Gerd Lichtenberger und die öffentliche Meinung – im Krieg sind alle Mittel erlaubt

Es ist still geworden um Gerd Lichtenberger, Geschäftsführer der Life Jugendhilfe und SPD-Ratsmitglied der Stadt Bochum. Im WAZ-Artikel  vom 17.12.2015 wurde mitgeteilt, dass die Stadt Bochum zwar keine rechtlichen Schritte gegen die Life-Jugendhilfe einleiten wird, seitens der Staatsanwaltschaft Essen jedoch noch  Ermittlungen gegen Lichtenberger wegen Betrugsverdachts laufen. Das Ermittlungsverfahren betrifft die nicht vereinbarungsgemäße Betreuung des vom Jugendamt der Stadt Dorsten in die Obhut der Life Jugendhilfe gegebenen elfjährigen Paul. An die Öffentlichkeit gelangte der Jugendamtsskandal durch die MONITOR-Sendung vom 30.04.2015 „Mit Kindern Kasse machen? Wie Heimkinder ins Ausland verbracht werden“.

 

https://www.waz.de/staedte/bochum/monitor-vorwuerfe-bochumer-life-jugendhilfe-wehrt-sich-id10632081.html

Andreas Rorowski

03.05.2015 – 16:17 Uhr

„Wir pflegen keine Geschäftsbeziehungen zum Jugendamt Gelsenkirchen“, sagt Gerd Lichtenberger, Gründer und Geschäftsführer der Life Jugendhilfe.

… Die Life Jugendhilfe hatte Ende 2013, als sie ihren 20. Geburtstag feierte, 442 Projekte im Inland und etwa 250 Auslandsmaßnahmen durchgeführt. „Wir arbeiten mit 80 Jugendämter in ganz Deutschland zusammen“, so Gerd Lichtenberger. „Wir werden angefragt, wenn das klassische Repertoire der Betreuung ausgereizt ist.“…

 

http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/skandal-um-life-bochum100.html

Vorwürfe gegen Bochumer Jugendhilfe „Life“

Das Bochumer Unternehmen „Life“ ist nach Recherchen des WDR in den Schlagzeilen. Der Vorwurf steht im Raum, dass Kinder im Ausland schlecht betreut und untergebracht wurden. Heute (11.06.15) beschäftigt sich die Politik in Dorsten mit dem Thema. Unterdessen arbeiten andere Städte weiter mit dem Unternehmen.

… Es geht um den elfjährigen Paul. Er lebte auf einem heruntergekommenen ungarischen Bauernhof. Sein Betreuer war ein alter Mann, der kein Deutsch kann. Rund 7.000 Euro bekommt das Unternehmen für einen Jugendlichen, der Betreuer in Ungarn erhält aber nur rund 800 Euro. In Datteln arbeitet man inzwischen nicht mehr mit Life zusammen… Der Leiter der Jugendhilfe „Life“, Gerd Lichtenberger, ist zum Termin im Dorstener Rathaus geladen…

Kritik hat es auch am Schulunterricht in Ungarn gegeben. Denn der elfjährige Paul ging nicht zur Schule. Unterricht gab es nur über eine Internetschule, die der Tochter von Lichtenberger gehört. Für ein Interview mit dem WDR steht er derzeit nicht zur Verfügung. Trotz aller Kritik an seinem Unternehmen arbeiten zahlreiche Städte weiterhin mit ihm zusammen und schicken Kinder und Jugendliche in ausländische Heime, die Lichtenberger betreibt. Teilweise werden die Kinder bis nach Kirgisistan zu Maßnahmen geschickt. Auch Dorsten und Bochum arbeiten weiter mit „Life“ zusammen.

Stand: 11.06.2015

 

In Dorsten hat es genügt, dass die Tochter von Lichtenberger eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat, um das Vertrauen in die Life Jugendhilfe aufgrund dieser „Beweise“ als wiederhergestellt zu bewerten…

 

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:HSWSDVXpU1wJ:www.dorstenerzeitung.de/staedte/dorsten/Im-Fall-Paul-Staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-Life-Geschaeftsfuehrer%3Bart914,2807210+&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de

  1. September 2015

… Das Jugendamt der Stadt Dorsten wähnt sich dagegen rechtlich auf der sicheren Seite. Sie hat von allen Beteiligten belastbare Beweise eingefordert und auch bekommen. So hat die Tochter von Gerd Lichtenberger, Jennifer Krautscheid-Steffen, und zuständig für die Besuche des Jungen vor Ort in Ungarn, eine eidesstattliche Versicherung vorgelegt, in der sie die Zahl der Besuche in Ungarn dokumentiert: „In ihrer eidesstattlichen Versicherung hat sie angegeben, sieben Mal in Ungarn gewesen zu sein. Einmal zu Beginn der Maßnahme, vom 3. November bis 7. November 2014. Davon erfolgten drei Besuche in Begleitung von Mitarbeitern der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Datteln. Ein weiteres Mal sei eine andere Mitarbeiterin von Life vor Ort gewesen“, gibt Ludger Böhne, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Dorsten, die von Krautscheid-Steffen an Eides statt geleisteten Angaben wider.

Der Life-Geschäftsführer Gerd Lichtenberger hält sich laut Auskunft seines Öffentlichkeitsarbeiters, Jürgen Wallinda-Zilla, zurzeit im Ausland auf. „Lichtenberger hat aus einer WDR-Sendung am Donnerstag (27. August) erfahren, dass Betrugsvorwürfe von der Staatsanwaltschaft Essen geprüft werden. Zum jetzigen Stand des Verfahrens will er aber keinen Kommentar abgeben.“ Zur Last gelegt wird Lichtenberger, die Stadt Dorsten über tatsächlich erbrachte Leistungen während des Ungarn-Aufenthaltes des Kindes Paul getäuscht zu haben.

 

Ende Dezember 2015 erklärte die Stadt Bochum die Zusammenarbeit mit der Life Jugendhilfe für in Teilen beendet. Zwei laufenden Maßnahmen blieben davon unberührt und Herr Lichtenberger sitzt nach wie vor im Rat der Stadt Bochum.

 

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/stadt-bochum-beendet-zusammenarbeit-mit-life-jugendhilfe-id11390791.html

17.12.2015 | 19:53 Uhr

 

…  Bochum beendet die Zusammenarbeit mit der Life Jugendhilfe. Sozialdezernentin spricht von erschüttertem Vertrauen. Eine Klage sei „wenig zielführend“.

Die Stadt zieht Konsequenzen aus der Weigerung der Life Jugendhilfe GmbH , den seit Mitte Juni geforderten Nachweis für die Qualifikation eines Mitarbeiters in Frankreich vorzulegen. „Die Zusammenarbeit mit der Life Jugendhilfe GmbH und dem Jugendamt wird beendet, weil die Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit nicht mehr gegeben ist“, schreibt Sozialdezernentin Britta Anger in einer Erklärung zur gestrigen Ratssitzung. Zwei laufende individualtherapeutische Maßnahmen in Sachsen-Anhalt werden noch bis zum Sommer 2016 fortgeführt.

… Das Unternehmen von SPD-Ratsherr Gerd Lichtenberger habe durch eine Rechtsanwaltskanzlei erklärt, dass es „weder berechtigt noch verpflichtet sei, irgendwelche Unterlagen freier Mitarbeiter vorzulegen“. Diese Weigerung erschüttere das Vertrauen „in die notwendige Zuverlässigkeit erheblich“, so Anger.

Vereinbarungen nicht immer eingehalten
Im betreffenden Fall geht es um eine Maßnahme in Frankreich, der Betreuer soll Realschullehrer und Kunsttherapeut sein. Unterlagen zur Qualifikation als Kunsttherapeut wurden vorgelegt; die Lehrer-Qualifikation nicht…
Anders als von der CDU-Fraktion gefordert, wird die Stadt keine rechtlichen Schritte gegen Life einleiten. Dies sei „nicht zielführend“, so die Sozialdezernentin. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Haardt hatte im Vorfeld erklärt, seine Fraktion werde Strafanzeige stellen, sollte die Stadt dies unterlassen. Seit September laufen bereits Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Essen gegen Life-Geschäftsführer Lichtenberger. Es geht um Betrugsverdacht.

 

Über das Auslandskonzept informiert die Life-Jugendhilfe auf ihrer Homepage.

 

http://www.life-jugendhilfe.de/konzeption-ausland.php

Auslandsmaßnahmen sind indiziert, wenn ein großer Abstand zum bisherigen Lebensumfeld notwendig ist. Sie nutzen den Prozess der Erfahrung einer anderen Kultur, die besonderen geographischen, sozialen und natürlichen Bedingungen des Gastlandes, sowie das hohe Aufeinanderangewiesensein zwischen Betreuer und Betreutem in einer fremdsprachigen Umgebung….

Der besondere Akzent der meist reizarmen Projektorte liegt in der deutlichen Betonung eines auf Ganzheitlichkeit ausgerichteten Lebens- und Arbeitskonzeptes der Mitarbeiter. Vor dem Hintergrund einer guten Einbindung in den Sozialraum vor Ort, können die Mitarbeiter in ihrer kulturellen und sprachlichen Umgebung mit dieser „Schlüsselkompetenz“ ungleich verbindlicher arbeiten als in Deutschland.

 

Anders ausgedrückt: Die durch die Auslandsverschickung erzwungene Isolation gewährleistet eine Entfremdung von Familienangehörigen und Freunden und bedeutet ein Ausgeliefertsein an eine neue „Bezugsperson“, die das Kind / den Jugendlichen unter Umständen weder sprachlich noch kulturell versteht. Eine Kontrolle der Auslandsbetreuung ist kaum möglich, ein Hilferuf des Kindes verhalt in der Einsamkeit der reizarmen Umgebung. Mit welchem Recht wird vom Jugendamt betreuten Kindern der Aufenthalt in ihrem Heimatland verwehrt? Verkauft wird das Konzept als „Erlebnispädagogik“ für schwer erziehbare Kinder. Bereits 2010 hat die Life Jugendhilfe Jugendliche aus Kirgistan wegen Unruhen zurückholen müssen, was Herrn Lichtenberger wie es scheint nicht daran gehindert hat, später wieder Kinder in diesem nicht gerade als demokratisch und rechtsstaatlich zu bezeichnenden Land unterzubringen…

http://www.focus.de/politik/ausland/unruhen-erlebnispaedagogik-in-kirgistan-_aid_521119.html

Erlebnispädagogik in Kirgistan

Freitag, 18.06.2010

In Kirgistan toben verheerende Unruhen. Nach FOCUS-Informationen halten sich Dutzende deutsche Jugendliche in dem Land auf. Sie sollen dort soziale Regeln lernen.

Während vergangene Woche im Süden Kirgistans hunderte Angehörige der usbekischen Minderheit getötet worden sind, halten sich nach Informationen des FOCUS noch immer rund 40 deutsche Jugendliche im Rahmen von erlebnispädagogischen Programmen in dem zentralasiatischen Land auf. Dies bestätigte das Auswärtige Amt.

Es handelt sich um verhaltensauffällige Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren, die von deutschen Jugendämtern in die Obhut kirgisischer Familien gegeben werden. Dort sollen sie fernab der gewohnten Umgebung soziale Regeln lernen. Fünf deutsche Jugendhilfe-Organisationen führen diese Programme durch und betreuen die Teenager vor Ort.

Verantwortlich sind die Jugendämter und Sorgeberechtigten. Angesichts der Unruhen haben sie bis jetzt auf das Urteil der Projektträger vertraut. Die aber reagieren unterschiedlich auf die Gewalt im Land. Da sich die Jugendlichen im bisher sicheren Norden rund um die Hauptstadt Bischkek befinden, warten die meisten noch immer die weitere Entwicklung der Lage ab. Gerd Lichtenberger von der Life Jugendhilfe in Bochum entschied dagegen, seine drei Jugendlichen unverzüglich aus dem Land zu bringen. „Ich kann das Programm in dieser Situation nicht mehr verantworten“, sagte er FOCUS.

Zumindest ein Jugendamt hat inzwischen reagiert „Wir holen unsere vier Jugendlichen so schnell wie möglich zurück“, erklärte Rainer Mohnfeld vom Jugendamt Minden…

 

Unabhängig von den Unruhen im Jahr 2010 ist es äußerst fragwürdig, Problem-Jugendliche in Länder zu verschicken, in denen die Achtung der Menschenrechte nicht gewährleistet ist.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirgisistan

… Kirgisistan ist den wichtigsten Menschenrechtsabkommen beigetreten und garantiert die Grundrechte in der Verfassung. Nach Einschätzung des deutschen Auswärtigen Amtes (Stand 2012) ist die Durchsetzung der Menschenrechte allerdings in der Praxis durch mangelnde rechtsstaatliche Tradition und eine fehlende unabhängige Justiz erschwert. Die Opposition klagte zunehmend über die Einschränkung der Pressefreiheit und Meinungsfreiheit, über Einschüchterung von Regierungskritikern und Vetternwirtschaft seit 2008… Die Zustände auf Polizeistationen, in der Untersuchungshaft und in Gefängnissen sind nach Einschätzung des deutschen Auswärtigen Amtes (Stand 2012) in vielen Fällen menschenunwürdig. In der Praxis seien Misshandlungen weiterhin verbreitet. Auch kommt es zu ungerechtfertigten Straßenkontrollen, bei denen häufig Schmiergeld an die Polizei bezahlt werden muss…

 

Der SPD-Ratsfraktion konnte das Nachlassen der Berichterstattung im Fall Lichtenberger nur Recht sein. Man hoffte sicherlich, dass das Betrugsverfahren der Staatsanwaltschaft Essen gegen Gerd Lichtenberger  im Sande verläuft. Zwischenzeitlich soll das Verfahren bereits gegen zwei Mitbeschuldigte,  den Leiter des Jugendamtes der Stadt Dorsten sowie den Amtsvormund des Kindes, eingestellt worden sein. Dann hätte man langsam die Geschäftsbeziehungen zur Life-Jugendhilfe – unbeobachtet von einer kritischen Öffentlichkeit –  reaktivieren können… Wäre da nicht unter anderem der Blog eines Bernd Schreiber aus Gelsenkirchen, der die Öffentlichkeit weiter auf dem Laufenden hält und wenig vorteilhafte Darstellungen des Herrn Lichtenberger verbreitet.

https://gerhardlichtenberger.wordpress.com

Herr Lichtenberger kämpft sicherlich darum, neue Kunden für seine Life-Jugendhilfe zu gewinnen und hierbei stört der gerhardlichtenberger-Blog, den man sofort findet, wenn man „Gerd Lichtenberger“ bei der Google-Suche eingibt. Man ist ja nicht arm, hat stets gut an den Kindern verdient. Also investiert man in eine erfahrene Anwaltskanzlei und bringt das Landgericht Essen dazu, eine einstweilige Verfügung gegen den Blogbetreiber zu erwirken, ohne diesem ein rechtliches Gehör zu gewähren. Das Heikle an dieser Vorgehensweise: der zum Anlass genommene angeblich beleidigende bzw. eine üble Nachrede enthaltende Flyer war auf dem Blog von Bernd Schreiber lediglich auf einem Foto mit abgebildet, auf dem das Blatt geklebt auf eine Litfaßsäule zu erkennen war, der Inhalt des Textes nicht lesbar. Der Anwalt des Klägers vertritt die Ansicht, dass das mehrfach in Bochum an verschiedenen Stellen aufgeklebte Flugblatt mit einer Fotographie des Herrn Lichtenberger und einem Text deshalb von Herrn Schreiber erstellt worden sein muss und es wird behauptet, dass unter anderem Herr Schreiber den Flyer auf einer Demo gegen Herrn Lichtenberger verteilt haben soll, die am 27.08.2015 vor dem Bochumer Rathaus stattgefunden hat. Die Gesetze zur Beleidigung und üblen Nachrede dienen als Gummiparagrafen  leider allzu häufig dem Zweck, Kritiker mundtot zu machen. Dies funktioniert, weil die Justiz oft mitspielt, besonders wenn der Beschuldigte dort als gesellschaftlich problematisch und damit „verurteilungswürdig“ eingestuft ist.

Es wird im Fall Schreiber ein Hauptsacheverfahren im Zivilprozess geben, die strafrechtlichen Ermittlungen laufen noch.  Die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Der Kläger Herr Lichtenberger ist bereit, für den Kampf gegen Herrn Schreiber ein hohes finanzielles Risiko einzugehen, aber der gute Ruf ist schließlich unbezahlbar und rechtfertigt daher alle denkbaren Mittel.

Wird die Justiz Herrn Lichtenberger reinwaschen, auch wenn die bereits für die einstweilige Verfügung aufgeführten Belege jeglichen Beweis-Charakters entbehren?

Hat Herr Lichtenberger gehofft, mit diesen Einschüchterungsversuchen und der mit Hilfe des Landgerichts inszenierten Machtdemonstration eine Fortsetzung der schädlichen Berichterstattung zu verhindern?

Vom Jugendamt betreute Kinder haben keine Lobby, sie sind „Geschäftsmasse“. Sicherlich leisten viele Jugendamtsmitarbeiter eine gute Arbeit. Leider besteht wie überall in den Ämtern eine zu dünne Personaldecke, so dass der absolut erforderlichen Kontrollfunktion der Jugendämter gegenüber privaten Maßnahme-Trägern nicht mehr in ausreichendem Umfang nachgekommen werden kann. Und wenn es ums Geld geht, trifft man immer wieder auf parteipolitischen Filz. Gerade hier sind Recherchen der öffentlichen Medien, aber eben auch seitens unabhängiger Privatpersonen unerlässlich, um das Wohl der Kinder zu schützen. Die Justiz darf nicht als Handlanger der Mächtigen agieren und das Recht auf freie Meinungsäußerung unter dem Vorwand von einseitig zugesprochenen Persönlichkeitsrechten einschränken. Tatsachenbehauptungen können keine üble Nachrede darstellen, satirisch überzeichnete Darstellungen, ob man sie als geschmackvoll bewertet oder nicht, gelten –  in einer Demokratie mit funktionierendem Rechtsstaat – nicht als Beleidigung. Auch wenn die Verfahren noch ausstehen und eine Verurteilung wohlmöglich überhaupt nicht erfolgt, so ist bereits die gerichtliche Entscheidung für die einstweilige Verfügung auf der Basis von verfälschten „Beweisen“ als ein Angriff auf die freie Meinungsäußerung zu werten und als Versuch  einzustufen, den Blogbetreiber von einer weiteren Berichterstattung durch den missbräuchlichen Einsatz juristischer Drohmittel abzuhalten.

 

https://beamtendumm.wordpress.com/2016/05/04/claudia-roth-scheitert-vor-gericht/

  1. Mai 2016

Bekanntlich hat der noch SPD-Stadtverordnete Gerhard Lichtenberger per einstweiliger Verfügung, ohne Anhörung der Gegenseite, vorläufig erreicht, dass ich einen Flyer nicht veröffentlichen kann, der von mir niemals veröffentlicht wurde, und denn ich auch gar nicht veröffentlichen wollte.

Da im einstweiligen Verfügungsverfahren die Veröffentlichung „in jeglicher Form“ untersagt wurde, wurde von mir eine Fotografie entfernt. Die Fotografie zeigte ein Wahlplakat des damaligen SPD-Kandidaten Thomas Eiskirch, der für die SPD in Bochum als Oberbürgermeister kandidierte. Ein kleiner Teil des Wahlplakats, weniger als 10%, war mit dem Flyer beklebt, über den sich Lichtenberger aufregte.

Weil der Flyer nur einen kleinen Teil der Fotografie ausmachte, war natürlich der Text des Flyers nicht lesbar. Und weil der Text nicht lesbar war, hatte ich einen eigenen Text dazu geschrieben. Den Originaltext, der eigentlich ziemlich harmlos war, konnte ich mir natürlich nicht zu eigen gemacht haben, wenn der weder lesbar war, noch sonst in meinem Beitrag erwähnt wurde.

Es ist schon erstaunlich, wie Lichtenberger, bei dieser Konstellation, mit seinem Eilantrag durchkam, und das auch noch an einem Gericht, das für das Verfahren anscheinend gar nicht zuständig ist.

Lichtenberger schaffte es … das unzuständige Gericht zuziehen, in dem er dem Gericht nicht die Fotografie des Wahlplakats präsentierte, sondern ausschließlich den Flyer bezüglich seiner Person.

Natürlich gibt es diesbezüglich noch ein Hauptsacheverfahren, wo es dann eine Entscheidung mit Verhandlung und rechtlichem Gehör meiner Seite gibt. Die entsprechende Klageerwiderung wurde bereits an das Gericht geschickt, darf aber während dem laufenden Verfahren hier leider nicht veröffentlicht werden.

 

Zwischen der einstweiligen Verfügung und der Verhandlung vor Gericht liegt fast ein Jahr, in dem der betroffene Blog-Betreiber nur mit Einschränkungen berichten darf und in dem Ungewissheit bezüglich des Verfahrensausgangs herrscht, ein Zustand, der verunsichern soll. Und genau dies ist  Ziel und Zweck der von Herrn Lichtenberger mit Hilfe seines Anwalts umgesetzten juristischen Tricksereien. Ob die Strategie zum erhofften Erfolg führen wird bleibt jedoch mehr als fraglich.

 

Der größte Ruhm im Leben liegt nicht darin, nie zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.
Nelson Mandela

 

Im Februar 2016 hat schließlich die CDU-Ratsfraktion in Bochum Strafanzeige gegen Lichtenberger gestellt, wohl in der Hoffnung, minderwertigen Auslandsmaßnahmen zum Nachteil der betroffenen Jugendlichen zukünftig einen Riegel vorzuschieben.  Erfolgt keine Verurteilung betreffend dieser Geldmache auf Kosten von Kindern, dann wäre zu erwarten, dass sowohl die Stadt Bochum als auch andere Städte weiterhin verhaltensauffällige Jugendliche ohne qualifizierte Betreuung unter belastenden Umständen in entlegenen Regionen Europas unterbringen, in denen diese Jugendlichen gegebenfalls von Verwahrlosung und mangelnden Bildungschancen betroffen sowie dem Einsatz von psychischer und physischer Gewalt hilflos ausgeliefert sind. Glauben die Jugendämter etwa, dass ein Konzept „Umerziehung durch Traumatisierung“ zu einer nachhaltigen positiven Verhaltensänderung führen kann? Gewalterfahrungen fördern nicht die Bereitschaft zur Nächstenliebe, sondern brechen Seelen und erzeugen damit Orientierungslosigkeit und Misstrauen gegenüber allen staatlichen Einrichtungen. Auch die Verstärkung einer bereits vorhandenen  Gewaltbereitschaft ist möglich.

 

 

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/strafanzeige-gegen-life-jugendhilfe-cdu-spricht-von-taeuschung-id11581001.html

20.02.2016 

Fünf Monate nachdem eine Strafanzeige gegen den Geschäftsführer der Life Jugendhilfe GmbH , SPD-Ratsherr Gerd Lichtenberger, bei der Staatswaltschaft Essen eingegangen ist, muss sich auch die Staatsanwaltschaft Bochum mit dem Unternehmen beschäftigen. Die CDU-Fraktion hat am Donnerstag Strafanzeige eingereicht, „nachdem die Jugendamtsverwaltung erklärt hat, keine rechtlichen Schritte einleiten zu wollen“, heißt es in einer Erklärung der Fraktion.

Die Strafanzeige beziehe sich auf mehrere Auslandsmaßnahmen, „bei denen die Life GmbH trotz Aufforderung durch das Jugendamt den Nachweis über die Qualifikation der Betreuer vor Ort verweigerte“.

Fraktions-Chef Christian Haardt: „Nach unserer Auffassung liegt eine Täuschungshandlung vor. Wir gehen davon aus, dass mindestens in der Mehrzahl der von der Life GmbH durchgeführten Maßnahmen keine bzw. keine ausreichende Qualifikation der Betreuungsperson vorlag. Diese Qualifikation war jedoch Grundlage für die Stadt, einen Vertrag mit der Life GmbH einzugehen und auch Grundlage für die Höhe der Entgeltvereinbarung.“…

 

 

Die Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden und es bleibt daher fraglich, ob gegen das SPD-Ratsmitglied Gerd Lichtenberger jemals Anklage erhoben wird. Wird das Recht oder die politische Schadensbegrenzung im Vordergrund stehen?

 

Nicht das Problem macht die Schwierigkeiten, sondern unsere Sichtweise.

© Viktor Frankl

 

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Gerd Lichtenberger und die öffentliche Meinung – im Krieg sind alle Mittel erlaubt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s