Die Maskenpflicht – eine staatlich verordnete Körperverletzung?

Die körperlichen Qualen, welche durch das Tragen einer Maske hervorgerufen werden können, hängen sowohl in der Intensität als auch in der subjektiven Wahrnehmung von der körperlichen und seelischen Empfindlichkeit des Trägers ab. Genauso wie die Höhenkrankheit im Gebirge nicht jeden Menschen gleichermaßen befällt, wirkt sich auch eine erschwerte Atmung sowie eine verstärkte Rückatmung von CO2 auf jeden Betroffenen unterschiedlich stark aus. Gesundheitsförderlich und die körperliche Leistungsfähigkeit erhöhend ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes sicherlich für niemanden. Starke Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Konzentrationsschwäche oder Panikattacken müssen allerdings –  nach meiner groben Schätzung –  nur ein eher geringer Anteil der Maskenträger befürchten, Tendenz steigend mit zunehmender Tragzeit, Stärke der körperlichen Betätigung und schlechterer Luftdurchlässigkeit des Anti-Corona-Spucktuchs für Staatsgläubige. Das Vertrauen in den Placebo-Schutz stirbt zuletzt.

Wenn das Maskentragen denn freiwillig wäre würde ich sagen: o.k., wer sich damit sicherer fühlt und mit seinem Talisman vor Mund und Nase glaubt, etwas für die Pandemie-Eindämmung tun zu können, den solle man davon nicht abhalten. Eine Pflicht einzuführen, nur um die Gemüter nach der völlig unverantwortlichen Panikmache zu beruhigen, auf Wunsch einer zuvor darauf heiß gemachten getäuschten Mehrheit, verstößt jedoch eindeutig gegen das Grundgesetz und gegen die Menschenrechte, die auch durch ein Infektionsschutzgesetz nicht außer Kraft gesetzt werden dürften.

Wenn ich die Diskussionen um  „Lockerungen“ verfolge, dann bekomme ich Aggressionen. Der Ausdruck erinnert an Haftlockerungen für Strafgefangene. Letztendlich definieren unsere Regierungen damit den grundgesetzwidrigen Ist-Zustand: sie haben Corona-Verordnungen erlassen, die teilweise die Wirkung von „Kollektivstrafen“ entfalten.

Das Irre ist: je einschneidender die Grundrechtseinschränkungen gewesen sind, desto langsamer sollen – nach Wusch der jeweils betroffenen Bevölkerung – die Lockerungen umgesetzt werden. Die Menschen sind derart gezielt verängstig worden, dass sie sich überhaupt nicht mehr trauen, einander noch normal zu begegnen. Sie sprechen von einer „neuen Normalität“ und scheinen damit unbewusst ihr völlig gestörtes Miteinander dauerhaft zum Verhaltenskodex erklären zu wollen. Was ist schon normal in einer Welt des Wahnsinns! Sollen sie den Begriff Normalität besser erst gar nicht in den Mund nehmen – das würde wenigstens noch einen Hauch von Realitätssinn und Restverstand bei den Politikern und ihren Wähler-Schafen vermuten lassen.

Lockerungen müssen wir uns verdienen, sagen die Politiker – durch unabdingbaren Gehorsam sogar gegenüber den Stadt-Oberhäuptern, die sich in der Einführung immer strengerer Hygienemaßnahmen – noch so ein Unwort – ständig zu überbieten versuchen.

So hat die Stadt Jena als Vorreiter für einen erhofft sicheren Schulstart eine Maskenpflicht sogar im Unterricht einführen wollen. Lediglich die starken Proteste von Eltern und die Klage einer Waldorfschule konnten diese völlig unsinnige aber schädigende Willkürmaßnahme zu Fall bringen.

 

https://www.spiegel.de/panorama/bildung/coronavirus-gericht-hebt-maskenpflicht-in-schulen-in-jena-auf-a-6d25a4ef-07b2-4f78-a9c9-c5de37068502

05.05.2020, 21.44 Uhr

… Die Schutzmaskenpflicht in Jenaer Schulen ist vom Verwaltungsgericht Gera aufgehoben worden. Demnach brauchen die Schüler in der Thüringer Stadt in der Coronakrise keinen Mund- und Nasen-Schutz mehr im Unterricht tragen. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts erfolgte im Eilverfahren.

Aufgrund der aktuell geringen Infektionszahlen in der Stadt sei keine Notwendigkeit für eine solch verschärfte Hygienevorkehrung im Unterricht gegeben, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Stadt hatte mit der seit Wochenbeginn geltenden Maskenpflicht im Unterricht einen Sonderweg beschritten. Dagegen war die Freie Waldorfschule Jena juristisch vorgegangen…

hba/dpa

 

Es ist zwar lobenswert, dass das Gericht die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben hat – leider nur mit der falschen Begründung. Auch bei höheren Infektionszahlen wäre ein stundenlanges Tragen dieser Atmungsbehinderungslappen ein absolutes No-Go, zum einen, weil ein längeres Tragen besonders bei höheren Temperaturen für alle zu einer unerträglichen Belastung würde, zum anderen, weil die Maske eine artgerechte Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern unmöglich macht.

 

Die Sinnhaftigkeit des Maskentragens im Unterricht

 

Dann können wir das mit dem Alibi-Präsenzunterricht auch gleich ganz lassen. Es reicht schon, dass bei lauter Abstandsregeln kooperative Unterrichtsformen und experimenteller Unterricht für einen unbefristeten Zeitraum gänzlich wegfallen sollen. Der Euphemismus „Distanzlernen“ schmerzt mir in den Ohren, noch schlimmer in der Form „Distanz-Unterricht“. Nein und nochmals nein – Hausaufgaben in Isolation haben nichts mit dem zu tun, was sich Unterricht nennen darf. Das ist nicht mehr als eine Beschäftigungstherapie, die die Ungleichheit zwischen den Schülern weiter verstärkt, besonders wenn eine Kurz-Zeit-Notlösung zu einem alternativlosen monatelangen Dauerzustand erklärt wird.

Umgesetzt werden soll nach jetzigem Stand der Dinge  die schulische Leitlinie der Corona-Infektionsverhinderung um jeden Preis durch das Konzept eines rollierenden Systems  – meint Unterricht der Jahrgänge in Kleingruppen im täglichen oder  wöchentlichen Wechsel. Rollieren im Sinne von Rollator, also ganz schwerfällig und ohne deutlich vorwärts zu kommen,  oder etwa im Sinne einer rolligen Katze, die auf Erlösung hofft und dabei leidend auf der Stelle rollt?

„Welch ein Glück, ich muss nicht mehr auf Abstand rollen!“

 

Und die Asiaten- ach die sind mittlerweile unsere großen Vorbilder in Sachen effektiver Pandemie-Bekämpfung – und die tragen ja auch alle Mundschutz. Die Masken sieht man dort auf den Straßen auch ohne Pandemie in großer Anzahl – und doch hat Covid-19 seinen Ursprung genau in dieser Masken-affinen Gesellschaft. Gesunde Atemwege – Fehlanzeige, gerade in chinesischen Großstädten häufen sich Lungenkrebserkrankungen bereits bei Erwachsenen in den Dreißigern, unter anderem wegen der hohen Feinstaubbelastung in der Luft.

Die vorläufig erfolgreiche Eindämmung des Corona-Virus in China ist sicherlich nicht auf das  Maskentragen zurückzuführen, sondern auf die teilweise komplette Ausgangssperre für Millionen Menschen, die nicht einmal mehr für Einkäufe ihre vier Wände verlassen dürften. Die Selbstmorde und die zu einer verkürzten Lebenserwartung führenden Erkrankungen durch Bewegungsmangel, Gewichtszunahme, schlechte Ernährung und Depressionen zählt nicht nur in China keine offizielle Stelle. Ein weiterer Pfeiler der Pandemie-Eindämmung in Asien ist die totale Überwachung der Bevölkerung, egal wo, auf Schritt und Tritt, Datenschutz  – ein Fremdwort.

Was nutzt es, wenn unter anderem weitere Geschäfte, Museen, Friseure und Kirchen für Gottesdienste wieder öffnen, wenn das Betreten der Räumlichkeiten für viele Menschen zum Leidensweg wird, sodass diesen Bürgern weder das Einkaufen noch die Kulturteilhabe mehr als erstrebenswert erscheinen und sie diese Orte meiden oder – wie im Falle von Maskenphobien oder entsprechenden Traumatisierungen – überhaupt nicht mehr betreten können. Diese Menschen werden massiv benachteiligt, ihre körperliche und seelische Gesundheit wird vorsätzlich aufs Spiel gesetzt, was einer staatlich verordneten Körperverletzung gleichkommt. Von Maskenbefürwortern wird den Verzweifelten dann zu allem Hohn noch gerne geraten, das Maskentragen zu Hause zu trainieren – und man solle sich doch nicht so anstellen, sie hätten damit ja auch keine Probleme.  Ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht – das bleibt ein unerreichbarer Wunschtraum zumindest für all diejenigen Betroffenen, die bislang nicht behandlungsbedürftig waren.

Im Moment sieht es so aus, als ob unsere westlichen „Demokratien“ die totalitären Zwangsmaßnahmen der Chinesen gerne in aller Härte und Unerbittlichkeit kopieren würden. Ist es das wert? Nach wissenschaftlichen Prognosen drohen der Welt in den kommenden Jahren weitere Pandemien, manche Virologen sprechen von einer ständigen Bedrohungslage. Sollen wir deswegen dauerhaft Virus-Tote zu verhindern versuchen, indem wir nicht mehr als soziale Wesen miteinander umgehen?  Unser aller Leben ist endlich – aber was ist es wert etwas länger auf dieser Erde zu verweilen, wenn man dafür nie wirklich gelebt hat?

Ich meine damit nicht, dass eine anfängliche Eindämmung der Virus-Ausbreitung übertrieben gewesen ist – im Gegenteil, Schulschließungen als auch ein Lockdown von einigen Wochen mögen dazu beigetragen haben, das neue Virus besser kennen zu lernen und das Gesundheitssystem vorzubereiten. Doch muss es nach diesem Not-Herunterfahren nun endlich wieder normal weitergehen –und bitte nicht in Form einer sogenannten  „neuen Normalität“. Lediglich auf Großveranstaltungen sollte auch meiner Meinung nach noch eine Weile verzichtet werden, die Bildungseinrichtungen und die Wirtschaft sowie der Breitensport müssten aber unter den bislang üblichen Rahmenbedingungen  wieder anlaufen – ohne Masken, mit sozialer Nähe!

Life must go on!

 

Life Must Go On by Alter Bridge Lyrics

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.