Frankreich und Deutschland im Kampf gegen den IS – die Schatten des Algerienkrieges

In Frankreich sind sie bereits seit zwei bis drei Generationen beheimatet, in Deutschland finden sie zunehmend als „Schutzsuchende“ Zuflucht.

Die Anwerbung von Arbeitskräften aus den Maghreb-Staaten kam der französischen Regierung in den fünfziger Jahren zunächst gelegen, da der Bedarf durch Einheimische nicht gedeckt werden konnte. Schnell wurde daraus eine unkontrollierbare Masseneinwanderung, verstärkt durch das Ende des Algerienkrieges im Jahr 1962.

Erste Probleme mit den Zuwanderern aus dem islamisch geprägten Kulturkreis traten bald auf, wie einem SPIEGEL-Bericht von 1964 zu entnehmen ist.

 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174775.html

15.07.1964

… Den Pariserinnen wird das Plätschern vergällt. Wo ein vereinzelter Bikini im Frei-Bassin paddelt, ist er bald von bräunlichen Schwimmern eingekreist und angetaucht. Zehn, zwanzig Algerier -Hände zerren an den Verschlüssen des Badekostüms und rauben der Trägerin das Textil…

Von den Algeriern aus Algerien verjagt, sehen sich die Franzosen nunmehr von den Siegern auch aus den Schwimmbecken ihrer Hauptstadt gedrängt. Auf Abhilfe ist nicht zu rechnen.

Denn Tag für Tag verlassen an die 600 Algerier das von Arbeitslosigkeit und Inflation geplagte Land Ben Bellas, um beim ehemaligen Kolonialherrn jenseits des Meeres Brot zu suchen.

Der leergefegte französische Arbeitsmarkt konnte etliche tausend ohne weiteres aufnehmen, doch der Strom schwoll ständig an: 1956 lebten 300 000 Algerier in Frankreich, Anfang 1964 waren es fast 600 000. 30 000 von ihnen sind heute arbeitslos und leben von der französischen Sozialversicherung. 13 000 französische Krankenbetten sind von Algeriern belegt.

Die Pariser Polizei sah sich bald vor der Aufgabe, mit einer Kolonie von 200 000 Algeriern fertig zu werden, die zwar nur drei Prozent der hauptstädtischen Bevölkerung ausmacht, auf deren Konto jedoch im vergangenen Jahr

– 32 Prozent der Morde,

– 39 Prozent der Autodiebstähle und

– 58 Prozent der Diebstähle mit Schußwaffengebrauch

gingen.

Ein Teil der Einwanderer importierte überdies die Gewohnheiten ihrer sanitär unterentwickelten Heimat samt den dort in Blüte stehenden Gebrechen – Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten – nach Frankreich…

 

Historisch bedingt ist Frankreich schon seit Jahrzehnten im Visier algerisch-stämmiger Islamisten, aber nicht in dem Ausmaße wie ab dem Jahr 2015.

Nach Rückzug der französischen Truppen aus Algerien waren 1962 bis zu 150 000 ehemalige algerische Hilfssoldaten von den algerischen Befreiungskämpfern ermordet worden. Viele Algerier flohen damals nach Frankreich. Sie und ihre Familien sind mehrheitlich niemals Teil der französischen Gesellschaft geworden, sondern haben sich aufgrund der Ausgrenzung durch die Franzosen zum Keim der Bildung von No-Go-Areas entwickelt, mittlerweile in der zweiten und dritten nicht integrierten Generation.

 

http://www.sueddeutsche.de/kultur/vor-jahren-endete-der-algerienkrieg-koffer-oder-sarg-1.1311342

  1. März 2012

Von Rudolph Chimelli, Paris

… Übler noch waren die „Harkis“ dran, die als einheimische Hilfstruppen auf Seiten der französischen Armee gekämpft hatten. Ihre Evakuierung nach Frankreich war nicht vorgesehen. Schätzungsweise 150.000 Harkis und Angehörige wurden von ihren Landsleuten als „Verräter“ massakriert. Nur 67.000 Harkis mit 80.000 Angehörigen retteten sich nach Frankreich, wo sie zunächst in Lagern hinter Stacheldraht untergebracht wurden. Noch immer klagen sie, dass der Staat für sie weniger tue als für Ausländer. Vier von fünf Harki-Söhnen und -Enkeln sind arbeitslos. Ihre Identitätsprobleme sind drückend…

 

http://www.spiegel.de/einestages/harkis-im-algerienkrieg-massenmord-an-frankreichs-hilfssoldaten-a-947627.html

Von Christoph Gunkel

Dienstag, 03.07.2012   10:53 Uhr

… Das neue, noch über seine Unabhängigkeit jubelnde Algerien versank in Blut, als Anhänger der FLN die Harkis verstümmelten, folterten, massakrierten. Nach fast acht Jahren Krieg hatte die französische Armee sich 1962 überraschend schnell zurückgezogen, ihre algerischen Hilfssoldaten entwaffnet und dann schutzlos ihrem Schicksal überlassen. Damit begann einer der größten Massenmorde der Nachkriegszeit – und Frankreich schaute tatenlos zu, wie seine einstigen Waffenbrüder zu Zehntausenden niedergemetzelt wurden…

Es waren grauenhafte Berichte, besonders aus den entlegenen Regionen im Süden. Von Harkis, die an Türpfosten genagelt wurden. Die ihre Militärmedaillen herunterschlucken mussten. Die lebendig begraben oder mit kochendem Öl überschüttet wurden. Denen ihre Peiniger erst die Genitalien abschnitten, um sie ihnen nach dem Tod in den Mund zu stopfen.

Nicht alles ist eindeutig belegt. Doch es gibt Zeitzeugenaussagen und Fotos. Historiker halten die Exzesse für glaubwürdig. Bis zu 150.000 Harkis, vermuten einige, sollen nach 1962 umgebracht worden sein…

 

Poignard BAROUD – Dolch aus dem Indochina- und Algerienkrieg, wird gelegentlich auf französischen Flohmärkten / in Trödelläden als Sammlerstück verkauft

 

Die islamistischen Terroristen im Bataclan in Paris – allesamt Franzosen mit algerischen Wurzeln- sollen ebenfalls einigen ihrer Opfer die Genitalien abgeschnitten und dann in den Mund gestopft haben. Das wurde zumindest seinerzeit von Zeugen anonym behauptet.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_13._November_2015_in_Paris

Massaker im Bataclan-Theater

Im Bataclan-Theater am Boulevard Voltaire 50 im 11. Arrondissement gab die US-amerikanische Rockband Eagles of Death Metal am Abend ein Konzert vor etwa 1500 Konzertbesuchern. Gegen 21:50 Uhr stiegen Amimour, Mostefaï und Aggad vor dem Theater aus einem VW Polo, beschossen unvermittelt zwei junge Männer auf Leihfahrrädern und drangen durch die Bar und den Merchandisingstand in das Gebäude ein.

Die Angreifer feuerten zunächst circa zehn Minuten lang mit Kalaschnikow-Sturmgewehren in das Publikum und warfen Handgranaten in die Menge…

Die beiden Attentäter Amimour und Mostefaï begaben sich auf die oberen Ränge, wo sie Geiseln nahmen und sich verbarrikadierten. Die Spezialkräfte der Polizei suchten die Räume ab und befreiten nach und nach die Gäste…Der 29-jährige Franzose Ismaël Omar Mostefaï wurde nach den Anschlägen im Bataclan über die DNA-Analyse eines abgetrennten Fingers identifiziert. Mostefaï, Sohn algerischer Einwanderer und einer von drei Brüdern mit zwei Schwestern, war von der französischen Justiz achtmal wegen kleinerer Delikte verurteilt worden. 

 

https://fr.wikipedia.org/wiki/Samy_Amimour

Samy Amimour, né le 15 octobre 1987 à Paris et mort le 13 novembre 2015 à Paris, est un terroriste islamiste français d’origine algérienne

 

https://fr.wikipedia.org/wiki/Foued_Mohamed-Aggad

Foued Mohamed-Aggad né le 18 septembre 1992 à Wissembourg (Bas-Rhin) et mort le 14 novembre 2015 à Paris, est un terroriste islamiste français…

Son père est Algérien tandis que sa mère est Marocaine… 

 

Die Nachfahren der algerischen Einwanderer wie auch die Zuwanderer aus Marokko und Tunesien leben zu einem großen Anteil in den durch Kriminalität und Armut geprägten Vorstädten der französischen Großstädte. Der Hass auf den französischen Staat macht sie leicht radikalisierbar und damit einfach rekrutierbar durch den IS.

 

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article162307322/Es-ist-Zeit-Frankreichs-Schuld-anzuerkennen.html

Von Martina Meister | Veröffentlicht am 22.02.2017 | Lesedauer: 6 Minuten

… Wie tief das Trauma von Kolonialismus und Krieg sitzt, wie tabu das Thema bis heute ist, hat die Reaktion auf einen Satz von Emmanuel Macron gezeigt: Der sozialliberale Präsidentschaftskandidat hat bei einem Besuch in Algerien die Kolonisation als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet. Kein algerischer Historiker würde ihm widersprechen. Aber das war ein großes Wort, das die Franzosen nicht hören wollen…

Damit brachte sich der andere Teil der verdrängten Geschichte in Erinnerung: die Nachfahren algerischer Einwanderer, die, obwohl zweite oder dritte Generation, niemals in Frankreich angekommen sind. Sie hassen das Land, in dem sie sich dazu verdammt fühlen, ewige Zaungäste zu sein.

Am 19. März 2012, dem 50. Jahrestag des Inkrafttretens des Waffenstillstands im Algerienkrieg, tötete der Terrorist Mohamed Merah drei Kinder und einen Lehrer in einer jüdischen Schule, zuvor hatte er drei Soldaten arabischen Ursprungs ermordet.

Merah war algerischer Herkunft. Das ist, wie man inzwischen weiß, der Fall bei insgesamt 13 Terroristen, die seither in Frankreich getötet haben. Auch die Täter der ersten Terrorwelle der Neunzigerjahre verstanden sich als Rächer für Algerien…

 

Zur Zielscheibe des Islamischen Staates wurde Frankreich im Jahr 2014 wegen der  Unterstützung der amerikanischen Truppen beim Luftkrieg gegen den IS im Irak.

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/frankreich-warum-das-land-so-oft-zum-ziel-der-dschihadisten-wird-a-1103200.html

Von Christoph Titz

Freitag, 15.07.2016

… Frankreich zog im September 2014 als erster europäischer Staat in den von den US angeführten Luftkrieg gegen den IS, zunächst nur im Irak. Insgesamt 14 Kampfjets der französischen Luftwaffe flogen seitdem „Hunderte Einsätze“, heißt es aus dem französischen Verteidigungsministerium. Der IS drohte mit Vergeltung...

Frankreich ist durch seine koloniale Vergangenheit eng mit Nordafrika verbunden. Millionen Franzosen haben Vorfahren aus Marokko, Algerien und Tunesien. Im Alltag und auf dem angespannten Arbeitsmarkt fühlen sich viele diskriminiert, die Wut auf den Staat wächst besonders in den ärmeren Vorstädten der französischen Metropolen…

Millionen Menschen sind aus Syrien vor dem Krieg geflohen, vor der Abriegelung der sogenannten Balkanroute kamen sie zu Hunderttausenden bis nach Europa. In diesem Strom reisten nach Einschätzung der Behörden auch die Attentäter von Paris, mit gefälschten syrischen Pässen, für die der IS in Syrien Blankovorlagen erbeutet hatte…

 

Durch das deutsche Solidaritätsversprechen wurde die Gefahr des islamistischen Terrors im Sinne der EU vergemeinschaftet.

Die IS-Terroristen in Frankreich sind zu einem bedeutenden Anteil Franzosen mit Wurzeln in den Maghreb-Staaten. Nach Deutschland gelangten ein Großteil der IS-Kämpfer aus Nordafrika hingegen mit dem Flüchtlingsstrom, wie der im Februar 2016 in Attendorn (NRW) festgenommene Farid A., der über falsche syrische Pässe für sich und seine Familie verfügte. Für einen angeblich in Berlin Anfang 2016 von Farid A. geplanten Anschlag wurden bei den weiteren Ermittlungen keine konkreten Beweise gefunden, was allerdings nicht bedeutet, dass ein Scenario wie am Breitscheidplatz nicht bereits zu diesem Zeitpunkt vom IS in Auftrag gegeben worden ist.

 

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/algerien-islamischer-staat-terrorismus-islamismus

  1. Februar 2016

Als die Polizei am Donnerstag auf der Suche nach mutmaßlichen Terroristen Wohnungen und Flüchtlingsheime in mehreren Bundesländern durchkämmte, nahm sie vier Verdächtige aus Algerien fest. Sie sollen einen Anschlag in Berlin geplant haben…

Auch die Urheber des Attentats auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo im Januar 2015 hatten algerische Wurzeln…

Wenn die Preise auf dem derzeit niedrigen Stand blieben, räumte Finanzminister Abderrahmane Benkhalfa im Oktober ein, könnten sie 2016 auf nur noch 26,4 Milliarden Dollar sinken.

Das ist deshalb so gravierend, weil mehr als 60 Prozent der algerischen Staatseinnahmen aus dem Export von Öl und Gas stammen – und die Regierung sich den sozialen Frieden in Zeiten voller Kassen mit billigen Heiz- und Benzinpreisen und subventionierten Grundnahrungsmitteln und Wohnungen erkaufte.

Algeriens Jugend, die die große Mehrheit der Bevölkerung stellt, ertrug Massenarbeitslosigkeit, Langeweile, die Beschränkung der Meinungsfreiheit und auch die Vetternwirtschaft in Politik und Staatsbetrieben schon mit Mühe, solange ihr Auskommen noch einigermaßen staatlich abgesichert schien. Das ist vorbei. Auch deshalb stieg die Zahl der in Deutschland registrierten Flüchtlinge aus Algerien im vergangenen Jahr sprunghaft...

 

Da die meisten algerischen Flüchtlinge aus wirtschaftlichen Gründen einreisen, wird auch ein Großteil ihrer Asylanträge abgelehnt – für IS-Schläfer keine brauchbare Option.

 

https://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-vereitelten-anschlag-des-is-in-berlin-die-taeter-und-die-hintermaenner/12926816.html

05.02.2016 

… Am Tag nach den Razzien in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen setzt die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlung wegen Terrorverdachts fort. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass in Berlin ein Anschlag geplant war“, heißt es bei der Behörde. Die in Berlin und dem sauerländischen Attendorn festgenommenen drei Algerier werden vernommen,…

Der in Attendorn mit seiner Frau in einem Flüchtlingsheim festgenommene, 35 Jahre alte Farid A. scheint jedoch der eigentliche Drahtzieher zu sein.

Es gebe Hinweise, dass Farid A. in Syrien bei einem hochrangigen Funktionär des IS war, der für die Anschläge vom 13. November in Paris mitverantwortlich sei, sagen Sicherheitsexperten. Der Funktionär soll den Anführer des Terrorangriffs in Paris dirigiert haben, Abdelhamid Abaaoud. Der Belgier marokkanischer Herkunft wurde am 18. November in Saint Denis, einer Kleinstadt nördlich von Paris, von der Polizei erschossen…

Farid A. und seine 27-jährige Frau reisten als Flüchtlinge mutmaßlich über die Balkanroute am 28. Dezember in Bayern ein. Das Paar gab sich mit falschen Namen als Syrer aus und legte manipulierte syrische Pässe vor. Als Aufenthaltsort wurde Farid A. und der Frau eine Unterkunft für Asylbewerber in Attendorn zugewiesen. Die Polizei nahm die beiden dort fest und präsentierte ihnen einen internationalen Haftbefehl aus Algerien…

 

Bei dem NSU-Verfahren werden keine handfesten Beweise benötigt, bei Islamisten hingegen schlägt die Paragrafentreue des deutschen Rechtsstaates voll zu. Zeugenaussagen reichen dann unter Umständen nicht aus, so dass die einzige Möglichkeit, einen Terroranschlag zu verhindern, in der Abschiebung des Gefährders zu suchen ist. Aber auch das ist bei dem den „Schutzsuchenden“ zu ermöglichendem Gang durch die Instanzen ein schwieriges und langwieriges Unterfangen.

 

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/attendorn-algerier-noch-nicht-ausgeliefert-id12302474.html

Rolf Hansmann

24.10.2016 – 23:00 Uhr

Es war der 4. Februar 2016, als die sauerländische Hansestadt Attendorn bundesweite Schlagzeilen schrieb… Mehr als acht Monate danach läuft das Auslieferungsverfahren gegen den Nordafrikaner – ihm wurde vorgeworfen, der Kopf einer mutmaßlichen Berliner Terrorzelle des „Islamischen Staats“ (IS) zu sein – noch immer. Dagegen ist der Auslieferungshaftbefehl gegen seine 27 Jahre alte Ehefrau, Mutter zweier Kinder (1 und 2), mittlerweile aufgehoben worden…

Justizsprecher Steltner zufolge konnte dem Algerier eine IS-Mitgliedschaft nicht nachgewiesen werden. „Bei ihm liegt zwar eine IS-Zugewandtheit vor. Er hegt Sympathie für die Ziele des ,Islamischen Staates’.“ Aber: „Auch wenn es Hinweise auf Kontakte zum IS-Umfeld gibt, haben wir keine Erkenntnisse, dass er Kopf einer Terror-Zelle war, die einen Anschlag in Berlin vorbereitete.“ Ebenso habe sich nicht der Verdacht erhärtet, dass der 34-Jährige Verbindungen zu IS-Terroristen der Anschläge von Paris und Brüssel oder andere hochrangige IS-Mitglieder hatte. Dagegen wisse man, dass der bei der Razzia am 4. Februar in Hannover angetroffene Algerier Kontakte in die Brüsseler Islamistenhochburg Molenbeek hatte.

 „Der im Haftbefehl der algerischen Behörden erhobene Vorwurf der Unterstützung terroristischer ­Aktivitäten hat einer Prüfung nicht standgehalten“, sagt Christian Nubbemeyer, Sprecher des ­Oberlandesgerichts (OLG) Hamm, über Farid A.’s Ehefrau. Konkret: „Sie ist lediglich mit ihrem Ehemann nach Deutschland mitgereist.“

Das Auslieferungsverfahren gegen Farid A. ist beim Oberlandesgericht Hamm angesiedelt. … „Unser Senat muss grundsätzlich immer prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Auslieferung vorliegen. Hier sind Fragen einer menschenwürdigen Haft und die Bedingungen für die Strafverfolgung in einem anderen Land zu klären.“

 

Es wundert, dass trotz des Vorliegens des algerischen Haftbefehls  von den deutschen Behörden keine IS-Mitgliedschaft nachgewiesen werden konnte. Bei der Prüfung des Auslieferungshaftbefehls wurde im Februar 2017 dennoch entschieden, dass die Auslieferung wegen der ihm in Algerien zu Last gelegten Taten rechtmäßig sei und die Auslieferungshaft daher fortbestehen dürfe.

 

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2017/2_Ausl_21_16_Beschluss_20170216.html

Oberlandesgericht Hamm, 2 Ausl. 21/16

16.02.2017

Tenor:

1.)    Die Auslieferung des Verfolgten nach Algerien zur Strafverfolgung wegen der ihm in dem Haftbefehl des Untersuchungsrichters der 7. Kammer des Gerichts in El Harrashe/Algier vom 13.08.2015 (Az.: No. 0182/15P und 0060/15I) zur Last gelegten Taten ist zulässig.

2.)    Die Auslieferungshaft dauert fort.

Gründe:

Die Demokratische Volksrepublik Algerien hat den Verfolgten aufgrund des Haftbefehls des Untersuchungsrichters der 7. Kammer des Gerichts in El Harrashe/Algier vom 13.08.2015 – Aktenzeichen: No. 0182/15P und 0060/15I – über Interpol am 20.10.2015 zur Festnahme ausgeschrieben..

Dem Untersuchungshaftbefehl liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

Der Verfolgte geriet im Laufe des Jahres 2014 in Algier zunehmend unter den Einfluss der dschihadistischen Ideologie. Nachdem der Verfolgte in dieser Zeit mehrfach mit dem Zeugen B in einem Internetcafe in Algier zusammengetroffen war und sie dort u. a. eine Rede des X angehört hatten, teilte der Verfolgte dem Zeugen B schließlich mit, er werde bald nach Syrien reisen, um sich der Terrororganisation „Daesh“ (Anm.: arabische Bezeichnung des sog. Islamischen Staates) oder „Al-Quaida“ anzuschließen… Letztlich (mutmaßlich am 04.10.2014; Anm.: Dieser Tag wird von den algerischen Behörden zumindest als Tattag bezeichnet) reiste der Verfolgte tatsächlich nach Syrien. Auch nach seiner Ankunft dort blieb er über das Internet – „Skype“ und „Facebook“ – in Kontakt mit dem Zeugen B und bat ihn, sich ihm anzuschließen. Dabei übersandte er u. a. Lichtbilder, die ihn in den Reihen des „Daesh“ in Militäruniform abbilden.

Dieses Verhalten ist als Mitgliedschaft in einer im Ausland tätigen terroristischen Vereinigung gemäß Art. 87 bis 6 P1 des algerischen Strafgesetzbuches strafbar und  im Höchstmaß grundsätzlich mit Freiheitsstrafen von 10 bis 20 Jahren bedroht. 

Der Verfolgte ist gemeinsam  mit seiner Ehefrau, der gesondert Verfolgten Y, am 28.12.2015 unter dem Aliasnamen  Z, geboren am ##.##.1984 in K/Syrien, nach Deutschland eingereist und hat unter dieser Identität einen Asylantrag gestellt.

Der Verfolgte ist am 04.02.2016 auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft in Attendorn festgenommen worden, nachdem gegen den Verfolgten wegen einer möglichen Anschlagsplanung in P von der Generalstaatsanwaltschaft in Berlin unter dem Aktenzeichen 173 Js 3/16 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gem. § 89a StGB eingeleitet worden war.

Anlässlich seiner Anhörung durch die Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Dortmund am 05.02.2016  hat der Verfolgte zu seinen persönlichen Verhältnissen angegeben, die in der Ausschreibung angegebenen Personalien seien zutreffend. Er sei am 28.12.2015 nach Deutschland gekommen, um mit Frau und Kindern Schutz zu suchen. Zu dem ihm gemachten Vorwurf der algerischen Behörden hat er angegeben, kein Terrorist zu sein. Er wolle einen Anwalt…

Bei der Anhörung anlässlich der Verkündung des vorläufigen Auslieferungshaftbefehls durch den Ermittlungsrichter des Amtsgerichts  Bochum am 17.03.2016 hat der Verfolgte angegeben, algerischer Staatsangehöriger zu sein. Er sei nach Deutschland gekommen, um sich der Verfolgung durch Behörden und des Geheimdienstes des IS zu schützen. Er sei in Deutschland mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, die zweieinhalb Jahre und sechs Monate alt seien…

Bei der Verkündung des förmlichen Auslieferungshaftbefehls des Senats vom 05.04.2016 durch den Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Bochum am 26.04.2016 hat der Verfolgte zu seinen persönlichen Verhältnissen und sozialen Beziehungen seine Angaben, wie er sie in der Anhörung vom 05.02.2016 gemacht hatte, wiederholt und erneut Einwendungen gegen seine Auslieferung erhoben…

Die algerischen Behörden haben mit Verbalnote vom 01.08.2016 zugesichert, dass der Verfolgte nach seiner Auslieferung in Algerien in keiner Weise irgendwelchen Folterpraktiken ausgesetzt sein wird…

Die Auslieferung des Verfolgten ist auch nicht wegen der Höhe der im Verurteilungsfall drohenden lebenslangen Freiheitsstrafe unzulässig…

Nachdem er eingeräumt hatte, tatsächlich algerischer Staatsangehöriger zu sein, ist sein Asylantrag zwischenzeitlich von dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bestandskräftig abgelehnt worden. Er sieht sich außerdem Ermittlungsmaßnahmen der deutschen Justiz ausgesetzt, was einen zusätzlichen Fluchtanreiz bietet…

Nachdem der Senat mit Beschluss vom heutigen Tag die Auslieferung für zulässig erklärt hat, steht zu erwarten, dass die Bewilligung der Auslieferung durch die Bundesregierung und die Übergabe des Verfolgten an die algerischen Behörden zeitnah erfolgen werden.

 

Nach diesem Beschluss sind keine Spuren des Terrorverdächtigen Farid A. mehr im Internet zu finden. Ob er mittlerweile tatsächlich ausgeliefert wurde, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

Lediglich in einem Bericht von November 2017 über den Prozessbeginn gegen einen algerischen IS-Unterstützer in Berlin findet der Name Farid A. kurz Erwähnung, als Kontaktmann zum IS und altem Bekannten des Angeklagten.

 

https://www.morgenpost.de/berlin/article212452965/Prozess-gegen-fanatischen-Anhaenger-des-IS.html

06.11.2017, 03:01 Uhr 

Michael Mielke

…Fayssal M., der sich ab dem 9. November vor dem 3. Strafsenat des Kammergerichts wegen Unterstützung der Terrororganisation „IS“ („Islamischer Staat“) verantworten muss, ist für die Richter kein Unbekannter. Der 32-Jährige wurde im Mai dieses Jahres wegen ähnlicher Vorwürfe zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In dem Prozess, der am 9. November beginnt, wird dem algerischen Staatsbürger aktive Hilfe für den „IS“ vorgeworfen. Er soll sich gemeinsam mit drei weiteren Personen an einer Chatgruppe beteiligt haben, die sich damit befasste, einer Person, die sich in der Türkei aufhielt, die Reise nach Syrien zum „IS“ zu organisieren…

In dem ersten Prozess, der am 10. Mai endete, ging es um 400 Euro, die Fayssal M. nach Anforderung durch einen anderen Algerier dem „IS“ für die Beschaffung militärischer Geräte geschickt haben soll. Der Kontakt zum „IS“ lief den Ermittlungen zufolge über Farid A., einen alten Bekannten des Angeklagten, der sich schon mehrfach an Kampfhandlungen des „IS“ beteiligt haben soll…

Fayssal M. sei „ein fanatischer Anhänger des IS“… Zudem wurde der 32-Jährige als Dieb verurteilt. Er soll sich im Januar 2016 in Kreuzberg daran beteiligt haben, einem Passanten die Brieftasche zu stehlen. Sollte es zu einer erneuten Verurteilung kommen, wird Fayssal M. damit rechnen müssen nach Rechtskraft beider Urteile nach Algerien abgeschoben zu werden. Auch dort wird die Unterstützung der terroristischen Vereinigung „IS“ geahndet.

 

Ende 2015 wurde ein bekennender algerischer Islamist rechtswidrig aber durch deutsche Behörden toleriert von Frankreich nach Deutschland abgeschoben. Der 36-jährige Algerier Oussama B. aus Bremen war bereits im Jahr 2003 nach Deutschland eingereist und wurde hier geduldet, bevor er nach Frankreich umsiedelte. Wegen öffentlicher Verherrlichung des Anschlags auf die Redaktion des Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einer Todesdrohung war er in Frankreich verurteilt und nach Verbüßung seiner Haftstrafe und Wiedereinreiseverbot nach Deutschland überstellt worden. Hier soll er dann den Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz öffentlich gut geheißen haben. Gegen eine daraufhin verhängte Abschiebehaft konnte er sich zwischenzeitlich erfolgreich zur Wehr setzen, mit der Folge, dass ihn das zuständige Amtsgericht sogar im November 2017 aus formalen Gründen vorübergehend frei ließ, weil eine im Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom Mai  2017 geforderte Zusicherung durch die algerischen Behörden noch nicht in einem als ausreichend erachteten Umfang vorlag.

 

https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/698271/

BVerwG  v. 31.05.2017 – 1 VR 4/17, 1 VR 4/17 (1 A 5/17)

Abschiebungsanordnung gegen einen der radikal-islamistischen Szene zuzuordnenden Gefährder

Der Antragsteller, ein 1980 geborener algerischer Staatsangehöriger, begehrt einstweiligen Rechtsschutz im Hinblick auf die Anordnung seiner Abschiebung nach Algerien…

Am 28. März 2017 hat der Antragsteller beim Bundesverwaltungsgericht einen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes nach § 80 Abs. 5 VwGO gestellt und am 21. April 2017 Klage gegen die Abschiebungsanordnung erhoben. Er macht vor allem geltend, die Verfügung beruhe auf einer unrichtigen und unzureichenden Tatsachengrundlage und berücksichtige nicht hinreichend seine familiäre Situation. Er lebe zusammen mit seiner ihm nach islamischen Recht angetrauten deutschen Lebensgefährtin und der gemeinsamen im Februar 2017 geborenen Tochter; außerdem sei er Vater eines 2006 geborenen Sohnes, der in Deutschland bei der Kindesmutter lebe…

Aus der Biographie des Antragstellers ergibt sich nicht nur eine erhebliche Radikalisierung und Glorifizierung des „IS“ und seiner Märtyrerideologie, sondern auch eine gewaltbereite Grundhaltung. Der Antragsteller ist seit seiner ersten Einreise nach Deutschland im Jahr 2003 nicht nur im Bundesgebiet, sondern auch in Frankreich, Spanien und in der Schweiz immer wieder durch Straftaten aufgefallen, die sich auch gegen die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit und die Staatsgewalt richteten.

In diesem Zusammenhang ist insbesondere seine Verurteilung durch das Strafgericht in Paris vom 15. Januar 2015 hervorzuheben. Dieses hat den Antragsteller u.a wegen öffentlicher Verherrlichung einer terroristischen Handlung und Drohung mit dem Tod … zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt und als Nebenfolge ein lebenslanges Einreiseverbot nach Frankreich verhängt (Ausländerakte Bl. 691, 717 ff.). Nach der von der Antragsgegnerin vorgelegten Urteilsübersetzung hat der Antragsteller am 13. Januar 2015 – eine Woche nach dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazin „Charlie Hebdo“ – eine französische Amtsperson mit dem Tode bedroht, indem er ihr gegenüber auf provozierende Art die Geräusche einer Maschinenpistole nachgeahmt hat, und einer im Gesundheitswesen tätigen Person wegen ihres jüdischen Aussehens mit dem Tode gedroht:..

Das Risiko eines terroristischen Anschlags durch den Antragsteller ist auch nicht durch dessen Zusammenleben mit seiner ihm seit Mai 2016 nach islamischem Ritus angetrauten Lebensgefährtin und die Geburt einer gemeinsamen Tochter im Februar 2017 oder sonstige Umstände entscheidungserheblich verringert…

Dass die Familie der Ehefrau sich ausweislich dieser Versicherung als „übermodern“ bezeichnet, was nicht zu einem radikalen „IS“-Kämpfer passe, wird in der Aussagekraft dadurch zumindest relativiert, dass die Ehefrau des Antragsstellers angibt, seit ca. zwei Jahren eine Kopfbedeckung zu tragen…

Nach wie vor etwa bestehenden Gefahren kann aber mit einer geeigneten diplomatischen Zusicherung begegnet werden (vgl. BVerwG, Beschluss vom 21. März 2017 – 1 VR 1.17 – juris Rn. 43). Der Senat hat die Abschiebung daher von der Bedingung abhängig gemacht, dass eine entsprechende Zusicherung erteilt wird….

 

Die Abschiebung von Oussama B. musste im November 2017 kurzfristig verschoben werden und die Bevölkerung wurde ohne Berücksichtigung der Gefährlichkeit des Algeriers dem Risiko eines Anschlags ausgesetzt, als potentieller Kollateralschaden einer vorgeblich alternativlos umzusetzenden Rechtslage.

 

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-islamist-in-bremen-ist-wieder-auf-freiem-fuss-_arid,1670068.html

Ralf Michel 17.11.2017

Der 36-Jährige Algerier Oussama B., der seit März in Bremen in Abschiebehaft saß, ist wieder auf freiem Fuß. Obwohl er weiterhin als gefährlich gilt, hat das Amtsgericht seine Freilassung verfügt…

Oussama B. saß seit dem 21. März dieses Jahres in Abschiebehaft. Am Freitag wollte ihn die Innenbehörde nach Algerien abschieben. Dies jedoch untersagte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Montag dieser Woche. Laut Innenbehörde bewerten die Bundesrichter die vorliegende Zusicherung Algeriens, dass dem 37-Jährigen nach seiner Abschiebung keine unmenschlichen Behandlungen in seinem Heimatland drohen, als nicht ausreichend…

Oussama B. hat viele Jahre in Bremen gelebt, siedelte dann nach Frankreich um. Dort wurde er laut Innenbehörde zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er mit einem terroristischen Anschlag gedroht haben soll. Nach Verbüßung seiner Strafe schob ihn Frankreich im Herbst 2015 nach Bremen ab.

Hier soll er sich zum Daesch bekannt und als Anführer einer radikal-islamistischen Gruppierung gegolten haben. Er habe den Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz öffentlich für gut befunden, bei dem der islamistische Attentäter Anis Amri am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen umgebracht und mehr als 50 verletzt hatte. Zudem habe Oussama B. damit geprahlt, dass sich ein Bruder und eine Schwester im Irak und in Syrien als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hätten…

Doch um die Gefährlichkeit des Betroffenen oder die Frage, ob er Straftaten begehen könnte, gehe es bei der Entscheidung des Amtsgerichtes nicht, erklärt hierzu Sven Sommerfeld, Anwalt aus Bremen. Bei einer Abschiebehaft gehe es vielmehr um Verwaltungsrecht…

Die Innenbehörde hatte sich nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes mit Hochdruck beim Auswärtigen Amt um eine erweiterte Zusicherung aus Algerien bemüht. Die lag jedoch bis Donnerstag nicht vor. Und das Bemühen allein wertete das Amtsgericht nun offensichtlich nicht als ausreichend für eine Verlängerung der Abschiebehaft…

Zu den „bitteren“ Details in diesem Fall gehört indes noch etwas ganz anderes: Eigentlich hätte der Algerier nach seiner Haft in Frankreich nicht nach Bremen zurückkehren dürfen. Seine Abschiebung erfolgte 2015 mit Zustimmung der Bremer Ausländerbehörde. Ein Fehler, wie sich später zeigte. Die Behörde hatte seinen Aufenthaltsstatus rechtlich falsch bewertet. Der Mann hatte lediglich eine Duldung – Bremen hätte ihn deshalb nicht zurücknehmen müssen.

 

Wegen der Proteste der Behörden hatten die Richter dann doch ein Einsehen, man ließ den IS-Mann  erneut inhaftieren und verhängte eine Frist zur Beschaffung der erforderlichen Unterlagen aus Algerien. Wie durch ein Wunder gelang im Januar 2018 dann doch die Abschiebung.

 

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bremen-schiebt-gefaehrder-nach-algerien-ab-_arid,1688146.html

10.01.2018

Bremen hat am Mittwoch den 37-jährigen Oussama B. abgeschoben, der seit Monaten in Abschiebehaft saß. Der Algerier, den die Bremer Sicherheitsbehörden für einen extrem gefährlichen Sympathisanten der Terrormiliz Daesch halten, wurde gegen Mittag in einen Flieger gesetzt und in sein Heimatland ausgeflogen…

Seit seiner Festnahme beschäftigten sich die unterschiedlichsten Gerichte mit diesem Fall. Letztlich untersagte das Bundesverwaltungsgericht seine Abschiebung, weil die Bundesrichter die Zusicherungen Algeriens, dass Oussama B. nach seiner Abschiebung keine unmenschlichen Behandlungen in seinem Heimatland drohen, als nicht ausreichend bewerteten. Ende 2017 war der 37-Jährige deshalb sogar für kurze Zeit auf freien Fuß gesetzt worden, wurde dann aber erneut inhaftiert. Das zuständige Gericht räumte den Bremern eine Frist bis Mitte Januar ein, um die erforderlichen Unterlagen aus Algerien zu beschaffen. Dies scheint nun offensichtlich gelungen. Wie verlautete, reichten dem Bundesverwaltungsgericht die nun vorliegenden Zusicherungen aus Algerien. Eine abermalige Beschwerde des Inhaftierten dagegen wurde Anfang Januar abgelehnt.  

 

Nun haben die deutschen Behörden zwar ein Sicherheitsproblem weniger am Hals, aber niemand weiß, wie viele neue Gefährder in der Zwischenzeit bei uns eingetrudelt sind.

Kürzlich gelang sogar die Abschiebung von zwei in Deutschland geborenen Gefährdern ohne deutschen Pass in das Land ihrer Eltern. Leider scheint es sich hierbei eher um einen lobenswerten Einzelfall zu handeln. Der Schutz der Bevölkerung hat in Deutschland nach wie vor keinen Vorrang vor dem Schutz islamistischer Straftäter vor einer dem deutschen Recht nicht genügenden Behandlung in ihren Heimatländern.

 

https://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article211663835/Entscheidung-ueber-Abschiebung-islamistischer-Gefaehrder.html

22.08.17

Die niedersächsischen Sicherheitsbehörden hatten die 27 und 21 Jahre alten Männer als Gefährder eingestuft. Bei einer Razzia im Februar in Göttingen wurden sie gefasst. Beide sympathisierten demnach mit der Terrormiliz IS und planten Gewalttaten oder gar einen Terroranschlag mit vielen Opfern. Die Männer sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sie wurden inzwischen nach Algerien sowie Nigeria abgeschoben…

 

Der Kampf gegen den islamistischen Terror erinnert ein wenig an den Kampf von Herakles gegen die Hydra aus der griechischen Mythologie.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Hydra_(Mythologie)

Die Hydra (griechisch Ὕδρα) ist ein vielköpfiges schlangenähnliches Ungeheuer der griechischen Mythologie. Wenn es einen Kopf verliert, wachsen an dessen Stelle zwei neue, zudem war der Kopf in der Mitte unsterblich…

Sie pflegte aufs Land herauszukommen, Viehherden zu zerreißen und Felder zu verwüsten.

Die ‚Hydra‘ gilt aus benannten Gründen als sprichwörtliches Gleichnis für Situationen, wo jeder Versuch einer Eindämmung oder Unterdrückung nur zur Ausweitung einer Eskalation führt. Die Hydra steht also für das, was man nur ‚kleinhalten‘ kann, indem man es unberührt lässt…

Die Hydra zu erlegen, war die zweite der – den meisten Schriften zufolge – insgesamt 12 sagenhaften Aufgaben, die Herakles (lat. Hercules) im Dienste des Königs Eurystheus vollbrachte, um zu sühnen, dass er seine Frau und Kinder in einem wütenden Wahnsinnsanfall ermordet hatte…

Endlich schlug Herakles der Hydra auch das unsterbliche Haupt ab; dieses begrub er am Wege und wälzte einen schweren Fels darüber…

 

 

 

 

 

 

 

 

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