Erziehung der Jugend im totalitären Hygienestaat

Die Durchsetzung der Maskenpflicht als neuer Bestandteil der „Hygieneerziehung“ an Schulen nimmt seit den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen immer totalitärere Züge an. Gefährlich für die Demokratie wird es, wenn versucht wird, bei der Jugend  ein nicht zu hinterfragendes Wir-Gefühl mit den Mitteln der Angstkonditionierung aufzubauen, das als „Verantwortung für die Gemeinschaft“ beworben wird.

Unter dem Vorwand der Corona-Ausbreitungsgefahr durch Reiserückkehrer wurde in nordrhein-westfälischen Schulen nach den Sommerferien zunächst für drei Wochen eine Maskenpflicht nicht nur für das Schulgelände sondern auch für den Unterricht eingeführt. Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen mussten mit kurzen Unterbrechungen ihre Mund-Nase-Bedeckung bis zu acht Stunden täglich tragen. Die meisten empfanden das Atmen unter den Stoff- oder Papierbedeckungen als anstrengend, die sich verstärkende Feuchtigkeit als nervig und die erschwerte Kommunikation als hinderlich. Die Folgen wie das gehäufte Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sowie Konzentrationsschwäche und starke Ermüdung konnten viele Betroffene sowohl bei sich selbst feststellen als auch bei anderen miterleben.

Als die Maskenpflicht im Unterricht Ende August fiel hätte man erwarten können, dass es sowohl in den Lehrer-Kollegien als auch in der Schülerschaft einen Aufschrei der Erleichterung geben würde. Weit gefehlt – sowohl Lehrer als auch Schüler waren zu diesem Zeitpunkt bereits derart auf Angst konditioniert, dass sich fast alle Lehrerinnen und Lehrer aggressiv und lautstark für ein Weitertragen der Masken in den Unterrichtsräumen aussprachen und ein großer Teil der Schüler nicht im entferntesten mit dem Gedanken spielte, dem andauernden Alptraum der erzwungenen Selbstschädigung ein Ende zu bereiten. Die Umerziehung der Jugend in totalitären Pandemie-Strukturen deckt sich allem Anschein nach in Teilen mit den Erziehungszielen anders begründeter totalitärer Systeme.
In charakterlicher Hinsicht wird Gehorsam, Solidarität, Opferbereitschaft und die Bereitschaft zur Unterwerfung unter die Gemeinschaft eingefordert. Die Schüler leiden nun „freiwillig“ unter dem Angstsymbol Maske, weil ihre Lehrer und teilweise auch ihre Eltern ihnen einreden, hierdurch die Risikogruppenangehörigen unter Lehrern, Mitschülern und deren Familien vor einer zwar lebensbedrohlichen aber durch Masken an ihrer Ausbreitung zu hindernden  Erkrankung zu schützen. Wenn jeder einen Mund-Nase-Schutz trägt, wird die Mehrheit der bedrohten Menschen effektiv vor dem Virus geschützt sein – das glaubt nach der monatelangen Panikmache mit gezielter Vermittlung hygienestaatlicher Glaubensgrundsätze im Mantel der Wissenschaft mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung.

In geistiger Hinsicht wird derzeit in den Schulen zur bedingungslosen Übernahme der einmal verordneten Corona-Maßnahmen hin erzogen – ohne Akzeptanz von Kritik und selbstverständlich ohne die Erlaubnis einer Inanspruchnahme der vorgesehenen Erleichterungen, die gleichzeitig weder von Politikern noch von staatlich alimentierten Virologen empfohlen werden. Man darf die Maske auf dem Sitzplatz im Unterrichtsraum zwar abziehen, aber man sollte es im Namen der heiligen Solidarität, dem Grundpfeiler eines jeden demokratischen Systems, auf eigenes Risiko doch tunlichst unterlassen.

Unsere Kinder opfern ihre Gesundheit nun freudig und freiwillig für den erhofften aber im Ernstfall unwahrscheinlichen Gesundheitsschutz einer Risikogruppe, die mehrheitlich ohnehin schon keinen Präsenz-Unterricht mehr erteilen muss oder aber längst auf Distanz lernt.
Die sogenannten „Hygienemaßnahmen“ sollen von den Jugendlichen verinnerlicht werden, um aus menschlichen Individuen eine hygienekonforme Einheit zu erschaffen. Die Unterdrückung, die ein Mensch während seiner Entwicklung erfährt, führt nicht selten zu dem Wunsch danach, selbst Macht auszuüben. Die Maske als Zeichen der Unterwerfung, die Gesichter und Mimik in Teilen unkenntlich macht und die natürlichen  Atmungsvorgänge nachhaltig beeinträchtigt, wird folglich von „Maskenverweigerern“ auch durch ihre Mitschüler mit Nachdruck und unter Drohungen eingefordert. Die von der NRW-Landesregierung beschlossene Freiwilligkeit des Maskentragens zeigt sich in vielen Schulen lediglich in dem bislang eingehaltenen Verbot der Bestrafung und des direkten Ausschlusses von im Unterricht die Masken ablegenden Schülern. Aufbauend auf kommunalen Empfehlungen einer Weiterführung in Form von Masken-Geboten für den Unterricht und mit Hilfe schulinterner Vereinbarungen zwischen Schulleitungen und Schülervertretern wird die systematische Ausgrenzung von Menschen mit unerwünschtem Hintergrund und nicht ideologisch konformen Ansichten betrieben. Durch die Übernahme vorgeblich moralisch hochstehender Motive wird allerdings kein eigenes Gewissen in Form eines Über-Ichs bei den Jugendlichen ausgebildet, sondern stattdessen ein Ideal-Ich übernommen, das das eigene Gewissen ersetzt. Das Mitgefühl gilt selektiv den als schwach definierten potentiell durch Covid-19 gefährdeten Menschen, während die durch Maskenpflicht und Berufsverbote schwer Geschädigten als „Kollateralschäden“ ausgeblendet werden. Ihr Leiden lässt die Mehrheit der „Solidarischen“ völlig kalt. So werden Personen, die keine Maske tragen können oder es aus nachvollziehbaren Gründen nicht wollen, als Maskenmuffel oder Maskenverweigerer pauschal diffamiert. Denjenigen, die aufgrund psychischer Probleme oder als Folge von Traumatisierungen keine Maske aufsetzen können, wird mehrheitlich selbst die – einzig und allein zur Vermeidung von Schadensersatzansprüchen an den Staat – bei „Unzumutbarkeit“ versprochene Befreiung von der Maskenpflicht verweigert. Es gibt keine Anlaufstellen für Betroffene, die bislang noch nicht in ärztlicher Behandlung waren, da schließlich erst die seit Ende April existierende staatliche Nötigung von Jedermann als noch nie dagewesene unvermeidbare Zwangslage sie zunehmend von großen Teilen des öffentlichen Lebens ausschließt, vom Einkaufen in Läden, vom Bus- und Bahnfahren sowie teilweise auch von Arztbesuchen. Hinzu kommt, dass Ärzte durch die Androhung der Entziehung ihrer Zulassung derzeit systematisch davon abgehalten werden, Neu-Patienten ohne mehrmonatige Behandlungsakte ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht auszustellen.

Wo bleibt die Solidarität mit denjenigen, die das Maskentragen krank macht, die aufgrund von Vermeidungsverhalten in die soziale Isolation gedrängt werden und die man anschließend mit den Spätfolgen und Dauerschäden alleine lässt?

Wo bleibt das Mitgefühl mir denjenigen „Masken-Verweigerern“, die als Folge der empfunden Ausweglosigkeit durch die zeitlich zwar befristeten aber ständig verlängerten und verschärften Corona-Schutzmaßnahmen in die Verzweiflung und schlimmstenfalls sogar in den Selbstmord getrieben werden?

„Corona-Maßnahmen-Gläubige sitzen bei uns in der 1. Reihe. Bitte Abstand halten!“                    (vor dem NRW-Landtag am Rhein in Düsseldorf) 

 

Immer schlecht und schlimm gerät
erzwungene, oft naive Solidarität.

© Alfred Selacher

(*1945), Schweizer Lebenskünstler

 

 

 

 

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