörper-Antwort nicht nur bei Patienten mit leichtem Covid-19-Verlauf beziehungsweise nach besiegter Virusinfektion nachweisbar waren.“ Vergleichbare oder sogar stärkere Immunität gegen Sars-Cov-2 konnte man bei Patienten mit schwersten Verläufen und Covid-19-bedingtem Lungenversagen feststellen.

Auf der Schweizer Seite Infovac wird das Risiko eines die Erkrankung verstärkenden Impfstoffs in aller Deutlichkeit benannt.

https://www.infovac.ch/de/impfunge/nach-krankheiten-geordnet/coronavirus-covid-19

DATENSTAND : 22 OKTOBER 2020

5. Das Risiko eines Impfstoffs, der den Schweregrad von COVID-19 erhöhen würde

Über COVID-19 ist immer noch zu wenig bekannt, aber ihr Schweregrad ist eindeutig auf eine unangemessene, übermäßige und/oder unzureichende Immunreaktionen zurückzuführen. Infolgedessen zielen derzeit viele Behandlungen eher darauf ab, Immun-/Entzündungsreaktionen zu bremsen als sie zu stimulieren.

Ein besonderes Risiko besteht darin, Antikörper zu induzieren, die in der Lage sind, an Coronaviren zu binden – aber nicht an der Stelle, die deren Fähigkeit, Zellen zu infizieren, blockiert (nicht-neutra­li­sierende Antikörper). Diese Antikörper können es dem Virus erleichtern, in die Zellen einzudringen / sie zu infizieren, anstatt dies zu blockieren (antikörperabhängige Verstärkung). Dieses Phänomen wurde bei SARS-Cov-1 und MERS-CoV beobachtet. Leider muss vermutet werden, dass dies auch bei COVID-19 passieren könnte – was große Vorsicht erfordert.

Die Tiermodelle, die geeignet sind, dieses Risiko zu postulieren /zu widerlegen, sind jedoch komplex. Und die klassischen Impfstudien, in denen lediglich nachverfolgt wird, ob die Impfstoffe bei den Freiwilligen einige Wochen oder Monate lang gut vertragen werden, können diese Frage nicht beantworten: es wird notwendig sein, entweder zu warten, bis diese geimpften Freiwilligen dem SARS-CoV-2-Virus ausgesetzt wurden – oder sie freiwillig dem Virus zu exponieren – was mangels einer wirksamen Behandlung nicht möglich ist…

Ohne Human-Challenge-Studien und bei schneller Zulassung eines Corona-Impfstoffs bestünde die Gefahr, dass durch eine Massenimpfung plötzlich auch bei ganz vielen Menschen außerhalb der Risikogruppen schwere Verläufe von Autoimmunerkrankungen ausgelöst werden könnten, wenn sie sich nach der Impfung mit Covid-19 infizieren. Gerade die neuen mRNA-Impfstoffe erscheinen mir in diesem Zusammenhang als besonders bedenklich, weil sie Studien zufolge kurz nach der Impfung teilweise sogar eine deutlich höhere Immunantwort auslösen als eine überstandene Infektion. Ich halte unter diesen Umständen sogar eine Impfung der Risikogruppen für bedenklich.

Die im folgenden Artikel beschriebenen Ergebnisse der Tierstudie zum Impfstoffkandidaten von Moderna haben meine Bedenken weiter gesteigert.

https://m.apotheke-adhoc.de/nc/nachrichten/detail/pharmazie/rna-impfstoff-schuetzt-rhesusaffen-vakzine-gegen-sars-cov-2/

APOTHEKE ADHOC, 05.08.2020 07:58 Uhr

… Beim Impfstoff-Kandidaten von Moderna handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff… Neben den aktuellen klinischen Studien lief auch eine tierexperimentelle Studie am Vaccine Research Center in Bethesda. Dabei wurde der Impfstoff an 24 Rhesusaffen getestet… Für ihre Untersuchungen unterteilten die Forscher die Tiere in drei Gruppen mit je acht Tieren. Eine Gruppe erhielt Injektionen mit 10 µg des Impfstoffs, die zweite erhielt 100 µg des Impfstoffs und die dritte bekam Placebo verabreicht. Die beiden Applikationen erfolgten jeweils im Abstand von vier Wochen. Bereits nach der ersten Verabreichung konnten die Wissenschaftler eine Bildung von IgG-Antikörpern gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 nachweisen. Darunter waren außerdem Antikörper, die eine Infektion der Zellen mit Sars-CoV-2 verhindern können. Das Erstaunliche: Die Aktivität war 12 bis 84 Mal höher als bei den Antikörpern, die bisher im Blut von Genesenen Covid-Patienten nachgewiesen werden konnten. Den Forschern zufolge konnte der Impfstoff daher eine sehr hohe Immunantwort auslösen. Es sei nach der Verabreichung zu einer starken T-Zell-Antwort gekommen, die vor allem mit der Produktion von TH1-Zytokinen einherging… Vier Wochen nach der zweiten Applikation wurden die Rhesusaffen schließlich absichtlich Sars-CoV-2 ausgesetzt: Dazu wurde das Virus sowohl in die Nase wie auch in die Luftröhre gegeben. Die mit Placebo behandelten Tiere erkrankten alle an Covid-19 und zeigten typische Symptome und klinische Hinweise. Bei den geimpften Affen konnte Sars-CoV-2 nach zwei Tagen bei nur einem Tier in der Lunge nachgewiesen werden.  Die Tiere, die die höhere Dosis erhalten hatten, wiesen zudem alle negative Nasenabstriche auf.

Wenn bei nur 16 geimpften Affen das Virus bereits bei einem der Tiere in der Lunge nachgewiesen werden kann, dann ist das Risiko eines Zytokinsturms zumindest mit dieser Studie nicht widerlegt worden. Es sieht lediglich danach aus, als ob eine Erhöhung des Schweregrads von Covid-19 durch die Impfung wohl nicht der Normalfall, sondern eher die mehr oder weniger seltene Ausnahme bilden könnte – bei Rhesusaffen.

Wer ausgesuchten Wissenschaftlern vertraut, ignoriert, wie staatlich finanzierte Forschung funktioniert.

Wer Statistiken vertraut, weiß nicht, wie man sie fälscht.

Wer der Politik vertraut, verwechselt Weitsicht mit blindem Aktionismus.   

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