Beweist eine Covid-19-Hamster-Studie die Wirksamkeit von OP-Masken?

Eine wissenschaftliche Studie liefert nur dann aussagekräftige Ergebnisse, wenn der Versuchsaufbau dazu geeignet ist, andere unerwünschte möglicherweise verfälschende oder sogar dominierende Einflüsse auf die Versuchsergebnisse auszuschließen. Genau hier liegt meiner Einschätzung nach die Unzuverlässigkeit der Hamster-Studie aus Hongkong, die bewiesen haben soll, dass OP-Masken die Ansteckungsrate durch Covid-19 erheblich senken würden. Einige Medien wie auch das ZDF jubelten wohl vor Freude, als sie am Sonntag, 17. Mai 2020 den von der Forschergruppe veröffentlichten „Beweis“ völlig unkritisch präsentieren dürften.

 

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-hamster-masken-studie-100.html

17.05.2020 18:12 Uhr

Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht.

Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche. Bei den Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall zudem weniger stark als bei Infektionen ohne Maske… Für die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Hamster neben einen Käfig mit gesunden Tieren gesetzt. Zwischen die beiden Käfige wurden OP-Masken platziert. Es sei deutlich geworden, dass das Maskentragen durch Infizierte, insbesondere wenn sie keine Symptome zeigen, „sehr viel wichtiger ist als alles andere“, sagte Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der weltweit führenden Coronavirus-Experten…

 

In dem folgenden Artikel wird zumindest festgestellt, dass die Aussagekraft solch einer Studie in Bezug auf den Menschen begrenzt ist. Man findet detailliertere Auskünfte zu den Versuchsbedingungen, die in keinster Weise das Tragen von Masken im Gesicht nachzustellen vermögen.

 

https://www.br.de/nachrichten/wissen/studie-an-hamstern-masken-koennen-vor-corona-infektion-schuetzen,RzG4gab

17.05.2020, 18:48 Uhr

… Konkret wurden jeweils Hamster-Käfige nebeneinander gestellt: In einem Käfig befanden sich ein mit Corona infizierter Hamster, im anderen drei nicht-infizierte Tiere. Ventilatoren wurden zur Verbreitung des Virus über die Luft eingesetzt. Insgesamt gab es laut „South China Morning Post“ drei Versuchsvarianten: In einer Situation wurden Masken am Käfig der gesunden Tiere angebracht. In der zweiten Situation wurden die Masken am Käfig der infizierten Tiere und in der dritten Situation gar keine Masken gefestigt. 52 Hamster waren in den verschiedenen Varianten teil des Experiments…

Im Versuchsaufbau ohne Maske hatten sich nach einer Woche rund zwei Drittel der zuvor gesunden Hamster mit dem Coronavirus infiziert, in Zahlen: zehn von 15 Hamstern. Waren die Masken am Käfig der infizierten Hamster befestigt, steckten sich zwei von zwölf Hamstern an. Und: Wurden die Masken am Käfig der gesunden Hamster festgemacht, waren vier von zwölf Hamstern mit dem Virus infiziert…

 

Auf der folgenden Internetseite stellt der renommierte Mikrobiologe Professor Yuen Kwok-yung in einem kurzen Video seinen Versuchsaufbau vor.

 

https://news.rthk.hk/rthk/en/component/k2/1526700-20200517.htm

Screenshot: in der Mitte die Hamster-Käfige, rechts vergrößert der Ventilator, der die kontaminierte Luft aus dem Käfig links der Trennplatte nach rechts zu den vorher gesunden Hamstern befördert 

 

Zunächst einmal durchfeuchten diese Trennwände aus OP-Masken-Material nicht wie bei einem Menschen, der die Maske direkt vor Mund und Nase trägt. Als entscheidender Fehler im Versuchsaufbau erscheint mir allerdings der Umstand, dass die Käfige nach vorne offen zu sein scheinen und daher ein Luftaustausch auch mit dem Luftraum vor den Käfigen stattfindet. Setzt man einen Ventilator wie dargestellt ein, so wird auf der einen Seite die Luft angesaugt und auf der anderen wieder ausgestoßen. Die erwünschte Funktion besteht also darin, die kontaminierte Luft aus dem infizierten Käfig entweder durch oder ohne das Maskenmaterial in den Luftraum der bislang gesunden Hamster zu befördern und anschließend zu überprüfen, ob die Filterwirkung der OP-Maske einen Unterschied macht.

Die Untersuchungsergebnisse belegen eindeutig, dass sich weniger Hamster anstecken, wenn die OP-Maskenabdeckung an einer der Käfigwände angebracht ist. Ich frage mich allerdings, inwiefern die Mikrobiologen den Luftwiderstand der Abdeckung und die damit erzeugte teilweise Umlenkung des Luftstromes untersucht und bei ihrer Bewertung berücksichtigt haben. Diskutiert wurde dieser Faktor in der Präsentation jedenfalls nicht.

Bei mir ist der Eindruck entstanden, als ob die Wissenschaftler gedrängt worden sind, schnelle Ergebnisse für einen Beweis der Masken-Wirksamkeit zu liefern und diese ersten Untersuchungen vor der Presse als Durchbruch darzustellen, damit sich die politisch erzwungene Maskenpflicht weltweit dauerhaft durchsetzen lässt.

In den folgenden Abbildungen habe ich versucht, die Umlenkung eines Teils des Luftstromes durch die OP-Masken-Abdeckung darzustellen. Eine vierte aufgeführte Versuchsvariante könnte dazu geeignet sein, den gesamten Luftstrom von links nach rechts zu befördern und damit verlässlichere Ergebnisse zu liefern.

Bei der ersten Versuchsvariante wird zwar die kontaminierte Luft  direkt aus dem linken Käfig angesaugt, aber ein großer Teil wird durch die Abdeckung in den Luftraum vor den rechten Käfig geleitet und nicht wie ohne OP-Material direkt in den rechten Käfig. Hierdurch könnte die Virendichte im rechten Käfig durchaus so weit abgesenkt werden, dass sich statt zwei Dritteln nur noch ein Drittel der Hamster infizieren. Die Maskenbefestigung bei der zweiten Versuchsvariante könnte bewirken, dass  ein Hauptteil der angesaugten Luft nicht aus dem linken Käfig stammt sondern aus dem Luftraum vor den Käfigen, was die Absenkung der Übertragungsrate auf ein Sechstel erklären könnte.

Meine Zweifel am Ergebnis beruhen nur auf begründeten Vermutungen, da mir ein ausführliches Paper zu der Studie bislang nicht vorliegt.

Eine unkritische Übertragung derart unvergleichbarer Ausgangssituationen erscheint mir allerdings in jedem Fall als äußerst fragwürdig, wissenschaftlich unzulässig und unverantwortlich. Der Schaden durch das Tragen von Masken ist sicher, der überragende Nutzen allerdings immer noch in keinster Weise belegt. Und wenn Maskenbefürworter behaupten, dass Ärzte bei Operationen schließlich auch nicht grundlos Masken tragen würden, dann fällt mir dazu nur folgende Antwort ein: Ich würde es als Patient sicherlich nicht schätzen, wenn mir ein Operator versehentlich in meine offene Wunde spuckt. Doch kein Arzt wird wohl behaupten, dass er die Maske im OP-Saal trägt, um den Patienten oder seine Kollegen vor einer möglichen Virusübertragung durch die Atemluft zu schützen. Und ich habe auch noch niemanden getroffen, der mir fernab von Indoktrinierung  und betreutem Denken hat versichern können, dass für ihn ein stundenlanges Maskentragen angenehm ist und keinerlei Belastung darstellt, die Gesundheit der Atemwege und das Allgemeinbefinden fördert und ohne Kopfschmerzen und Schwindel zu bewältigen ist – wobei letzteres entscheidend von der individuellen Empfindlichkeit und der körperlichen Anstrengung abzuhängen scheint. Über die erhöhte Ansteckungsgefahr durch das Tragen feuchter und versiffter Masken brauchen wir erst gar nicht zu sprechen…

 

Ein Kommentar zu „Beweist eine Covid-19-Hamster-Studie die Wirksamkeit von OP-Masken?

  1. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105751/Grippe-Chirurgische-Maske-schuetzt-genauso-gut-wie-teure-N95-Atemschutzmaske

    Eine Studie von vor der Corona-Zeit, die sich mit OP-Masken bzw. FFP2 beschäftigte, dem Wesen nach natürlich auf Infekte allgemein abstellte, auch auf grippale bzw. die Grippe als solche.

    FFP2 sind besser, soviel nun allerdings auch wieder nicht. Setzt man die OP-Maske richtig auf, ist sie auch bei der Einatmung Schutz genug und blockt einen Großteil viralen Aerosols ab. Die Schutzraten sind erstaunlich hoch, so man nicht den Laschet gibt, was viele ältere Mitbürger wegen der Atemprobleme in der Öffentlichkeit tun. Hier schimpft sie aber niemand aus, weil, sie haben ja Maske auf und damit der Pflicht Genüge getan.

    Liken

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